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Sonntag, 29. Januar 2012

posytr; in Leipzig, Berlin und dann sind wir wieder in Freiburg

So, und nun widme ich mich mal postyr. Und kann somit auch ganz gekonnt den Bogen zu meinem Ausflug gestern nach Freiburg schlagen.
Denn jetzt sitze ich leider schon wieder im Zug und befinde mich aufm Rückweg nach Berlin. Grade haben wir Mannheim gestreift. Es ist nicht nur hässlicher als ichs generell in Erinnerung hatte, ich hab sogar den Eindruck, dass es heute noch hässlichher is als gestern.
Oder liegt das nur daran, dass ich heute nicht so viel Lust hab zurück zu fahren (wobei jetzt ja auch fast nichts mehr in Freiburg is was mich da halten könnte) und gestern dagegen noch so freudig hibbelig war? Wie auch immer, jetzt is es ja vorbei ;-) und immerhin hab ich auch noch ne kleine Ladung Werbung machen können, es lebe das Leben im Zug.

Jetzt zu postyr. Das erste Mal hab ich sie wie gesagt beim Wettbewerb in Leipzig gesehen. Da waren sie kurz mal zu viert, da die Altistin wegen eines Unfalls im Krankenhaus war. (Wie ich dann fast n halbes Jahr später in Berlin erzählt bekommen hab war das zum einen sehr kurzfristig, das Programm daher mit vielen spontan gewachsenen Arrangements [vor allem ihre Solostücke, da ja das Programm bei einem Wettbewerb nicht mehr wirklich vorher geändert werden soll/kann und das dann jemand anders übernehmen musste] und auch bei weitem nicht das einzige Hinderniss auf deren Reise. Es muss sich um eine Odyssee gehandelt haben.)
Nun aber zur Gruppe. Erstmal rein optisch sahen sie schon etwas spacig aus. Da war ich mir nich ganz so schlüssig wie ich das finden soll. Das war zwar klar ein Konzept und nicht so ein undurchdachter Kleidungsfehlgriff wie bei vielen anderen Gruppen, aber muss ja nich gleich meins sein... Aber was soll ich sagen, mittlerweile bin ich in das Kleid von Tine (links im Bild) direkt verliebt und weiß nur nichts mit der komischen Hose von Kristofer anzufangen, die vornerum einfach etwas zu viel Stoff zu haben scheint (und ich vermisse seine knallbunten Schuhe, die nach Leipzig leider nicht mehr dabei waren). Aber Klamotten sind natürlich nicht wirklich das wichtigste. Mehr ins Auge gefallen ist dann doch noch die ganze Maschinerie auf der Bühne.
Schon mal ganz fix für alle die schnell sind und sich das selber ansehen wollen, hier ein Link:
http://www.livemusicstage.com/
Da wird es heute um 15 und 21 Uhr ein live Postyr Konzert geben. Man muss sich nur für umsonst eine Karte "kaufen", will heißen sich registrieren, tut nicht weh ;-)
Und dann kann man ein bestimmt sehr geniales Konzerterlebnis genießen. Soll interaktiv sein, wie auch immer das genau laufen wird... ich bin gespannt! :-)

(und danach schreib ich hier weiter, versprochen)

Dienstag, 24. Januar 2012

Live on Board ;-) Freiburg, Leipzig und wieder zurück

So, jetzt sitze ich zu meinem eigenen Geburtstagsgeschenk in der Bahn.
Also abgesehen von der Sache dass ich Bahn fahre, finde ich, dass ich einen guten Geschmack habe. Denn es geht nach Freiburg, zur Kulturbörse. Und nicht nur, weil ich generell so wahnsinnig kulturell bewandert bin, sondern vor allem, weil es da heute eine Spezialveranstaltung gibt. Heiß „Mensch-Technik-Stadt“ oder so. Wie der Titel zustande gekommen ist würde sich vielleicht glatt mal lohnen zu fragen, ist aber eigentlich auch egal.
Wichtig ist, dass ich dort neben musix auch Hartmuth und die Hitmaschine und postyr zu sehen bekomme. Und das is mal ne gute Mischung!

Im Moment sehe ich mal wieder, dass Berlin von Brandenburg umgeben ist. Draußen ist nix, außer Kiefern. Wobei, Schnee. Mein erster Schnee seit ewig Also Schnee aufm Boden, meine ich. In der Luft und ab und an auf meinen Klamotten, hab ich ihn in der letzten Zeit doch sogar manchmal zu Gesicht bekommen. Sieht eigentlich ganz schön aus. Auch auf den Kiefern und so... so kann man Brandenburg von mir aus lassen.

Aber zurück zur Bahn. Grade wurde mir empfohlen hier zu Frühstücken. Das ist natürlich sehr nett von der Bahn. Sie raten zum Frühstück Rührei „naturelle“... Das gibt’s mit einer Scheibe Brot. Ui, heißt naturelle nicht nur „ohne alles“ auf pseudofranzösisch? Klingt unglaublich lecker. gibt’s bestimmt auch schon für angenehme 10€. Gut, dass ich etwa ein Kilo Möhren dabei hab ;-) dann komm ich nicht in die Verlegenheit mich noch zwischen dem Bordbistro und dem Bordrestaurant entscheiden zu müssen ;-) Aber dann würde ich der Gefahr an meinem Sitzplatz entkommen. Die Frau vor mir hat nämlich irgendwelche hochexplosiven Flaschen dabei und beschießt mich mit deren Deckeln. Bei dem Krach hätte das echt weh tun können... Bin ich da jetzt eigentlich gegen versichert?

Egal, jetzt noch n bissel zurück. Ich hatte ja postyr gesagt. Und postyr habe ich ja schon in Leipzig beim Wettbewerb gesehen. Und wie der ein oder andere weiß, hab ich da meinen Bericht immer noch nicht zu Ende geschrieben. Leider hab ich heute früh meinen Zettel mit den Aufzeichnungen nicht gefunden. Ob ich noch alles so zusammen bekomme weiß ich nicht.
Aber da ich das Programm hier liegen habe, werde ich mal versuchen mein bestes zu geben. Und wenns nicht klappt, werde ich mich dann mal kurz, quasi auch als Vorbereitung für nachher, mit postyr befassen. Die habe ich nämlich im November dann noch mal, fast in einem ganzen Konzertprogramm, in der Schalotte gesehen.

In Leipzig nun. Laut Programm gabs als nächstes "So!... und nicht anders".  Wie man sich vom Namen her denken kann, waren die aus Deutschland. Wie man ein bisschen befürchten kann, waren sie typisch deutsch. Jedenfalls was Klischees und  a cappella angeht. Also ganz klar die Comedyschiene.
Ich hab meine Notizen wie gesagt nicht mehr dabei, daher kann ich nicht nachgucken was ich mir so positives aufgeschrieben habe. Aber ich kann mich sehr gut an das vorherrschende Gefühl erinnern. Es war mir wahnsinnig peinlich das sehen zu müssen und auch nicht unbedingt ein Ohrenschmaus. Ganz klar zu erkennen waren die musikalischen Vorbilder dieser Gruppe. Die Wise Guys, Basta und (man glaubt es kaum, wenn man das Ergebnis sieht) maybebop)
Die Musik war, sowohl von der Melodie der einzelnen Stücke und deren Harmonie"vielfältigkeit", sehr stark an die Musik der Wise Guys angelehnt. Und wieder mal ist das nicht als Kompliment zu verstehen. Höchst einfach strukturiert, bis hin zum langweilig banalen. Gesungene Witze, aber keine Musik.
Die Witze, will heißen die Texte, gingen dann auch in die Wise Guys Richtung, da sie aber nicht ganz so bieder und ab und n schweeer verwegen waren fühlte ich mich da noch ein bisschen mehr an Basta erinnert. Nebenbei gesagt aber auch vor allem dank der Intonation. Die war nur höchst mäßig.
Gekrönt wurde das ganze dann mit einer Choreo im Sinne von maybebop, bzw. deren Anfängen. Was ja im Prinzip nicht schlecht ist, die mag ich ja ganz gerne, aber nicht in dieser Ausführung. Vielleicht sollte man beim Proben mal einen Spiegel zu Rate ziehen, das bekomme nämlich sogar ich eleganter und im Zweifel auch mit mehr Begeisterung hin. Und das will ja wirklich mal was heißen ;-)
Es gab ein Lied über Boygroups (mal was gaaanz neues), etwas für den Sommer und schnell noch ne Quotenballade, die dann natürlich auch genauso klang.
Natürlich ist das alles Geschmacksache, aber ich hatte den Eindruck, den vom Publikum haben sie nicht getroffen. Bestimmt fünf ganz nette Jungs, aber singen können sie wirklich nicht. Keine der Stimmen hat mich überzeugen können, alle wirkten etwas überfordert, waren unsauber und auch sonst nicht irgendwie interessant. Sehr schade, aber es wird halt nicht jeder zum Sänger geboren. Und ich bin definitiv nich zu deren Publikum geboren. Gerne nicht wieder....


Nach der Pause gings dann weiter mit Audiofeels aus Polen.
Auch eine Boyband, irgendwie, aber doch sehr anders. Und nicht nur, weil sie etwas erwachsener wirkten.
Die fand ich insgesamt ziemlich gut und werde auch noch mal in meinen Notizen nachgucken müssen, weil ich mir positive Dinge immer nicht so konkret merken kann. Irgendwie komisch...
Nun ja, aber was macht die also so anders? Man kann es wohl so sagen, dass sie a cappella mit Instrumenten gemacht haben. Natürlich standen da keine Instrumente auf der Bühne und sie haben natürlich auch keine versteckt oder vom Band gehabt. Nein, stattdessen haben sie sich selber einfach auf die jeweiligen Instrumente „spezialisiert“. Laut Programm waren sie nicht in die klassischen Kategorien (Tenor, Bartiton, Bass, Percussion...) eingeteilt sondern in die Instrumente(nkategorien).
Schien interessant, war auch ziemlich gut. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht zuzugucken und zuzuhören. Da war n ziemlich starker Sound und sie haben auch ansprechende Stücke gemacht. Von den Arrangements waren die jetzt zwar, soweit ich das in Erinnerung habe, nicht wahnsinnig speziell oder aufregend, aber das haben sie durch ziemlich viel Spiel- bzw. Singfreude wieder wettgemacht. Und das ganz ohne alberne Tanzeinlagen, sondern doch eher Rockbandgehabe. War nicht schlecht! Nur „nothing else matters“, da hätt ich auch drauf verzichten können, irgendwie hab ich das schon zu oft in a cappella gehört. Sehr toll war dafür "bitter sweet symphony", Ich mag das Lied ja eh schon ziemlich gerne, aber in der Version wars noch n Ticken intensiever. Fein!
Leider habe ich mir durch deren „Spezialisierung“ von den unterschiedlichen Instrumenten mehr erwartet, zum Beispiel die Streicherfraktion (auch bei dem Positivbeispiel von grad), aber auch Blechbläser habe ich in anderen Gruppen schon authentischer erlebt. Das macht aber eigentlich nicht viel aus, den „gelebt“ haben sie das ganze sehr echt und so fühlte es sich dann doch wieder sehr authentisch an. Schon allein durch die Aufstellung, die immer in „Intsrumente“ und Sängerfraktion unterteilt war.
Nun ja, wie gesagt, ich muss noch mal in meine Notizen gucken, aber die kann man sich schon mal  bestimmt wieder anschaun. Waren nicht meine Favoriten, aber gut sind se allemal.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Ein Konzert mit Gewitter...

oder, ein Konzert mit Perpetuum Jazzile.
Und ganz vorne weg, ein Konzert mit Peder Karlsson (Gründungsmitglied und ehemals Bariton der Real Group). Aber der Reihe nach...

Vor einigen Tagen hab ich endlich mal wieder meine Konzertabstinenz brechen können. Und das gleich in Berlin. Und quasi fast noch vor meiner Tür. Fein :-)
Und dann noch mit einem in Deutschland einmaligen Konzert. Der Auftritt in der Urania war nämlich das einzige Konzert von Perpetuum Jazzile, bevor sie sich dann nach Amerika aufgemacht haben. Gefällt mir ;-)
Also hab ich brav in meinem Les-Mis-Chor Werbung gemacht, da sich das Konzert mit unser Probe gedeckt hat und dann auch genügen Leute abgeworben um zum einen mit einer netten Gruppe aufs Konzert zu gehen und zum anderen keine Probe zu verpassen, da die dann wegen zu geringer Beteiligung abgesagt wurde. So kann das ruhig öfter laufen ;-)

Als "Vorchor" gab es die J*zzv*c*ls aus Berlin. Ich hatte die schon letztes Jahr bei der Fête die la musique angeguckt. Und obwohl ich ja nicht so sehr für Pop-Jazz-Chöre zu haben bin, hab ich mich auch hier mal wieder zu einer Ausnahme hinreißen lassen. Der einzige Chor in diese Richtung den ich bis dahin gut fand waren Vocal Line, die auch nicht im entferntesten zu erreichen waren, aber es hat Spaß gemacht ihnen zu zuhören, klang schön und war auch diese Wiederholung wert.
Auch wenn nicht alles perfekt war und sie doch alle sehr unter Strom zu stehen geschienen haben (sagt man das so?) war es wieder ein nettes Konzert. Nicht das übliche schleppende schwergängige pseudogejazze mit immer den gleichen Popliedchen dazu. Kann man sich durchaus mal anhören wenn wieder ein Konzert ist. Auch wenn mir kleinere Ensembles immer viel lieber bleiben werden.

Zu hören gab es unter anderem etwas von der berühmten Jazz Band "The Beatles" ;-), den Soul Bossa Nova, den man auch schon von den Swingle Singers gehört haben kann (unter anderem in diesem Video, live in London und fast schon geflashmobt ;-) http://www.youtube.com/watch?v=GdHphy_OZGI) und wieder Stücke von Rajaton, als Chorvariante auch sehr schön, wobei da doch nie die Leichtigkeit der Originale erreicht werden kann.
Zu sagen bleibt auch, nicht jeder Chor muss komplett schwarz oder gleich mit Gospelschals behängt sein ;-) es geht auch schwarz-weiß ohne den Schulchoranblick zu erzeugen. Find ich gut.
Ein bisschen gucken kann man im Youtubekanal: http://www.youtube.com/user/jazzvocalsberlin


Nach einer kurzen Pause in der ich ein bisschen Werbung gemacht habe, endlich mal in eigener Sache ;-)
JEB... Jung und einsam in Berlin? Wir brauchen neue Männer :-D
Sollte ich mich mal ganz verzweifelt auf die Suche nach nem Mann machen, weiß ich jetzt wie. Einfach mit nem Flyer in der Hand los und Fragen ob er Sänger ist. Die meisten geben einem dann ihren Single-Status durch. Rede ich so undeutlich? ;-) Und erstaunlich viele reagieren dabei sehr erfreut. Ok, wenn man auf nem Chorkonzert ist, dann ist die Sängerdichte wohl auch größer als sonst, aber trotzdem. Ich werde demnächst mal wieder an geeigneter Stelle auf Werbetour gehen. Dabei hab ich doch grad erst zwei neue Bässe organisiert... nu ja, Tenöre sind ja immer noch Mangelware, es gibt viel zu tun...  Aber okeh, aber weiter im Text.

Nun gings ja erst richtig los, Perpetuum Jazzile.
Zuerstmal stand da so ein Synthesizer-Keyboard auf der Bühne, das hat mich ein bisschen irritiert. Bei a cappella gibts ja viele komische Zwischen-Instrumente (Flaschen, Plastik"bongs", Klobürsten, Mini-Bienenkörbe, Plastikbecher, Eier und manchmal auch ne Blockflöte) wo man sich drüber streiten kann, aber das war ja ohne Zweifel doch ein "richtiges" Instrument... nun ja, zum Glück war der nur ab und an dabei. Auch wenn er in den meisten Stücken trotzdem hätte weggelassen werden können war er ganz gut eingesetzt denke ich. Auf jeden Fall nicht zu aufdringlich, vielleicht ganz gut für die Diskostimmung...?

So, was gibts denn alles so sonst zu sagen? Auf jeden Fall, es hat mir echt Spaß gemacht. Wenn man weiter als Maßstab Vocal Line sieht, dann sind sie da zwar nicht ran gekommen, aber das liegt vielleicht auch nur an der Programmausrichtung. Wie gesagt, es hat sehr viel Spaß gemacht und das wars vielleicht auch... Ein bisschen einseitig auf Feiermusik ausgerichtet und für meinen Geschmack dann doch zu selten mit leisen ruhigeren Tönen, wo man dann auch noch andere musikalische Seiten hätte zeigen können.
Sie haben halt eher die Vielfalt der Party-Musik gezeigt, das ging von Bee-Gees-Medleys mit sehr prägnanten choreografischen Bewegungen (die zum Glück so gehalten waren, dass es wirklich schön anzusehen und nicht nervig wabernd war [wie ich das sonst so vom ein oder anderen Popchor kenne, wo mir dann immer eher seekrank bis schlecht wird...]) über slowenische Sommermusik (die mich sehr an dieses dragostea din tei - Lied erinnert hat) und südafrikanische Hymnen, bis hin zur Ode an die Freude (Joyful, joyful), Partymusik halt. Generell gab es viele Medley, so auch eins mit Broadwaymusik und Michael Jackson, der darf ja eh nie fehlen. Hier waren dann die passenden Accessoires parat und erklärten auch, warum beim klassischen Beginn noch alle Sänger die Hand hinterm Rücken hatten.
gezischel, das kann nicht nur an der Sprache gelegen haben ;-)) und vor allem Schwächen im Piano. Es macht halt doch einiges aus, ob man auch in leisen Passagen noch Kraft in der Stimme hat, und da hat es einigen Sängern drann gemangelt. Aber gut, ist ja auch kein klassischer Chor, aber dann sollten sie vielleicht die Ausflüge in die Klassik lassen. Für die ruhigeren Momente gibt es ja auch Popballaden und so. 
Eine der sehr wenigen Balladen war dann "True Colors", wo ich mich sehr an Glee erinnert gefühlt hab... und es war auch ziemlich schön, vor allem durch die Lichttechnik... denn da sind dann auch einige musikalische Schwächen aufgetaucht ich kanns an der Stelle gar nicht genau definieren, aber es klang nicht mehr dicht genug und gleichzeitig zerbrechlich, wie ich mir das bei einem solchen Stück vorstellen würde, sondern zu massig. Und vor allem die gemeinsamen Absprachen und ab und an die Intonation haben da gelitten. Aber es hat ja jeder seine Stärken, und bei denen liegen sie vielleicht einfach mehr in der Guten-Laune-Pop-Musik. Das haben sie jedenfalls wie gesagt sehr gut gemacht.
Natürlich gab es dann auch "das Gewitterlied" für alle, dies aus irgendwelchen Gründen noch nicht gesehen haben:

Schon vor den ersten Schnipsern hatte das Publikum die Sache erkannt und ist in großen Applaus ausgebrochen (der dem ein oder anderen hinter mir auch erstmal erklärt werden musste, hat halt doch noch nicht jeder gesehn)
Hier war dann schön zu erkennen, wie der Beatboxer am Rand den einzelnen Chorteilen die Einsätze zum Springen gab und anzeigte wann welches Geräusch zu machen war.
Ah ja, Beatboxer. Der stand übrigens die ganze Zeit mit einem Extra-Bass (der eher wie ein Bodybuilder aussah und mit einem extra Schummel-Mikro ausgestattet war, ja, is nun mal so...) am Rand. Die waren so ne kleine Sondereinheit (wie es sie innehalb der Stücke immer mal wieder gab, kleine Dreiergrüppchen, die zu Soloeinlagen nach vorne kamen). Natürlich gab es dann auch ein Beatboxsolo. Da ich ja sowas nun doch schon einige Male gesehen habe war ich nicht so beeindruckt wie der Rest des Publikums, aber die Idee war schon nett. Er hat uns mit Geräuschen aus seiner Kindheit, beginnend mit dem Herzpochen seiner Mutter, dann dem Rasierapperat seines Vaters und unter anderem auch der Straße vor seinem Elternhaus mit den verschiedenen Autotypen beglückt.
Ein weiteres Solo gab es dann bei "Ticket to ride" (hatten sie am Anfang wohl doch Recht mit der bekannten Jazz-Band), und zwar von Peder Karlsson. Wie ich ja ganz am Anfang sagte, das war eigentlich auch ein Konzert von ihm. Denn auch wenn er hier nun wohl sein eigentliches Solo hatte (in vorm von einer Beatboxeinlage), so war er sonst auch weit mehr als ein musikalischer Leiter, bzw. Dirigent. So viele Tanzeinlagen habe ich noch nie in einem Konzert gesehen, geschweige denn von einer Person alleine. Und allein schon dieses Rumgespringe und Gefeiere von ihm war das Geld absolut wert. Zum Ende dann noch eine Zugabe auf der "Handharmonika"... fein! Ich mag den Peder...
Der Chor hatte vorher aber auch noch seine Zugaben, irgendwie haben sie mit Applaus gerechnet... zum einen gab es "Gøta", eigentlich ja von der Real Group, aber da es eine Komposition von Peder Karlsson ist, war das gar nicht so verwunderlich. Ich muss sagen, sie haben ein schweres Erbe damit angetreten. Von der Real Group ist es einfach klasse, und deren Niveau haben sie damit auch nicht erreicht, es klang einfach viel zu massiv und hat eher mit Lautstärke als durch Brillanz bestochen. Aber ich glaube mit einem so großen Chor kann man es nicht viel besser machen, auch wenn sie alle ein bisschen nervös dabei gewirkt haben, Peder schien zufrieden und wenn man nicht weiß wie es noch so klingen könnte...
Zu guter Letzt gab es dann noch mal slowenische Musik. Laut Peder nur fälschlicherweise als österreichische bekannt geworden. Nun ja, ich weiß es nicht ;-) zum Glück bin ich trotz der Ohrwurmdrohung ohne Akkordeongedudel im Kopf nach Hause gegangen. Das war durchaus ziemlich witzig, aber ich denke jeder kann sch vorstellen was unter einem Medley der schönsten Akkordenmelodien zu verstehen ist, von mir aus kann es gerne slowenisch sein, solang es nicht als deutsche Musik verstanden wird und ich nie wieder in der S-Bahn damit genervt werde... :-D

War jedenfalls ein rundum schönes Konzert, ab und an etwas laut, aber da muss man mit dem Techniker reden und zum Spaß haben, abschalten und viel a cappella auf einmal zu haben schwer geeignet. Sollten sie also noch mal nach Deutschland kommen...
Und wer mal gucken mag, hier sind einige Fotos:
http://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150165557478023.349740.21555533022

Mittwoch, 24. November 2010

Spontaner Bambergausflug

Da ich jetzt erst etwa n Monat später zum richtigen Schreiben komme, merke ich grad extrem wie gut Stichpunkte sind! An ziemlich extrem viel hätt ich mich so ja sonst gar nicht erinnern können!

Im Oktober hat das telekomfarbene a cappella Bündnis mal wieder Nächte veranstaltet (magenta, wobei ich wirklich mal gerne wüsste wer sich das hässliche Männchen ausgedacht hat...)

Der eine positive Punkt, muSix sind dabei, der andere positive, Intrmzzo auch. Die wollte ich nämlich immer schon mal gucken.
Der eine negative Punkt, das alles is stark im Süden, und der zweite, an den Terminen wo ich kann ist die dritte Gruppe Six Pack, die mich noch nich so wirklich begeistern konnten (gucke)...

Nun ja, aber es gab doch noch einiges was dafür sprach da dringend mal dabei sein zu müssen:

  1. Die Bahn würdigt mal wieder den Tag der Deutschen Einheit und ich kann dank schneller nächtlicher Mehrfachbucherei für 20 Euro nach Bamberg und dann für 20 auch wieder zurück fahren. Zu zivilen Zeiten, durch, und überhaupt...
  2. Ich hätt zwar sogar ne Couch gefunden, aber es geht auch noch bequemer und trotzdem umsonst. Danke! :-)
  3. Aus Spaß an "Gewinnspielen" teilzunehmen ergibt schnell ne Eintrittskarte für umsonst.
So, also war das ganz zum Beispiel schon mal viel günstiger als die SPO-Sache ;-)

Also düse ich dann eines schönen 10. Oktobers nach Bamberg. Super vorbereitet wie ich bin, habe ich die Adresse des ganzen von der muSix Seite kopiert und mir eine gute Wegbeschreibung zugelegt. Und dann das ganze trotz der wieder mal komischer Straßenschilder (wer klebt die denn bitte immer wieder an die Hauswände!?) gefunden, das Theater erreicht... und nix is.
Falsches Theater. Hier ist Oscar Wilde!?
So, da meine Zeit aber knapp wird, renn ich leicht panisch um das ganze Dings rum und suche Menschen, die mir kompetent erscheinen. Und Tatsache, da hinten ist ein ganzer Haufen Leute, die fröhlich Autos mit Bannern und musikalischem Gerät beladen. Kompetenter gehts doch nicht...
Leider ist der einzige nicht tragende und daher abgelenkte Mensch ein Herr in Anzug und mit Handy, also höchst wichtig. Aber egal, die Zeit drängt.
Schnell angequatscht.
Ist das hier das Theater sowieso?
"Ja"
Müsste hier nicht a cappella sein?
"Nein"
Ahaaa...
Hilfe, wo denn dann?
Tja, also das ist wohl in einem ganze anderen Theater-Hallen-Dings (wie ich denn zu diesem Ort komme, hm hm, keine Ahnung!), aber da muss er auch gleich hin. Ob er mich mitnehmen soll...

Kind, steig nie bei fremden Männern ins Auto!

Ja, klar, kann los gehn! Wir ham ja keine Zeit...
Also ab die Post durch Bamberg. Wir klären kurz, dass ich mich nich dauern überall verlaufe, nur Berliner in Bayern halt keine Orientierung haben ;-) und dass er irgendwie mit den Bremer Symphonikern zusammenhängt. Wie weiß ich nimmer, aber er war wichtig.
So wichtig, dass ich ihn am Ende hindern musste mich nicht im Backstagebereich abzusetzen, sondern dann doch da bitte drann vorbei zur Abendkasse zu lotsen. Und sein Angebot mit der Freikarte dann auch ablehnen konnte, musste, was auch immer... Wobei, hätte man eine von den beiden dann nich noch verkaufen können? Dann hätte sich der Trip ja noch mehr gelohnt ;-)
Nun ja, nach einigem fröhlichen an der Abendkasserumstehens, was ich zum Glück nicht komplett alleine absolvieren musste, danke! ;-) Denn da der Ticketdrucker dann auf einmal kaputt war (kenne ich das nicht noch irgendwie ausm BKA?) mussten die Plätze von Hand vergeben und wunderhübsche Eintrittskarten selber gemalt werden... ähem ja. Sofort stürzte dann auch noch dMmddV (richtig so?) herbei um dem ganzen Einhalt zu gebieten, ich glaube aber er hats nicht geschafft...

Jedenfalls so landete ich dann doch sicher und noch rechtzeitig in der halle. Mitte, Mitte, Mitte. Und um mich rum eher so niemand. Vor mir waren fünf Plätze frei, und rechts von mir auch ne ganze schöne Lücke. Aber puh, jemand kommt von links. Trotzdem, ich fühl mich sehr präsentiertellerig....
Und dann gehts auch noch los mit Six Pack. Also, wenns mir nicht gefällt, nicht zu böse gucken! Damit hab ich ja leider so manchmal meine Probleme... Nun ja, man soll ja nicht gleich den Teufel an die Wand malen, also harre ich der Dinge die da kommen und frage mich ein bisschen, was die eigentlich mit dem ganzen Spielzeug da auf der Bühne noch so vor haben...
Erstmal werden die Töne mit Flaschen aus einem bereitstehenden Bierkasten angegeben, da kommen doch leichte Assoziationen an das Glas Blas Sing Quintett hoch ;-)
Und los gehts. Mit einem Abschiedslied. Gute Idee, denn schon da reichts mir eigentlich. Ne ziemliche maue Bühnenpräsenz, schon irgendwie die richtigen Töne, aber trotzdem nicht so wirklich überzeugend und auf Anhieb hab ich da keine Stimmen bei die ich irgendwie faszinierend oder wenigstens toll fände. Zudem winken die Herren ihren Freunden und Eltern (oder wem auch immer?) im Publikum zu. Hm... muss das sein? Also von mir aus können sie nun wieder gehen. Leider war das wohl nicht der Plan und weiter gehts.
Es gibt Gejodel (was ich von Nichtbayern ja schon weitaus besser gehört habe), ziemlich langsames Geschuhplattel (oder wie auch immer) und ein ziemlich anstrengendes "highway to hell". Irgendwie sind da ab und an vielleicht mal n paar ganz nette Ideen bei, aber nix was mich vom Hocker reißen würde, es ist eher langweilig. Auch wenn der Großteil vom Publikum total abgeht und scheinbar die vollendete Erfüllung findet (eine Dame vor mir versucht mindestens fünf mal ne Laola-Welle zu starten, scheitert aber kläglich. Hat auch ne ganze Weile gedauert bis ich ihre komischen akrobatischen Übungen als eben dies deuten konnte...). Abgesehen halt von mir und den zwei Typen die dann irgendwann weiter weg neben mir sitzen. Der eine hockt gelangweilt neben seiner Frau und guckt mich mitleidig an, der andere is wohl blöderweise von ner Zeitung und sollte Fotos machen, schläft aber fast ein... Bei "Hijo de la luna" im Opernverschnitt wacht er dann aber doch wieder auf. Da kann man nicht so gut bei schlafen ;-) Die Idee ist ja ganz nett, und der Typ singt auch irgendwie ganz gut da in diesen weiblichen Höhen, aber für meine Ohren klingt das nicht. Witzig, anfangs, aber wenn der Witz sich dann nach n paar Takten gegessen hat, dann bleibt nix anderes mehr, aber das Lied geht dann noch etwa fünf Minuten weiter. Und das is dann das Problem vom ganzen. Für Musik reicht es nicht. Die meisten "witzigen" Sachen von Stefan raaR, z.B., kann man sich ja auch nicht wirklich anhören. Und meistens is es dann leider auch noch nicht mal in der Idee witzig. Wir kommen nämlich zum Beispiel zu "Ohne dich schlaf ich heute Nacht nicht ein... " oder wie auch immer es heißt. Münchner Freiheit (?) Da war doch mal wer, der meinte jede a cappella Gruppe würde sich anhören wie die. Hmmmmm! Jedenfalls is das dann für mich das totale Ende, ich sterbe langsam auf meinem Präsentiertellerplatz vor mich hin, und die Bayern um mich rum rasten fast aus. Gruselig! Das sind schon fast gospel-religiöse-Momente um mich rum.
Toppen kann das nur noch die Ansage von der Bühne, dass manche im Publikum scheinbar nicht genug Spaß haben, auf die hin sich dann der eine Typ los in die Stühle macht. Ich überleg schon fieberhaft was ich tue, ohne Spaß zu heucheln aber auch ohne die Band total zu blamieren... aber netterweise begibt der sich dann zu wem, der wohl nicht ganz so extrem lustlos aussah wie ich (puuuh! Glück für alle), denn der läst sich noch zum Mitsingen animieren, aber übersehen gehabt haben kann man mich eigentlich nicht... Nu ja, dann is es endlich vorbei. Puhh!
In der Pause hatte ich dann auch noch ein kurzes Gespräch mit dem Herrn zu meiner Linken, der so unbegeistert neben seiner Freundin gesessen hat. Ich hab ihm Versprochen, dass es nach der Pause besser wird, denn er war ernsthaft um seinen und meinen Abend besorgt...
Nun ja, es kann einem halt nicht alles gefallen. Aber nachdem ich mir grad auch mal deren Homepage angeguckt habe.. das macht es nicht wirklich besser! Abgesehen davon dass ich sie total überladen und unorganisiert finde, von welchen
gepflegt-distinguierten Frack- und Zylindertruppen
mit denen sie nicht vergleichbar wären reden die da? Bei den doch ziemlich vielen Gruppen die ich so in meinem Leben gesehen hab (muss ich mal wieder nachzählen gehen) waren herzlich wenige im Frack dabei, und Zylinder hab ich glaub ich noch nie auf der Bühne gesehen (außer früher im Zirkus).
Aber
Absonderlicher Männergesang
ja, da haben sie dann schon Recht ;-) Und ich sehe grad, dass die zu Silvester auf der Aida sind. Mein Glück, dass ich da wieder zu Hause bin. Oh mein Gott. Man stelle sich das mal vor!!

Nun ja, nach ner kleinen Pause waren dann muSix dranne. Die Ansagen des Herrn Peter Martin Jacob waren ja vorher schwer unberauschend, aber hier hat er sich erstmal ganz gut geschlagen. Hat über Berlin, Graz und Sendenhorst geredet und man konnte es als geglückt betrachten. Dann musste er aber doch noch schnell das irgendwie den Männergesangsverein aus Ostberlin unterbringen. Hmm... das hätt nich müssen sein!
Wie dem auch sei, manchem Menschen kann man nicht ändern ;-), los gings dann mit "Pure Shores" und ich war schon schwer angetan von der begeisterten fast atemlosen Stille um mich rum. Die Leute fanden es klasse! Und nach dem was ich da so vorher an Krams erlebt hab, hätte ich gut und gerne an totale Geschmacksverirrungen im Bamberg geglaubt!
Bei "Let me entertain you" ist um mich rum sogar ein richtiger Patrick Fanclub entstanden, die konnten ja schon gar nicht mehr an sich halten, so begeistert waren die von seiner Beatboxerei. Find ich ziemlich gut :-)
Dann wurde sich auf der Bühne wieder fröhlich gedisst, wobei sich André diesmal dann gleich bei Anspielungen auf sein Alter von der Bühne verabschiedet hat. Hm, wie war das mit der Supervision und der Gruppentherapie? ;-) Hat bei der Ferienbande doch auch geholfen...
Dann gab es nämlich extra für dMmddV das 80er Medley. Manchmal frage ich mich da dann schon, wie Till sich seine "Opfer" aussucht... wenigstens n kleines bisschen günstig zu erreichen sollte doch drinn sein, oder? ;-) Und die Sitze da waren halt nun mal nicht soo weit auseinander. Nun ja, es endete also in einem fröhlichen hin und her gequetsche, was dann auch nicht jeder pünktlich zu seinem Einsatz bei der Dame des Herzens und schon gar nicht aufm Weg zurück zur Bühne bewältigen konnte. Nach einigen türkischen und südafrikanischen Vuvuzela-Ausflügen gab es dann "Batallion d'amour" was erstaunlich viele Leute um mich rum kannten, und alle schön andächtig lauschten. Was dann auch endlich mal wieder ne schöne Stille nach dem Lied mit sich zog, und nicht dieses grässliche sofortige Zerklatschen auf Teufel komm raus.
Trotzdem hab ich mich da dann ein wiederholtes Mal gefragt, ob der ein oder andere Herr auf der Bühne vielleicht doch nicht so ganz ausgeschlafen ist. War zwar nicht schlimm oder sonderlich auffällig, aber für den etwas geübteren Betrachter ;-) sind da doch einige kleine Unachtsamkeiten in Bewegungs- oder Tonabläufen aufgefallen, die das ganze zwar weiterhin ein tolles Konzert haben sein lassen, aber nicht unbedingt das beste was die Jungs je geboten haben.
Aber die armen Bamberger hatten sich ja schon an ganz anderem erfreut und waren so völlig zu recht wunderbar begeistert, um mich rum wurden bei Patricks Beatboxsolo die Münder in Scharen aufgerissen und wieder gab es aus verschiedensten Ecken zu hören, dass das ja wohl gar nicht er alles alleine machen könne. Gut, dass der Kenner gleich in der Nähe ist und den Leuten dann in der Pause mit Rat, Tat und Werbung zur Seite stehen kann. Ich muss sagen, das mache ich echt sehr gerne :-D
Meine Angabe mit keinem in der Band zusammen zu sein wurde mir aber irgendwie nicht so recht geglaubt, vor allem als ich dann doch mit einem hereinkrabbelnden Till auf einen anderen Platz gewechselt bin. Nun ja. Gut fanden sie ihn ja trotzdem.

Weiter ging es dann mit Intrmzzo. Die wollte ich ja schon immer mal sehen, hab ich glaub ich zu Anfang schon erwähnt ;-) absurdes aus Holland, und eine Klobürste würde zum Einsatz kommen, mehr wusste ich nicht.
Zu Anfang gab es leider einige Tonprobleme, da war immer wieder eine Stimme weg, ein Mikro zu laut und irgendwie alles etwas übersteuert. Ich hatte mich schon gesorgt, dass das nun den Rest der Show so bleiben würde (denn das es da einige Probleme gibt, da wurde ich schon vorher drauf vorbereitet) aber zum Glück hatte dann der Mensch am Ton doch noch ein Einsehen und alles hat sich wieder eingependelt. Jedenfalls für meine Ohren.
"Hallo wir sind Intrmzzo aus Holland" Ja, diesen Satz gab es dann noch ne ganze Runde öfters zu hören, dass der Holländer an sich gerne mit seinem Akzent spielt weiß man ja. Aber irgendwie ist es halt auch jedes Mal wieder süß und sie wickeln einen damit sofort um den Finger. Ganz schön fiese Sache das. Wir wurden über die verwendeten Instrumente informiert, neben der (rosanen!) Klobürste wurde mir dann ein Minibienenkorb, ein goldenes Ei und ein verschluckter Plattenspieler vorgestellt. ja, sowas hat nicht jeder.
Aber auch ein Mitsinglied das dann doch immer schnell ne Wendung vor dem Mitsingteil macht, sodass das Publikum auf ewig umsonst hofft, das kann nicht jeder. Was auch nicht jeder kann, ist ernsthaft im Kreis stehen und sich dann gegenseitig mit bunten Plastikröhren sowas von auf die Schädel dreschen, die zum Glück behelmt sind. So merkt keiner welcher hohl klingt und alle kommen, hoffentlich, relativ unbeschadet aus der ganzen Sache raus. Wobei das natürlich aber auch die eine oder andere absurde Idee erklären könnte. Aber weil man sich das so schwer vorstellen kann, hier noch ein Foto von der Homepage (und hier die Adresse des Fotografen, ich hoff ich hab die holländische Anweisung richtig verstanden: www.lindavdbroek.com) Und was man dann nicht sehen kann, das ganze hört sich auch noch ziemlich gut an! A cappella ist es dann aber nicht mehr. Und auch kein vocal pop ;-) egal was manche sanfteren Gemüter dazu meinen....
Dann gab es noch die Musik zum Paten (was ein Glück, dass ich nun auch endlich diese Wissenslücke gefüllt und die Filme gesehen habe, wobei ich die Musik natürlich bitte auch so schon kannte). Dazu haben sie ästhetisch sehr wertvoll mit den Fingern an den Lippen rumvibriert. An denen ihrer Nachbarn. Lecker! Hoffentlich wird da vorm Konzert eine ordentliche Händewaschorgie abgehalten. Dass sie sich untereinander sehr gern haben durfte man dann durch kleine Annäherungsversuche innerhalb der band merken (Three times a lady, von Lionel Richie, sehr schön, so von Mann zu Mann...) Dafür gibt es dann aber im Gegenzug leichte Verständigungsschwierigkeiten mit dem Publikum. So kam Clemens (der sich dann gegen Ende bei der hundertsten Ansage "hallo wir sind Intrmzzo aus..." doch noch als Deutscher outete und plötzlich seinen Akzent verlor) zum Beispiel gar nicht so richtig zu seiner Beatboxerei, weil das Publikum einfach zu Klatschen anfing und ihn irgendwie nicht "zu Wort" hat kommen lassen. Auch wenn er sich nach dem Konzert da doch mehr als verwirrt zu geäußert hat, da lies er sich nicht groß was anmerken und hat es dann gekonnt und ziemlich charmant gelöst, sodass er dann doch noch zeigen konnte was er drauf hat. Und das ist was. Vor allem der Plattenspieler in seinem Bauch ;-) Ein ähnliches Problem gab es dann, als einer im Publikum partout nicht aufhören konnte zu lachen und so im Gegenzug auf der Bühne einen leichten Lachkrampf ausgelöst hatte, was dann doch zu gewissen Verzögerungen und allgemeiner Erheiterung geführt hat. Das hab ich aber auch noch nicht gesehen, wenn dann bringen sich die Herren (und Damen) auf der Bühne doch meistens (und manchmal scheinbar auch sehr gerne) eher gegenseitig in solche bedränglichen Situationen...

Nun ja, was lässt sich da schlussendlich zu sagen? Stimmlich war für meinen Geschmack nicht alles perfekt, aber es war absolut sympathisch. Die vier hatten eine ziemlich starke Präsenz, man hing ihnen quasi an den Gesichtern, was auch ziemlich wichtig ist, denn da geht ne ganze Menge ab (durch meinen neuen, doch eher seitlichen Platz musste ich mich da dann an einigen Stellen auf Tills Dolmetscherei verlassen, denn das konnte ich dann so schräg leider nicht mehr alles sehen, aber so hats auch was ;-)). Manchmal war das ganze dann doch aber sehr unter der Gürtellinie. Ich bin mir da mit mir selber irgendwie nicht einig, ob das zu viel war. Vielleicht war es alles noch im Rahmen, so lange man es zum ersten Mal sieht. Ich weiß nicht, wie witzig (und ja auch schon beim ersten Mal irgendwie sehr vorhersehbar) ich die Sache mit den weiblichen Eskimos so finden würde... (und ich verrate es jetzt mal nich *g*)
Ziemlich süß und ein weiterer Punkt in die absolut liebenswerte Ecke war dann die Aktion, dass das ganze Publikum ein Ständchen singen musste/durfte und dabei von der Bühne aus gefilmt wurde, denn der eine Sohnemann hatte Geburtstag und Papa war ja doch eher weiter weg von zu Hause. Das ist doch mal ein nettes Geschenk. Wenns nicht jedes Jahr vorkommt...
Also, kann man sich definitiv angucken. Man muss halt aber auch mehr als "nur" Musik haben wollen, nämlich ziemlich viel absurdes Beiwerk und den ein oder anderen harten Witz. Und ich hab ja auch nur grob ein drittel des ganzen Theaters gesehen... Einmal würd ich mir das dann auch schon noch komplett "antun" sie können gerne mal nach Berlin kommen!

So, nun noch etwas aus PMJs Moderatorenzauberkiste. Denn wenn man ein Gewinnspiel macht, dann bekommt man E-Mails mit Geschichten von Leuten. Die aber bestimmt nicht damit rechnen, dass man die dann im Saal erzählt...
Da erzählt er von der Frau, die letztes Mal mit ihrem Freund da war. Damaliger Freund. Jetzt ist sie wieder da, und würde gerne Männer sind Schweine hören. Na, wo ist sie denn? Ob ihr Exfreund auch da wäre... das weiß sie dann nicht. Und der meldet sich natürlich auch nicht.
Dann fragt er nach der Frau, die doch unbedingt Laolawellen für Six Pack machen wollte. Tja, sie hat schräg vor mir gesessen, ich habs gemerkt.

Nun ja, irgendwann hat dann auch dies ein Ende und damit auch das ganze Konzert. Schön wars. Durchwachsen aber schön.
Und da man sowohl von Peter, als auch von Martin und Jacob nicht genug bekommen kann, gehts dann noch zu einer kleinen Nachfeier auf deren Zimmer. Und tatsächlich hat jeder von denen ein eigenes Bett. Erfolgreicher Manager müsste man sein ;-) Aber es gibt auch andere Qualitäten. Ich kann nämlich seit neustem mit meiner Faust pfeifen (ihr wisst schon was ich meine) und damit schindet man in einem ruhigen Moment auf einmal ziemlich Eindruck und hat dann nen Haufen Männer um sich sitzen, die das lernen wollen. Mensch... hätt ich das früher mal gewusst!
Als dann noch dank Witzebeauftragtem Christian die verschiedenen Betttypen durchgenommen wurden und auf einmal die Frage im Raum stand, ob man sich in einem Hochbett überhaupt hochschlafen kann, oder ob flachlegen da einfacher ist, haben wir uns dann doch langsam verkrümelt und mit dauerduschenden Hotelgästen befasst. Immerhin hieß es für die anderen dann doch schon um 9 Uhr Abflug.

Da mein Zug aber erst kurz nach 12 ging hab ich dann das Essen genutzt und mit dem Manager und der Praktikantin ;-) bei nem zweiten Frühstück n bissel Zeit geschindet und gefachsimpelt. Dann hab ich mich zum Bahnhof bringen lassen und dort dann gemerkt, dass ich doch zu wenig Bücher mit hatte, denn plötzlich war es leer, bzw. voll, also zu Ende, der Zug dank Deutscher Bahn Manier aber noch lange nicht da.
Aber auch diese Zeit kann man sinnvoll nutzen, denn scheinbar sieht man mir meine Bahnerfahrung an. So hab ich dann einen ernstzunehmenden Geschäftsmann unter meine Fittiche genommen und ihm erklärt wie sein Ticket funktioniert, wie so ein Zug fährt und was der Schaffner alles so macht. Ok, nicht alles davon, aber so einiges. Und noch vieles mehr. Zum Beispiel über wichtige a cappella Gruppen (und das sogar auf Nachfrage). Und was Beatboxen so eigentlich ist (dabei meinte er sich die WM sogar angeguckt zu haben). Sein Sohn würde das nun nämlich lernen.
Denn Herrn hab ich dann sicher an seinen Platz gebracht, gezeigt wo der Strom ist und wie das Netz im Zug funktioniert (auf die muSix Seite hat ers dann von alleine geschafft *g*)
Hinsetzen, diese Stichpunkte hier schreiben und schlaaaaafen. hach schön wars :-)
In Berlin dann nur noch meinen neuen Freund in ein Taxi packen und ab nach Hause. Videoabend hat ja noch gewartet ;-)

Dienstag, 24. August 2010

Die drei ???

Jetzt war ich am Samstag bei meinem ersten Weltrekord dabei!
Mit weit mehr als 15.000 anderen Verrückten in der Waldbühne, um Justus, Peter und Bob live zu sehen.Und es hat sich sowas von gelohnt! Meine zwei Dresdner Mitbewohner waren extra gekommen (dabei sind das ja gar keine ??? Kassettenkinder, sondern wurden erst auf der Grazreise im Auto damit so richtig konfrontiert)

Was kann man da groß sagen? Drei Mädchen (wers nicht versteht guckt sich bitte mal bei der Ferienbande um) in der Waldbühne.
Grob gabs den seltsamen Wecker. Aber mit soo viel mehr (was durchaus nicht immer jugendfrei war!) und das war nicht nur Nacktyoga, Fruchtbarkeitsbalken und sehr romantisches Karaoke.
Bob und Peter sind gar nich mal so schlechte Sänger ;-) aber Achtung! Ganz gruselige Ohrwurmgefahr!
Auf alle Fälle, es war herrlich zu sehen was alle Leute auf der Bühne fürn Spaß hatten. Und es war auch einfach enorm beeindruckend wie voll die Waldbühne so sein kann! (Bei den Wise Guys wars ja eher ärmlich...)
Ich hab da ne ganze Ecke Fotos gemacht, wer mag kann ja mal in das Fotoalbum gucken, so müsste man sich das auch als Nicht-Facebooker angucken können.
Da ist eigentlich schon durch die Untertitel alles gesagt. Es war unglaublich toll! Das nächste Live Hörspiel kann kommen :-)

Freitag, 5. März 2010

A cappella frei? - Teil 2

So, die Hausarbeiten haken mal wieder, also kann ich mich mit meinem letzten Monat weiter befassen ;-)

Ganz a cappella frei war sie bis jetzt ja noch nicht, und am 20. gabs auch noch mal kurz ein kleines a cappellariöses Aufblinken...
muSix waren zur Halbzeit Pausenuntermalung beim Basketballspiel Alba gegen Bonn...
(Und komischerweise stand ich vor dem Spiel sofort wieder bei einem Haufen Fans, da wo die Trommeln und alles gelagert werden. Ich sollte mir Sorgen um meinen Umgang machen *g* immer nur diese verrückten Groupies!)
Und nu ja, man kann sich ja auch mal son Basketballspiel angucken ;-) Ich muss sagen, das war gar nicht mal so übel. :-) Alba hat gewonnen, aber sowas von eindeutig, dass mir dann im dritten Viertel doch n bissel langweilig war, denn da war die Aufregung wegen der Jungs ja auch schon wieder vorbei (und ja, ich bin immer aufgeregt, wenn für mich selber doch eigentlich gar kein Grund besteht...)
Aber trotzdem, mir war regeltechnisch alles klar (glaub ich), ich hab den Ball die ganze Zeit sehen können, wo ich doch erst Angst hatte, dass das für meine müden Augen alles zu schnell geht, und irgendwie macht es auch Spaß mit (zumindest theoretisch) 14.500 Leuten rhythmischen Krach zu machen :-) Die Klatsche liegt noch hier und will gerne mal zu nem richtigen Konzert... dann klatsch ich mir wenigstens keine Blutergüsse mehr aufn Handrücken (was gerne mal passiert, wenn man sich von nem Schlagzeuger zu gewissen Klatschaktionen hinreißen lässt).
Und die Jungs waren natürlich auch klasse. Sehen kann man das ein bisschen hier:

Natürlich geht es da jetzt mehr um Atmosphäre und so als um das Bild an sich ;-)
Und auch wenn ich die Jungs da die ganze Zeit nur von hinten gesehen hab, das hat natürlich auch mal was, vor allem aber Seltenheitswert :-D
Und so war ich dann nebenbei mal in der o2World (muss man wohl mal...) und gleich noch auf den super Plätzen. So konnte ich dann meiner absoluten Baskteballfreundin Lena dann doch noch was neues zeigen, auch wenn ich da ja selber keine Ahnung hatte, aber immerhin war ich durch diesen speziellen Eingang und alles dann auch nicht die einzige. Denn den Eingang hatte sie dann als "Normalsterblicher Dauerkartenbesitzer" auch noch nie benutzt...

Als musikalischer Gegenpart war ich dann am Mittwoch davor noch mal kurz in der Philharmonie. Das kann man auch mal wieder öfters machen. Vor allem wenn es nicht so teuer ist ;-)
Nur immer wieder das gleiche Problem: Ich weiß, dass mindestens die Hälfte der Leute im Gammeloutfitt kommt, aber das passt mir auch nicht. Also, wie finde ich ein gekonntes Mittelmaß? Vor allem, wenn die Leute mit denen man da ist sich jeweils für eins der beiden Extreme entscheiden? Nu ja, dank Superheldenmitbewohner Annika hab ich auch das Problem gelöst und konnte so mein für unsere eigenen Konzerte neu erworbenes schwarzes Kleid doch noch mal anziehen. Juhu.
Und danach meine Premiere in Clärchens Ballhaus, wo ich ja sonst irgendwie immer krank war wenn da wer hin wollte. Nu, is ganz nett :-) und meine Taktik zum Nichttanzen erfordert zwar einige Erklärzeit und so, aber es hat geklappt, ich bin drumrum gekommen. Und alle die vor den Kopf gestoßen wurden scheinen mir nicht auf Lebenszeit böse bleiben zu wollen. Puuuh.

So, und dann sollte man in einem so reisearmen Monat natürlich noch selber was Musik machen.
Ich hab ja meinen Chor, aber das ist ja ein Massenprojekt. Und der Maybebop-Fanclubchor macht auch total Spaß, aber irgendwie bin ich immer auf der Suche nach ner Gruppe, mit der man auch im kleinen Kreis richtig gut Musik machen kann. Halt alle so auf gleicher Ebene, dass es einem auch selber was bringt (also auch musikalisch, nich nur der Spaß) und man was erarbeiten kann. Aber halt trotzdem nix wo die Leute unbedingt mit auf die großen Bühnen dieser Welt wollen, denn da hätt ich zwar an und für sich auch kein Problem mit, aber mit mir Nichtsotanzmaus wär das vielleicht dann für die anderen doch eins ;-)
Nu ja, jedenfalls gabs bei acappella-online eine Anzeige, dass drei Mädels noch n Alt brauchen und dass es mehr zum eigenen Spaß und Weiterentwicklung sei.
Nu, klang super und fragen kost ja nüscht, ne?
Jednefalls war ich dann Anfang Februar da und es war auch sehr nett. Aber irgendwie bin ich dann wohl doch überqualifiziert gewesen was Lerntempo, Proben- und Ensemble- und Musikerfahrung an sich angeht. Mist, die Suche darf weitergehn... Aber ne Erfahrung wars allemal wert :-) Und so richtig schlecht fühlt man sich in dem Fall dann auch nicht.

Und damit dann doch noch ein weiteres "richtiges" Konzert dazukommt, war ich dann noch bei Viva Voce, da werd ich bestimmt auch noch mal was kurzes zu schreiben.

Nu ja, so ist dann ein komplett in Berlin verbrachter Februar doch noch rumgegangen und war dank vieler schöner Begegnungen, wenig, aber dafür wohldosiertem a cappella Konsum, viel Musik und interessanten neuen Erfahrungen doch durchaus sehr schön und gar nicht so dröge wie ich den Januar über befürchtet hatte ;-)


Und der März hat mit Mutter-Tagen, Exentreffen und schönen Feiern bisher gut angefangen und wird dank einem kleinen aber feinen Ausflug nach Lübeck, diversen Probenfahrten und eigenen Konzerten bestimmt auch weiterhin sehr toll werden. Nur, bis jetzt bloß ein "fremdes" Konzert in Planung, das sieht schon etwas bedenklich aus... nu, ma schau was kommt!

Montag, 22. Februar 2010

A cappella - frei? Teil1

Wer behauptet ich fahre immer nur durch die Gegend und gehe auf a cappella Konzerte? Absolute Lüge :-D

Zum einen gucke ich mir diesen Monat mal an:
Keine einzige Zugfahrt! Wenn man mal Regionalbahn innerhalb Berlins abzieht, weil die S-Bahn mal wieder nicht will.
Kein Mal aus der Stadt raus! Hilfe... ich werde sesshaft :-O

Ok, aber immerhin gab es neben zwei absolut tollen eigenen Konzerten (endlich auch mit neuer schwarzer Klamotte *g*) zum Beispiel auch noch ein gewisses muSix Konzert, was durchaus erwähnenswert und für mich nicht so sonderlich sesshaft war.
Zum einen, mein 50.! Jubiläum... da hat sich schon gut was gesammelt. Und auch wenn jedes höchst besonders und einzigartig war (ich bin mir sicher mit Zettel und Stift noch alle sehr gut zusammen bekommen zu können! Wenn mir nich die komischen Namen von kleinen brandenburgischen Orten ab und an entfallen würden...), das war noch mal ne ganze Ecke besonderer...

Eigentlich hätt ich ja gar nicht hingekonnt, denn da die beiden Tage danach meine eigenen Konzerte waren, hatte ich an dem Tag Hauptprobe.
19-22 Uhr Lindenkirche, in der Wabe wären muSix um 21 Uhr losgegangen. Und Berlin is bekanntlich groß, das ganze spielt sich an recht gegeteiligen Enden ab, eine Stunde fahrt ist zu planen, wir befinden uns in der Eiszeit und Berlin ist ein Gletscher... alles höchst gute Voraussetzungen, will man meinen.
Zum Glück wurde ich dann überzeugt, dass es für den kommenden Welterfolg natürlich absolut unabdingbar ist, dass ich beim Konzert dabei bin.
Und da ich braves Kind sonst immer schön bei den Proben war, stand dann auch fest, dass ich mich da 20 Uhr verabschieden darf und einmal quer durch Berlin hetzen kann, um kurz vor zu spät in die Wabe zu stolpern.
Dann fangen wir also an mit zusätzlichen Terminen: 13Uhr in der Lindenkirche Podeste aufbauen und bitte 16 Uhr Wabe, auch beim Aufbauen helfen und Hände leihen... (nach hinten natürlich am liebsten möglichst lang, aber 18 Uhr sollte Abflug sein, damit ich pünktlich in der Linde sein kann...)
Mach ich alles sehr gerne, und n bissel mehr fahren ist ja auch kein Ding, wenn ich zu Hause eh nich zu groß was kommen kann. Und dann hab ich ja immerhin den Weg für Abends schon mal getestet und sollte das dann auch im Stress noch hinbekommen.

Nun ja, Podeste aufbauen Nummer eins und alles sortieren klappt super. Hab viel zu viel Zeit um zur Wabe zu kommen. Da gehts dann langsam los, Stühle schleppen und aufbauen, Leitern halten, Mikrofonkabel ziehen und verschieben und lerne, dass man als Frau wohl immer Wimperntusche bei haben muss, damit das mal im Notfall nem Mann leihen kann... Und dann is es schon 18 Uhr, weggehn sowohl körperlich als auch seelisch nicht möglich.
Zum einen fängts grad an hoch her zu gehn und durch das Eis draußen brauch ich für den Weg etwa ne halbe Stunde länger, was faktisch eine Probenzeit von Null ergeben würde, wenn ich pünktlich wieder in der Wabe sein will...
Nu denn, ich werd zum Testpublikum rekrutiert und darf zugucken wie gefühlte hundert mal "Pure Shores" gesungen wird (was ich aber immer noch sowas von gerne mag :-) !) und zwar in den merwürdigsten Positionen, denn für die Kamera darf man sich bitte so wenig wie möglich bewegen... wozu genau das nun am Ende gut war hab ich nich ganz kapiert (auch wenn ich dank dem Regisseur einen guten Blick auf das "Display" hatte, was wirklich super interessant aussah), denn dauernd wurde betont, dass man damit halt keine bewegten Bilder aufnehmen kann, und das ganze für irgendwelche Unschärfen benutzt werden wird. Also bitte singen (und zwar gut) aber ohne Bewegungen, dann bitte alle mit den Schuhspitzen an dieser Linie ausgerichtet, und bitte der letzte Mann noch nach vorne und der mit der Glatze noch näher an den Sänger (und was machen die anderen vier?)... Tja, Namen merken is nicht leicht ;-)
Auch "Smooth" wurde dann bis ins kleinste auseinander genommen, und in einer komisch verschobenen Aufstellung gefilmt, ich komme in die wunderbare Rolle des Testpublikums, damit es dann auch später "echt" aussieht... Tja, ich grinse ja gerne, die Jungs legen sich auch ins Zeug und ich sterbe fast, denn es gibt von hinten die Ansage ich soll nicht lachen, damit ich die Herren Sänger nicht zum Lachen bringe. Hallo? Herr Filmemacher, wer bringt hier wen zum Lachen? Also ich war definitiv unschuldig...
Plötzlich ist es dann schon kurz vor 20 Uhr, um halb soll ja Einlass sein, und es wird bemerkt, dass die Stühle umgestellt werden müssen... Der beste Zeitpunkt um abzuhauen und Pizza für die versammelte Mannschaft zu holen ;-) Nun ja, Fastfood ist relativ, aber wir schaffen es etwa viertel vor wieder zurück zu sein (und ohne uns in als vermeintliche Notausgänge getarnten Sackgassen auszusperren). Nun ist alles umgeräumt, Einlass kann mit Verzögerung dann auch doch noch anfangen und meine Mädels haben es gut her geschafft.

Mein Konzert mit der größten Anlaufphase (abgesehen von der Fahrt nach Dortmund letzten Mai) kann anfangen :-)
Mein 50., Aufnahme für die Live CD, Videoaufzeichnungen und die Premiere vom Michael-Jackson-Meldey, was ich schon partiell immer mal wieder im Soundcheck genießen durfte (und halten wir mal fest, es ist kein Strebertum sich die Noten für den Chor noch mal durchzugucken wenn man grad kurz nix zu tun hat, aber dafür ja grad nebenbei die Hauptprobe ausfallen lässt, oder? Egal was gewisse Herren behaupten wenn sie Gelaber ins Mikrofon von sich geben...), und das ganze mit einem absolut tollem Wabe-Publikum. Ein toller Tag! :-)

Die beiden Tage danach waren dann mit meinen eigenen Konzerten wie gesagt auch gut ereignisreich, vor allem da ich mich plötzlich entschieden hatte krank zu werden und beim Einsingen für die Generalprobe dann auch erst mal fast umgekippt wäre...
Nu ja, es lebe das Adrenalin und meine Eigenschaft vor Konzerten dann doch immer noch die Kurve zu kriegen... das Feiern nachm zweiten Konzert hab ich mir zwar gespart, aber sonst alles doch noch super überlebt und es hat einfach wunderbar viel Saß gemacht.
Tolle Leute, toller Chor, toller Leiter, tolle Bläser, tolle Solisten, tolles Orchester... und vor allem tolles Requiem... ich würd so gerne noch mal!


Tja, um diesen Monat wie gesagt reiselos zu halten bin ich dann die Woche danach konzert- und bahnlos zu Hause geblieben.
Aber zum Glück nich komplett ereignislos ;-)

Montag, 18. Januar 2010

Ass-Dur im Heimathafen

Gestern war ich ja mit meiner Mitbewohnerin bei Ass-Dur und es war absolut super!

Ich hab ja manchmal Angst, dass ich irgendwie ein unlustiger Mensch bin, weil ich über eigentlich keinen "Comedian" oder so wirklich lachen kann, halt über alles was wirklich lustig sein soll (und halt nicht unfreiwillig komisch oder ein Insider ist), weil ich wenn, dann son bissel in mich rein schmunzel ;-)

Aber nein, ich kann doch.
Es ist zwar definitiv immer am witzigsten für mich, wenn das ganze nen musikalischen Bezug hat (und es eventuell auch nicht jeder versteht ;-)) aber auch alles andere hat mir super gefallen und ich hab definitiv laut gelacht. Nicht nur über die Lachen ausm Publikum und die Witze über Neukölln, sondern über alles.
So, will ja nix groß vorweg nehmen... ;-)

Auf alle Fälle habe ich jetzt die CD, und wir planen zur DVD-Aufnahme in die Bar jeder Vernunft zu gehen. Auch wenn ich ja meine persönlichen Erfahrungen mit DVD-Aufnahmen habe *g*

Es geht um Musicals und Leitmotive, gibt ne Menge Antiwitze, die Bahn kommt vor, es wird böse geguckt, gebacken, gezaubert, sich umgezogen und Hände fast gebrochen...
Für jeden was dabei ;-) und Geburtstag haben kann so schön sein.
Und am Ende kann man sich das sogar für die Uni anrechnen lassen, auch als Bachelor!

Also, auf alle Fälle zu empfehlen!

Dienstag, 1. Dezember 2009

König: Öööödiiiipusss!

Jap,ich habe mich der hohen Bildung hingegeben. Will heißen, ich war am 23. November bei Bodo (Wartke), bzw. bei seinem Ödipus.

Ich hab ihn ja schon einige Male gesehen, jedes Programm mindestens einmal, und fand ihn immer klasse, absolut empfehlenswert.
Und nu mal in einer ganz anderen Rolle, das musste dann doch mal sein. Ok, so gewisse Ausschnitte aus dem Ödipus hat er in seinen letzten Programmen ja gehabt, aber wie ich zwei Stunden lang mit einer antiken Tragödie klar kommen würde... vor allem ist die Schulzeit wo man sowas ja ab und an durchstehen musste nu auch langsam n Weilchen her.

Nun ja, Bodo wäre ja nicht Bodo, wenns nicht klasse wäre :-D
Kurz und knapp: Super lustig, abwechslungsreich, zitatlastig und tragisch ;-)

Nach dem ersten Schock (ich sitze neben meinem Abi-Biolehrer!) kam Bodo auf die Bühne und wir wurden mit Reimen fast erschlagen. Wer ihn schon mal gehört hat weiß wie das geht. Immer schön um die Ecke, gegen den Takt und die Aussprache ;-) aber immer toll.


Carl der Löwe war wieder da und Bodo in ich glaube 12 Rollen vertreten. Und man konnte wirklich alle unterscheiden. Sei es am Scheinwerfer unterm Gesicht (Oh-Rakel!), gefalteten Händen, debilen Gesichtsausdrücken, euphorischen Handbewegungen, blödem Gehüpfe... jeder Bodo hatte seine eigene Art (und durfte sich am Ende auch selber verbeugen *g*...) Und das muss man ihm mal nachmachen!
Vom ganzen Text mal abgesehen... wie bitte lernt man das alles auswendig? Auch wenn ers ja fast alles selber geschrieben hat! Nur einmal hat er was gedoppelt (ups, da waren wir ja schon...) und das dann auch ganz gut gerettet. Und ok, manchmal übersieht man dann auch vor Eifer die Scheinwerfer, die rücksichtslos auf der Bühne rumstehen... ich glaub der Musikantenknochen hat sich in dem Fall gefreut.
Fast alles heißt übrigens, dass er auch schön Originalzitate eingebaut hat, die wurden dann immer durch ein Reclamheft gekennzeichnet, wer kennt sie nich. Und nicht nur ich hab mich bei der ganzen Zitiererei zwischendurch gefragt, ob Bodo gespondort wird ;-)

Aber auch das Publikum kam nicht zu kurz.
Durch einen sehr entusiastischen Priester wurden wir zum Volk von Theben und haben König Ödipus unseren Retter angesungen. Und manch einer sogar angetanzt, dass war sogar Bodo zu viel ("Ihr müsst diese Armbewegung nicht mit machen!"), er hat es sich dann aber doch anders überlegt und Teben durfte Ödipus auch betanzen. Wunderhübsch (da hat mein Herr ehemaliger Lehrer aber nicht mit gemacht.. tz). Es war so schön, manche wollten gar nicht mehr aufhören mit singen!

Zwischendurch hatte es zwar (für etwa 5 Minuten *g*) gewisse Längen, da der gute Ödipuis doch ne ganze Weile aufm Schlauch steht. Aber ich hab bestimmt noch nie so unterhaltsame hohe Kultur gehabt!
Und nicht nur durch Stück für Stück Entkleiderei der Charaktere (wodurch auch neue Kostüme und Requisiten entstehen können!) strebte das ganze auch einem Höhepunkt an... Denn Zugabe geht ja nicht, Stück war ja am Ende vorbei ;-) also durften wir die Vorschau auf "Antigone" bewundern. Demnächst in ihrem Kino... ;-)

Zwischendurch gabs neben dem ganzen Gereime wie gesagt auch Musik (und Rap), meistens auch ohne Publikumsbegleitung. hab zwar keine Ohrwürmer behalten, aber gut war sie trotzdem.
Im Prinzip hatte ich nur das Problem, dass ich genau wie der rest des Publikums (war ausverkauft) nie genau wusste wann man nun eigentlich klatschen soll... Aber damit kann man gut leben.
Wer nicht von Ödipus besucht wird sollte sich auf alle Fälle die DVD zulegen. Ab April kann man die glaube ich kaufen. ich bin jedenfalls froh, dass der Fuß wieder ok war und Bodo nicht nur auftreten, sondern auch auftreten konnte ;-)

Montag, 30. November 2009

38. Bundeswettbewerb Gesang, Generalprobe und Vorentscheidung

Manchmal kommt es auch vor, dass andere Leute mich auf Konzerte einladen. Kaum zu glauben.
So geschehen vor einer Weile, da habe ich eine Mail von Mari bekommen. Generalprobe für den Vorentscheid zum 38. Bundeswettbewerb Gesang.
Hat mir alles nicht wirklich viel gesagt, aber ich dachte mal hingehen und an nem Freitag abend schön tollem Gesang lauschen kann ja nich so verkehrt sein.
Gesagt, getan, gehört. Und es war toll, war ja klar.

Und da ich von der Gesangslehrerin spontan dazu verpflichtet wurde alles zu filmen, habt ihr hier ein paar Beispiele. Da ich nicht weiß wie die anderen beiden Mädels dazu stehn aber nur von Mari.
When you come home to me - The last 5 years
Nur für mich - Les Misérables
Schau mich an - Störtebeker
Wishing you were somehow here again - The Phantom of the opera
Daddy's son - Ragtime
Das Ladenmädel - Rudolf Nelson


Dann war am Montag dann der Tag um dens ging. Der Vorentscheid für die Finalrunden. Und da ich zu der Zeit dann eh nix zu tun hatte, bin ich hin. Mari anfeuern, jubeln, klatschen und gucken was es sonst noch so gibt.
Bin schön brav pünktlich ausm Haus und dachte dann da in der Komischen Oper auch zu früh anzutanzen... Aber, Fehler. Da hatte wohl jemand eine falsche Zeit in die Mail eingetragen... ;-)
Nu ja, leider hatte ich also die erste verpasst und hab mir den zweiten dann erstmal von der Treppe aus angehört.
Denn da das Foyer der Komischen Oper von allen Seiten verspiegelt ist, kann man sich nicht wirklich unbemerkt irgendwo rumdrücken. Und dass ein sich in allen Ecken unendlichfach spiegelnder Mensch der versucht heimlich auf einen Platz zu schleichen den vorsingenden Typen stört, auf die Idee kann man auch kommen ohne Physik oder so studiert zu haben.
Na gut, scheinbar nicht jeder, aber die Hoffnung stirbt zuletzt, und der ein oder andere hat es mir später auch von alleine gleich getan, ohne sich vorher von der Jury anmotzen lassen zu müssen (was auf den Sänger bestimmt auch nicht sehr beruhigend wirkt, oder?)
Und mal im Ernst... dies Gayle Tufts (oder so?) ist mir höchst unsympathisch...

Nun ja, auf alle Fälle habe ich dann so einiges an tollen Sängern sehen und hören dürfen. Der eigentliche Plan, nach Maris Teil (unter anderem Speaking French) wieder zu gehn, wurde also beiseite gelegt und stattdessen bin ich ja dann zum Hauptteil am Dienstag noch mal gekommen.
Denn am Montag war ja Juniorwertung. Bis Jahrgang '87. Wieder der Beweis... ich werde alt!

Was gabs denn so zu hören?
Also der erste junge Herr, den ich mir wie gesagt von der Treppe aus und zum Großteil hinter einer Säule angehört habe kann ich mich im Moment an nicht mehr viel erinnern. Außer, dass er den Elvis „Teddy Bear“ gesungen hatte. Das klang auch ganz gut, aber der Tanz war mehr als albern. Ok, in meinen Augen sind die meisten Tänze albern, aber da ich an dem Tag dann auch weniger albernes Getanze gesehen habe, dürfte es jetzt nicht nur an meiner Tanzliebe gelegen haben...


So, und wie ich grad sehe hab ich nicht mehr weiter geschrieben, ähem... und morgen, bzw. nachher geh ich schon zur ersten Finalrunde…

Also nur kurz, meine Eindrücke damit ich sie morgen selber noch parat hab:
Es hab total guten „Nachwuchs“!
• Manche Jungs können scheinbar nur in hohen Stöckelschuhen (in mörderisch hohen!) leben und sind in der nächsten Sekunde trotzdem sofort wieder überzeugend anders, ich hab auf alle Fälle meinen persönlichen männlichen Favoriten
• es gibt sächsische Musicals?
• Die Jury bricht ab, wenn sich einer ein (langweiligen!) Monologen verfängt die mir persönlich etwas zu abgehoben waren, frag mich wo das her kam, ich möchte es nie auf der Bühne hören müssen (Cabaret mag ich auch nich unbedingt)
• Kleine Mädels sind wirklich niedlich, gut das Dieter Bohlen nicht da war
• Manche müssen nicht tanzen um zu bewegen
• Musicals sind kitschig… und manche wohl auch schwer zu singen

Und die „großen“ sind auch klasse
• Nicht jeder, manchmal hab ich schon was gelitten
• Chanson ist wunderbar, wenn er witzig ist
• Ich kenn jetzt die Xerkse (?) genauer
• Ich versteh jetzt warum Bodo Wartke da mal gewonnen hat
• Man kann mit Mikrofonständer zwischen den Beinen schlecht Klavier spielen, dabei aber trotzdem ein Rezept vertonen (warens Eierkuchen?)
• Berlinerisch singt sich klasse
• Ich mach keinen „klassischen“ Chansons
• Es lebe Aschenbrödel, brödel, brödel
• Beenekens verursachen Ohrwürmer
• Wie ging das Lied mit den Kreutzworträtzeln?
• Nicht jeder der was selber schreibt scheint seinen eigenen Text wichtig genug zu finden um ihn verständlich zu singen
• Manche können besser am Mikro singen als andere
• Man kann die Jury höchst auffällig unterbewusst bestechen ;-)
• Man trifft a cappella Sänger wieder, die nun E-Gitarre spielen und Musical singen – ungewohnt aber schön
• Musicals sind kitschig… erwähnte ich das schon mal?
• Manche Mädels sind klein und es kommt viel raus! Mal laut und mal laut und toll
• Je älter, desto weniger Männer… warum nur? :-(

Ach ja, und Mari ist natürlich weiter ;-) weshalb ich ja nachher auch anfeuern geh um mir danach aber den Rest sehr gerne auch noch anzugucken und anzuhören :-)

So und hier kann man übrigens was zum Preisträgerkonzert sehn:

Samstag, 14. November 2009

Last time we were in Cadence....

So, dann war ich also mal wieder in Dresden. Zum einen zum Geburtstag feiern, zum anderen natürlich wegen eines Konzerts. Cadence aus Kanada waren am 12.11. zu Besuch und das wollte ich mir natürlich mal absolut nicht entgehen lassen. Die sind auf CD schon so klasse! Und als ich dann gesehen hatte, dass sie nach Deutschland kommen...
Und auch wenn andere Stimmen mal meinten, dass sie live nicht so toll wären wie auf CD (so in der Art), kann ich schon mal vorweg sagen, dass ich da anderer Meinung bin. ;-)

Nun ja, jedenfalls und der Reihe nach.
Ab gings ins Societätstheater, und dank einer nett gesponsorten (Sponsoren, -soren, -soren) Monatskarte wieder mal Geld gespart.
Nach kurzer Wartezeit auf einem extrem bequemen in der Ecke stehenden roten Versinkesofa (ja, wir waren eigentlich als Deko angestellt...) kamen unsere Karten und dann gings relativ bald nach oben, ab in den „Saal“, etwa 150 Leute (Schätzungsrecht bei Sandra) passen da rein, also schön kuschelig.
So kuschelig, dass schon wer auf meinem absolut mittigem Platz saß. Nach ner Weile war geklärt, dass Dresden nicht nur bei Reihe Null mit dem Zählen anfängt, sondern (dank asiatischem Aberglauben?) Reihe vier weg lässt und die dafür doppelt verkauft. Also hatte dann doch am Ende jeder seinen eigenen Platz und ich konnte wieder bei meinen Mädels sitzen. Alles super :-)
Verheißungsvoll standen vier Barhocker auf der kleinen Bühne und wir waren gespannt. Im Programmheft zu den Jazztagen konnten wir dann auch mal wieder sehen, dass mein bei Skoda immer an Jazz denken muss, scheinbar nicht nur wenn man in Mainz beim Vocal Jazz Summit dabei war...

Dann ging auch relativ bald das Licht aus, ein Herr kam auf die Bühne, dann sofort drei weitere (nur kurz erwähnt, höchst schick im Anzug und unter anderem trendfarbigem Hemd mit schön passend gemusterten Schlipsen) und eh mans groß gemerkt hat gings auch schon richtig los.
Für meinen Geschmack war das erste Lied ein bisschen zu laut, aber das hat sich danach sofort eingepegelt gehabt und ab da war der Ton perfekt.
Los gings mit „The dry cleaner from des moines“. Das kannte ich schon von CD und damit wars irgendwie ein schöner Einstieg und man kam sich fast wie zu Hause vor. Auch wenn das Arrangement schon dünner als auf CD war und mir daher was gefehlt hat. Sie sind halt nun mal nur vier und es klang ja auch trotzdem klasse. Sehr schnell, sehr jazzig, sehr präzise, toll :-)
Dann gings weiter mit Fitness. Denn das wird eine interaktive Show. Alle mal schön den rechten Arm hoch, wirklich ganz hoch. Und dann den linken, rechts, links, rechts... beide... ausstrecken nach rechts, links, rechts, nein.. nicht den Nachbarn abstechen... und noch mal hoch und dann mit beiden Händen winken. War ja klar, dass da noch was kommen musste. Er wollte schon immer mal das Publikum sowas machen sehn.
Dann waren wir jedenfalls schön warm und hatten auch gut was gelacht, hätte nie gedacht, dass Fitness so spaßig sein kann ;-)
Weiter im Text mit der interaktiven Show. Mitsingen. Ist ja relativ mutig, schon beim zweiten Lied, aber warm sind wir mir ihnen ja schon geworden. Haha.
Es gab Minnie the Moocher. Eidieidi und so, kennt man ja. Nur dass man in der ersten Reihe dann auf ein mal gleich das Mikro vor der Nase hat. Ok, aber weg gerannt ist keiner. Beruhigend.
Weiter weiß ich die Setlist jetzt nicht mehr auswendig ;-) aber ich bin da ja eh nie so hinterher...
Es gab noch einiges an wunderbar schnelle, „fetzigen“ manchen mehr und manchen weniger jazzigen Sachen. Viel Trompeten, ein total schöner (und trendfarbiger *g*) Bass, der meines Erachtens nach gar nicht (oder fast nie) nach unten geregelt wurde und trotzdem wunderschön tief war, aber sehr natürlich wirkte. Klanglich waren sie klasse auf einander eingespielt, total sauber und rhythmisch einfach unheimlich präzise. Wirklich so wie auf CD. Ab und an gabs auch Mundharmonikas zu bewundern, einen Tenor mit sehr speziell kratziger Stimme (der den Schlafrekord mit 15 Stunden hält?) und dann noch einen abwechselnd nach Elvis oder Johnny Cash klingenden „Hauptsänger“, der dann auch mal sein deutsches Notebook ausgepackt hat. Denn „last time we were in Cadence...“, da hat er sich was aufgeschrieben, extra mit Betonung und so. Ok, schnell wurde geklärt, dass er natürlich „Germany“ meint und sein Gehirn wohl in Kanada gelassen hat. Und dann wurden wir informiert, dass sie jetzt alle russischen Komponisten in drei Minuten versingen werden. Die englische Übersetzung hat dann fünf daraus gemacht, nu ja... ich kann auch nicht auf jeder Sprache perfekt zählen ;-)
Dann gab es kurz die Nachfrage, ob denn wer im Raum sei, der kein Deutsch sprechen würde, bzw. jemand, der Aarons Deutsch nicht verstehen würden. Man einigte sich dann darauf, dass es sich hier nur um zwei Personen handeln könnte (außer denen auf der Bühne, aber da hatte sich auch nur einer gemeldet), nämlich zwei Damen aus Kanada, von denen die eine (Nathalie?) zufällig mit Ross auf der Bühne (dem kratzenden Tenor) verheiratet war.
Was ein Glück. Also gings los mit Rachmaninov, Prokoviev, Dimitrieov off off off und wie sie alle heißen. Das Lied hatte ich beim Bundeswettebwerb Gesang erst gehört, da aber auf Deutsch. Jetzt auf Englisch und leicht verjazzt habe ich aber den Witz am Ende nicht verstanden, scheint aber nicht an mir gelegen zu haben, denn um mich rum konnte es mir auch keiner erklären. Nu ja... es fehlt der Sauerstoff, im Deutschen ;-)
Dann waren sie doch sehr neugierig, wer denn im Publikum schon je mal was von ihnen gehört hat. Hm, ich kam mir da doch selten einsam beim Melden vor. Neben Sandra und mir haben sich nur zwei andere gemeldet, dazu wurden schnell noch die Damen aus Kanda gezählt und dann beschlossen, dass es sich durchaus lohnen würde kurz für die CD Werbung zu machen. Ich hab das ja schon mal getan, also überspringen wir das mal. Auf jeden Fall wusste ich dann in dem Moment, dass ich nachher für gewisse Leute insgesamt sechs CDs kaufen würde, dabei kann es gut sein, dass ich in dem Raum der einzige aus Deutschland war, der die CD schon lange und in echt und überhaupt zu Hause hat...
Auf jeden Fall haben sie sich gefreut, dass wir alle gekommen sind und dass es ausverkauft ist soweit sie gehört haben (und Recht ham se ja gehabt, es standen sogar noch Leute auf den Treppen am Rand) und dass sogar ein Kind vorne saß (geh nicht weg!).
Nachdem der Bariton kurz von seinem verheiratetem Glück und seinen auf der Hochzeit singenden Freunden erzählt hatte, haben sie dann ein hebräisches Hochzeitslied gesungen, es muss halt nicht immer Jazz sein. Sehr schön wars! Kurz gabs noch ne Erklärung wie das ganze hin und her übersetzt wurde und es kam die Frage auf, was das ganze denn nun bedeuten würde („... did you pay for that dress...!?“) und schon war die Stimmung wieder sehr locker.
Auf jeden Fall waren die vier sehr gut drauf, hatten total ihren Spaß, wir auch und haben auch schön spontan reagiert.
Nachdem es direkt nach einem Schlussakkord ein herzhaftes Niesen ausm Publi gab, kam von der Bühne die Überlegung, dass dies genau das war was dem Stück noch gefehlt hat. Ein bisschen vocal percussion, was dann eine kleine Impro-Nies-Percussion-Runde nach sich zog. Es gibt also mehrere, die den Trick mit dem Snare-Niesen kennen ;-)

Dann wurden wir irgendwann in die Pause geschickt und auf dem Rückweg hab ich gleich mal die ersten Leute mit frischer CD in der Hand gesichtet. :-D
Wieder ging es sehr abrupt weiter, da bin ich wohl echt nicht drann gewöhnt. Und wieder ging es mit einem CD-Lied los „Perhaps perhaps perhaps“. Das mag ich ja auch total gerne. Und wieder war es etwas dünner als auf CD gewohnt (und geliebt), aber trotzdem toll. Vor allem schöne Trompeten. Und die Dame die es zu besingen galt war die Ehefrau, was ein Glück, dass die ja zufällig auch grad in Dresden war. Das hab ich ja auch nicht gehabt... Sie hat dann auch „ja“ gesagt, noch mal Glück gehabt. Wobei ein bisschen Buhlerei, Charme und Körpereinsatz schon nötig war. Und er hat uns dann auch versichert, dass es bestimmt Ärger gegeben hätte, wenn er wen anders angesungen hätte.
Was gab es denn noch so? Ein wirklich wunderschönes Bass-Solo, der kann auch gut hoch, muss man sagen! Und einiges von kanadischen Komponisten, die wir verbotenerweise alle nicht kannten, aber natürlich nach dem Konzert losstürmen würden um alle deren CDs zu kaufen. War auch wirklich schön, aber ich konnte mir die Namen nich merken. Und ich hab ja auch eh kein Geld über, also noch ma Glück gehabt ;-)
Zu den kanadischen Dingen gehörte dann auch eine Eisenbahn-Trilogie. Muss man auch mal gehört haben ;-) und ja, alles in Kanada klingt so. Wissen wir doch.
Es waren Pferde dabei (hier wär Platz für Sandras genialen Wortwitz, darf sie aber selber schreiben, wenn sie das denn hier brav liest *g*), Cowboys und eine sehr authentische Eisenbahn. Mööp mööp. Sogar mit Dampf(geräuschen).
Weil die vier Herren so nett sind, gab es dann einmal für das eingeschüchterte Publi sogar Klatschanweisungen. Nachdem ein Typ einmal sehr voreilig mitten ins Lied geklatsch hatte, gab Aaron dann beim nächsten Schluss sehr gönnerhaft ein Kopfnicken von sich, damit auch der letzte unmusikalische Dresdner beruhigt klatsche konnte. Dabei waren wir doch alle nur vom schönen Klang gefesselt!
Dann wieder was kanadisches, „Both sides now“. Hatte ich ja nun von Vocal Line und den Swingle Singers gehört und mag ich auch von beiden sehr gerne. Jetzt gab es das ganze im Cadence-Arrangement und eigentlich finde ich die auch alle total klasse (und hör die auch gern bei anderen Gruppen). Aber das hat mir irgendwie nicht ganz so gut gefallen. War zwar super gesungen, aber jetzt im Vergleich stehts bei mir persönlich hinter den anderen. Zum einen war es mir insgesamt zu hoch, dann einfach irgendwie zu „künstlich“ und mit zu viel „Geschleife“ hoch und runter... aber wer weiß wie ich es gefunden hätte, wenn ichs noch nicht anders gekannt hätte.
Dann gabs noch mal eine Fragerunde mit dem Publikum, was heißt „live“ auf deutsch...The street where you live? Die braven Deutschen übersetzen natürlich vorbildlich „leben/wohnen“ nur kann der arme Aaron diesen Gedankenstrich natürlich nicht hören und das wieder zu klären hatt dann auch nicht mehr geklappt. Kurze Diskussion auf der Bühne „leven-hohnen“, sind das nicht die komischen Hosen die man im Süden trägt? War eine sehr nette pantomimische Vorstellung ;-) Und dann kamen wir in den Genuss von „Die Straße in der du leven-hohnen.“ Sehr schönes Lied und Publi war begeistert.
Dann waren wir leider fast schon am Ende angekommen. Die Frage, ob wir denn noch ein Lied hören wollen wurde natürlich nicht bejaht, sondern begröhlt. Und ja, mit sechs weiteren geben wir uns natürlich auch zufrieden.
Dann gab es noch mehrere Medleys, die kommen ja irgendwie immer am Schluss. Viel she-bumm (und nein, es ist keine a cappella Version die wir da kannten, ein gewisser Schuß Bläser ist da schon dabei *g*) und zappedidu (wie auch immer man das schreibt) und einen Typ im Publikum, der wirklich sehr überzeugend bassig singen konnte, als im plötzlich das Mikro vor die Nase gehalten wurde, ob er nur aus Zufall wie der Kurt-Bass auf der Bühne klang?

Nun ja, irgendwann ist auch dieses Konzert wohl oder übel vorbei. Und es galt ja noch eine gewisse Einkaufsliste abzuarbeiten. Und ich hatte meine Hose dabei ;-)
6 CDs erstanden (die Dame am Stand war leicht irritiert) und dann ab mit der Hose zu den vieren. Die waren auch sehr erfreut über meinen Einkauf, vor allem nachdem ich erklären musste die CDs ja schon zu besitzen und dass die hier ja für arme Freunde in Hannover sind, die nicht zum Konzert kommen konnten. Ich soll übrigens schön grüßen ;-)
Dann haben wir abgemacht, dass sie bei ihrem nächsten Deutschlandaufenthalt nach Berlin kommen (na wenn sie Deutschland eh schon so schön finden und auch aufm Hinweg schon über Berlin gekommen sind...) Ich will nämlich noch mal hin! (Und Kanada is n bissel zu teuer...)
Dann wurde die Hose bewundert, liebevoll (zum Teil in der Kniekehle! Hilfe! Ich bin doch kitzelig...) bekritzelt und kommentiert... Ja, ich mag Maybebop. Nein, die haben nicht auf meinen Hintern geschrieben. Und ja, es ist unverzeihlich die Hose vergessen zu haben als ich bei den Swingle Singers war...
Irgendwann war dann alles erledigt, beschrieben, neue Treffen verabredet und was man sonst noch so tun muss... und wieder nach Hause gings. Denn in welcher Reihe wir nu auch immer gesessen haben, die fünfte war es nicht. Und die war als Nachtlager auserkoren worden....

Zusammenfassend und ganz kurz: Ich mag sie live mindestens genauso wie auf CD. Und was fehlt denn da noch an Spannung, Präsenz oder Interaktion? Nix!
Also wieder! Gerne! Immer! :-) Wenn mal wer nach Kanada will... ich bin dabei *g*

Montag, 5. Oktober 2009

Ja, auch ich blogge jetzt ;-)

Wie ich jetzt mal wieder in nem Zug relativ gelangweilt vor mich hin sitze und nicht wirklich was zu tun habe, alle Mails sind vorgeschrieben, alle Videos geguckt, am Bericht hab ich lang genug geschrieben, für meine Hausarbeit hab ich die Notizen vergessen und mein Buch will ich nicht in einem Zug (haha was ein Witz) durchlesen, dachte ich mir grade mal so, dass man ja auch Tagebuch führen könnte.
Ok, das hab ich mit 12 oder so mal gemacht und nachdem ich da jetzt mal wieder rein geguckt habe wars mehr als peinlich, aber sowas in der Art vielleicht.
Und da ich ja jetzt eh meinen kleinen Freund hier immer mit mir rumschleppe.... also ein elektronisches Tagebuch. Und was, wofür ich mich dann in zehn Jahren nicht wieder vor mir selber schämen muss. Das wäre am leichtesten zu erreichen, wenn ich das schon vorher quasi immer schön unter Kontrolle habe, also auch immer andere mal gucken lass.
Und es gibt ja eh immer so viel was ich meinen Leuten erzählen will ;-)

Also dachte ich mir, irgendwie haben ja eh vor einigen Jahren mal alle angefangen zu bloggen. Das fand ich zwar nicht immer sinnvoll, weil mich ja nicht jeder Mist interessiert hat, aber bei einigen Leuten hab ich immer mal wieder gelesen und so einiges is ja schon sehr lustig was uns so passiert. Hab mir daher nun überlegt, dass das ja vielleicht auch das richtige für mich jetzt wäre. Ich mein, wens nicht interessiert, der braucht es ja auch nicht lesen.
Und meine ganzen Berichte, die ich so in den üblichen verdächtigen Foren verstreue kann ich dann auch mal für mich gebündelt wo haben, dann hab ich auch selber den Überblick ;-) Vor allem muss ich das dann ja auch nicht mehr je nachdem ummodeln... Ich wollte ja auch eh über gewisse Sachen noch mal Berichte schreiben, die wären ja schon gar nicht mehr aktuell, keine Ahnung, ob ich die noch mal in ein Forum stellen würde...
Und wo ich ja jetzt hier grad im Zug sitze fallen mir so viele Sachen auf und ein, die ich eh mal für mich festhalten wollte und die durchaus literaturnobelpreisverdächtig sind ;-), aber keinen bestimmten Platz wo anders hätten...

Also lange Rede, kurzer Sinn, ich werde mir einen Blogg anschaffen :-)
Und dann kommt da auch mal alles rein was ich so verzapft habe und was mir wichtig ist. So!

Sonntag, 27. September 2009

A cappella Festival in Dortmund

So jetzt kommt mal mein kleiner Bericht zum A cappella Festival in Dortmund an Pfingsten 2009.

Es war tierisch heiß und wunderbar sonnig, alle außer mit haben scheinbar einen Sonnenbrand davongetragen ;-)

Und nu zu den Gruppen:
Stimmrecht. Die sind ja wohl von da gewesen und haben quasi als Neuling ne halbe Stunde singen dürfen. Sie waren denk ich mal ziemlich aufgeregt, aber hatten sichtlich Spaß. Und Tigger meinte , dass aus denen noch was werden kann. Womit ich beim ersten Problem wäre. So viel Zeit haben sie da nimmer ;-)
Mir schienen die irgendwie schon einfach.. alt. Und ausgepowert. Sowohl körperlich, als aber vor allem auch stimmlich. Sie schienen mir nach jedem Stück ziemlich außer puste und hatten auch beim Singen für meinen Geschmack viel zu wenig Kraft in der Stimme.
Vor allem aber bei Stücken wie „Hold the line“, die ich von anderen a cappella Gruppen kenne, haben mir die Arrangements nicht so gut gefallen. Es wirkte immer zu sehr angestrengt und nicht sehr einfallsreich.
Trotzdem haben sie ihre Sache schon ganz gut gemacht, von der Intonation her hatte ich schon schlimmeres gehört und auch wenn sie sich hörbar verausgabt hatten, so hatten sie wie bereits erwähnt sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, und das ist ja auch ein wichtiger Aspekt, der bei so manch anderer Gruppe immer wieder zu kurz kommt...

Als nächstes waren dann Cash-n-go aus Augsburg drann.
Die hatte ich ja schon beim Doppelkonzert mit muSix quasi bei sich „zu Hause“ erleben dürfen und hab da schon einiges zu geschrieben. Werde ich dann bei Gelegenheit auch hier reinstellen.
Die letzte Woche habe ich dann mit einem kleinen Teil der Gruppe in Graz durchaus noch etwas näher Kontakt gehabt und kann nur sagen, dass sich da mein Eindruck mehr als bestätigt hat. Total nett und ich freu mich sehr auf den Auftritt in Ilmenau :-)

Und dann war mein erstes Mal LaLeLu an der Reihe. Die hatte ich ja damals bei dem Doppelkonzert mit den Kontrollören nicht erleben können, da deren Teil wegen einer Erkrankung Sonjas ausgefallen war.
Dies ist ja nun schon mehr als ein Jahr her und mittlerweile ist Sonja gar nicht mehr mit von der Partie.
Die sind meiner Meinung nach schon eher ne Comedytruppe als ne Band, also vom Schwerpunkt her. Es gibt Stimmenimitationen und auch sonst ziemlich viel albernes bzw. parodistisches auf der Bühne. Singen können sie auf jeden Fall alle, aber oft werden die Stimmen so sehr verstellt damit es lustiger ist (was auch meistens funktioniert), dass es für die Ohren dann ab und an doch greznwertig werden kann. Ich sage nur, Geräuschewoman ;-)
Ich hab sie ja nun in Dresden dann noch mal sehen dürfen und nun gefallen sie mir noch besser.
Trotz alles Absurdität (gibts sowas?) kommen sie sehr sympathisch rüber und vor allem haben sie es geschafft das Publikum trotz wirklich extrem starken Regens bei Laune und draußen zu halten. Die Sachen die ich schon kannte waren auch beim zweiten Mal noch sehr lustig und es gab trotz allem neues zu entdecken.
Das hier ist definitiv kein „vocal pop“ aber es macht sehr viel Spaß. Und von den Arrangements und dem Gesang her würd ich mal sagen is es trotzdem noch anspruchsvoll und macht auch Spaß „einfach nur so“ zu hören, ohne dabei nur an Comedy zu denken.
Ich bin mal gespannt was so an neuen Sachen kommt, denn da scheint ja laut Facebook einiges im Gange zu sein ;-) und ma schaun was sie aus schwarz-gelb machen!

Als nächstes waren in Dortmund dann Basta drann.
Über die hab ich ja schon oft genug was geschrieben. Scheint auf der einen Seite ne Sympathiesachen zu sein, irgendwie werde ich mit denen einfach nicht mehr warm, ich weiß nicht.
Und dann halt das Ding, dass ich auf den drei Konzerten wo ich war immer sehr mit meinen Ohren und die Jungs mit ihrer Intonation und vor allem den hohen Tönen zu kämpfen hatte(n).
Das war einfach nicht so ganz das wahre.
In Dortmund jetzt war das um einiges besser. Jetzt stand ja auch ein direkter Vergleich mit den vorherigen Gruppen an, schien mir, als hätten sie sich da doch ganz besonders viel Mühe gegeben. Es klang wirklich um einiges sauberer als ich es sonst (auch von gewissen Fernsehauftritten der Jungs) gewohnt bin. Und auch von der Ausstrahlung her war das schon ne ganze Ecke netter als sonst. Auf gewisse Textprobleme haben sie jedenfalls sehr gut reagiert und auch die platzenden Ballons haben sie jetzt nicht wirklich aus der Ruhe bringen können ;-), das war schon ganz nett.
Trotz allem konnten sie für mich mit Lalelu und Cash-n-go nicht mithalten. Die neuen Lieder waren zum Teil zu vorhersehbar oder halt einfach nicht mein Humor.
Auf nem Festival werde ich sie bestimmt mal wieder mitnehmen, aber sonst muss ich nicht unbedingt ein komplettes Bastakonzert in der nächsten Zeit haben, dazu sind sie vom Humor her nicht so unbedingt mein Fall und vielleicht musikalisch einfach nicht auf meiner Wellenlänge...


Der nächste Tag in Dortmund brachte dann Waschkraft. Die hatte ich ja schon mal im BKA (2006) gesehen und war gespannt was sich da so in den drei Jahren getan hat. Andere Gruppen sind ja dann auf einmal quasi völlig umgekrempelt ;-)
An manche Lieder und Aktionen aus dem BKA damals konnte ich mich wirklich noch seht gut erinnern, an andere dafür so gar nicht mehr...
Aber ich musste in Dortmund dann doch erstmal relativ enttäuscht feststellen, dass mir alles sehr bekannt vor kam und sie nicht wirklich viel neues gemacht haben können.
Bei einigen alten Bekannten wie zum Beispiel dem unsäglichen Sommerhit war ich aber sehr erfreut sie wieder zu hören. Und auch die Folklore fand ich klasse.
Viele andere Lieder sind jedoch sehr an mir vorbeigegangen, da sie in meinem Ohr einfach nicht sehr „gefällig“ waren, sondern irgendwie gezwungen wirkten. Daher hab ich sie wohl nach den BKA Konzert auch wieder vergessen gehabt. Es war mir manchmal einfach zu wenig Musik in den Liedern, die so wirkten als ob krampfhaft der Text vertont werden musste...
Stimmlich konnten mich die vier nicht überzeugen, man merkt einfach, dass sie keine Berufssänger sind und auch die Klangfarben der einzelnen Stimmen sind nicht so meins gewesen. Vor allem wo sie sich danach ja noch mit Klangbezirk und Maybebop messen mussten, die aber natürlich auch eine ganz andere Art von a cappella Musik machen.
Dafür liebe ich a cappella aber so sehr, denn es zeigt mal wieder wie vielfältig hier alles ist. Denn auch wenn es relativ negativ klingen mag, so war es doch sehr schön der Wachkraft zu zusehen, denn Spaß hatten sie und den haben sie auch gut rübergebracht. Es muss ja nicht alles feinster Jazz oder musikalisch ausgeklügelster Pop sein...


Über Klangbezirk, die dann als nächstes kamen, hab ich ja schon zu Beginn in Zusammenhang mit der CD geschrieben. Wie gesagt, ich fand sie wunderbar und hoff dass ich es bald mal auf ein wirklich komplettes Konzert schaffe, da ich ja leider nicht nach Bonn kommen werde...

Und Maybebop... joa, ich glaub da brauch ich euch nicht mehr so viel zu sagen, oder? ;)
Das neue Programm hab ich ja schon mal als höchst skurril beschrieben. Und das haben sie auch mit den Ausschnitten in Dortmund durchblitzen lassen. Es gab zwar als Eröffnung „Smells like Teen spirit“ was ich ja schon ewig nicht mehr live gehört habe und mich daher (bei Klangbezirk am CD-Stand) tierisch drüber gefreut habe, und dann noch „Die Gedanken sind frei“ was ich open air immer noch viel umwerfender finde und einige alte Superheld-Bekannten, aber sonst hatten sie fast alle Leckerbissen aus „Endlich authentisch!“ dabei. Natürlich mit der tollen „One-Hit-Wonder“-Ansage von Olli, der Kuh, dem Hip Hop Video und allem anderen, was sowohl musikalisch als aber auch optisch tierisch was her macht. Marko hat definitiv mit seinen Choreografien ganze Arbeit geleistet. Das haben sie dann ja jetzt zur DVD Aufnahme die letzten Tage noch extrem verfeinert und ausgefeilt. Klasse! Jetzt können sie fast zusätzlich als Tanzquartett auftreten ;-)
Zur DVD Aufnahme werde ich dann vielleicht bei Gelegenheit noch mal was sagen ;-)