Samstag, 25. Dezember 2010

Winter- Sommerurlaub... Ne kleine Reise durch Arabien.

Wie gesagt ich konnte dank mangelnder Adressmemorierung keine Postkarten schreiben. Daher kommt hier nun mein "kleiner" Bericht für alle die wollen ;-)
Hätte ja wie üblich n Fortsetzungsbericht werden sollen, aber da ich da kein Internet hatte kommt hier die geballte Ladung. Für die Fotos auch danke an meinen Vater und Cristina, da kommt noch was.... ;-)



So „bei euch“ ist laut meinem kleinen Freund grad 5:25. Gruselige Zeit. Da war ich die letzten Tage dann doch auch immer schon am Schlafen... aber jetzt bin ich wach. Geweckt von einem Kapitän und warte darauf zum Frühstück zu gehen.
Wie kommts? Eben weil ich noch Zeit hab werd ich mal mit dem Schreiben anfangen.

Wir entsinnen uns, mein Vater hat mich gefragt, ob ich mit ihm und seiner Freundin mit auf Kreuzfahrt will. Aida, Dubai, Sonne.. alles im Prinzip nicht so schlecht. Ich könnte auch n Freund mitnehmen, is ja n Angebot. Nu ja, witzig. Angebot heißt nicht billig und natürlich kenn ich jetzt keinen, der das mal so eben aus der Hand schüttelt.
Daher also, nein. Die Traumkombi wir drei. Hab ja nichts groß gegen die Freundin meines Vaters, aber ich bin doch eher gern mit meinen Freunden zusammen. Familie is ja noch mal was anderes, aber das is sie auch nich. Und mein Vater, ich mag ihn gerne, aber er is nunmal doch auch häufig sehr kompliziert, bzw. anstrengend und nicht unbedingt ein Garant für enorme Harmonie...
Und Aida, schön und nett, aber ich würd lieber mit so nem kleinen Segelboot durch die Gegend tuckern. Noch lieber halt mit meinen Leuten.
Aber ok, die meisten meinten ja zu Recht, das sollte man trotzdem nich ausschlagen, werd ich so schnell wohl nimmer angeboten bekommen, und dann einfach das beste draus machen. Also hab ich ja gesagt.

Mittwoch, 15.12.
„Donnerstag geht’s los“ mit dem Satz bin ich in die letzte Woche gestartet. Flugzeug 21:15, also hab ich auch am Donnerstag noch Zeit zu packen.
Angetan mit einem guten Schlafdefizit, da ich erst gegen 4 ins Bett gekommen bin, steh ich am Mittwoch dann „mal kurz“ um 7 auf, um auf den Klempner zu warten. Nachdem der sich gegen 9 wieder verabschiedet klingt mein Bett wahnsinnig einladend. Noch kurz telefonieren und dann...
...dann klingelt mein Vater. Bringt mir n Koffer vorbei. Ok, das war geplant, meiner hat ja letztes Jahr in Köln das zeitliche gesegnet. Dann fragt er, ob er ihn in ner halben Stunde wieder mit zurück nehmen kann. Verwirrt mich schon was, so schnell kann ich nich packen. Vor allem wenn ich nich weiß was, da die Ansagen von Wetteronline (so um die 27 Grad) und Cristina (das kann sehr kalt werden, bis 16 Grad!) nicht ganz zusammen passen. Also, er kann ja nachher noch mal kommen, da er eh im Dreh is, und dann gucken wir mal wie weit ich bin. In der Tür werd ich informiert, dass wir uns übrigens nachher um 19:30 am Flughafen treffen. Nachher!?
Super, der Flug geht heute. Schön, dass ich da so per Zufall noch drüber informiert werde. „Donnerstag geht’s los“ bezog sich natüüüürlich nur aufs Schiff.
Also, Panik geschoben und losgepackt. Alles mögliche zwischen warm, heiß und kalt. Dann is mein Vater auch schon wieder da, und ich natürlich noch nich fertig. Kurze Packinfo „Badesachen und es wird warm, ein vorzeigbares Kleis“ (ah, danke. :-) Badesachen klingt gut, warm auch [schnell die Pullis etwas dezimieren] und ein vorzeigbares Kleid klingt auch besser als das Klischee mit den fünf Abendkleidern, die ich doch eh gar nich gehabt hätte... so passt dann auch doch noch fast alles in den Koffer.)
Ein gutes hat die Aktion, ich komm nimmer groß dazu mir n Kopf zu machen, dass ich doch eigentlich gar nicht will und viel lieber bei meinen Liebsten zu Hause geblieben wär...
Ein schlechtes aber auch, ich bin wahnsinnig unausgeschlafen. Und besser wird das natürlich auch nicht... aber wär der Klempnertermin nich gewesen, dann hätt ich wohl ewig geschlafen und den Termin mit meinem Vater verpasst und dann wohl auch die Info, somit dann auch das Flugzeug... über den Ärger lieber nich nachdenken!

Also geht’s gegen 18 Uhr ziemlich müde aber dafür mit hoffentlich allen Sachen die ich brauche zu meinem Vater. Da die Winterstiefel stehen lassen, ab ins Taxi (nich einschlafen!) und zum Flughafen. Wie das mit meinem Vater so is, man is immer zu früh... also zwei Stunden da rumhängen, den Kopf auch n bissel hängen lassen und ruhen.

Dann geht’s ab ins Flugzeug. Warten, warten... und plötzlich sitzt neben mir ne alte Frau, die mich ab da mit ihrer Lebensgeschichte erfreut. In einer Lautstärke, dass es dann auch jeder andere mitbekommt. Juhu, ich wollte schlafen... weiter warten.
Nach ner Weile gabs dann die Info, wir warten noch auf Anschlussreisende aus Stuttgart, kann sich nur noch um Stunden handeln. In der Zwischenzeit wird unser Flugzeug mal enteist, is ja durchaus kalt und alles. Stimmt... hatte ich mir noch gar nich so direkt überlegt. Sieht dann auch durchaus spektakulär aus, die komische Maschine mit der Nadel dranne die alles zudampft, dass man fast das Gefühl bekommen könnte es würde alles brennen... und als musikalische Untermalung, „Last christmas“ rauf und runter. Und das was man halt sonst noch als nervige Weihnachtsmusik so kennt. Hilfe!

Nun ja, mit ner Stunde Verspätung geht’s dann auch doch los. Und nach ner Weile hab ich dann auch überzeugend genug Schlaf vorgetäuscht, dass die Dame neben mir selber eingeschlafen ist. Und dann scheinbar wirklich auch ich, denn ich hab gleich mal n Notfall verpennt, das klassische „Ist ein Arzt an Bord“... Tja, mein Vater war ja wohl da ;-) ausm Tiefschlaf geschüttelt, den Mann gerettet, was auch immer er nu hatte (kann nicht total lebensgefährlich gewesen sein...) und weiter gepennt. Wie gesagt, kurz muss ich also doch geschlafen haben, denn davon hab ich absolut nix mitbekommen, nu ja... immer wenns spannend wird ;-)

Donnerstag 16.12.
Dafür hab ich danach nich mehr ordentlich schlafen können, zum einen sind diese Sitze immer zu kurz für mich, das wie auch immer ergonomisch geartete passt jedenfalls nich an meinen ach so toll langen Rücken. Und zum anderen hat nun meine Sitznachbarin mich zwar nicht mehr zugetextet, dafür aber ziemlich komisch geröchelt. Und im Flugzeug hält sogar mich das vom Schlafen ab, selbst wenn Dirk Bach mich per Hörbuch in den Schlaf reden sollte. Nun ja, so hab ich immerhin schön ausm Fenster gucken können. Extrem dunkel, natürlich, aber immer wieder süße kleine Lichtansammlungen und dann ein schon ziemlich krasser Sonnenaufgang. Und da er nicht so sehr auf rosa, sondern viel starkem Orange, Gelb und Blau basiert hat, war er auch gar nich so kitschig. Unglaublich schön, toll dass ich nich dran gedacht hab n Foto zu machen, jetzt wo ich so ne tolle Kamera hab ;-) aber immerhin nehm ich mir jetzt mal vor öfter um die Zeit (wieder oder noch?) wach zu sein. Sonnenaufgang is schon was feines, auch wenns unter den Wolken bestimmt selten so spektakulär is...
Und danach,straaaahlende Sonne, Ist mir gar nich so aufgefallen, dass wir die letzten Tage ja schon ziemlich im Dusteren und zugediest verbracht haben. Und sogar da oben warens dann 6 Grad. Sonne, ich komme!

Dann schön Meer und Schiffe von oben gucken und Anflug auf Dubai. Ich muss sagen, die Flughafenregion is schon schwer hässlich. Da glitzert nix. Ok, morgens um 7 (bei uns 4) wohl sowieso nicht, aber dass es so sehr nach gelblichem Mars aussieht hätt ich dann doch nicht gedacht... Nach stundenlangen Passkontrollen waren wir dann doch mal endlich ausm Flughafen raus (ich frag mich ja manchmal was die da so alles für Analysen machen, dass die für jede einzelne Person mindestens 5 Minuten brauchen. Und es stehen ja nicht um die 50 Leute vor einem... Mann mann.. vlt sollte ich immer vorher gucken, dass ich meine Haare noch mal so ähnlich mache wie auf dem Foto ;-) der hätte damals wohl auch besser nicht so viel Weichzeichner benutzen sollen...), denn immerhin interessiert es scheinbar dafür keinen so sonderlich was man alles für gefährliche ausländische Waffen mit sich führt, denn die Taschendurchleuchte haben sich die netten Herren in den schönen weißen Wüstenoutfitts (später hab ich gelernt, dass es die jetzt auch in hellgelb gibt, und dass der Großteil davon, vor allem die Sonnenbrille, nur Fashion is. Tz!), haben da jetzt nicht wirklich n Blick drauf gehabt...
Ab mit dem Taxi durch die Dubai Rush-Hour, jetzt ist es so gegen 8:30. Und dann ab über ein extrem leeres Hafengelände (hier darf man übrigens weder zu Fuß unterwegs sein, noch fotografieren) und dann wieder einchecken. Ich hab aufgehört zu zählen wie oft ich nun eigentlich an dem Tag meine Tasche hab röntgen und meinen Pass angucken lassen. Dann noch ein tolles Identitätsfoto (ich wär ja froh, wenn ich die nächsten Tage nicht so aussehe, als ob ich grad 5 Stunden Flug und viel zu viele Stunden ohne Schlaf hinter mir hätte...) und die Frage geklärt wie ich zahlen möchte. Ähm, am liebsten gar nicht?! Und dann, endlich, ab aufs Schiff. Nicht ohne sich vorher die Hände zu desinfizieren. Und das auch nicht das letzte Mal, ich komm mir vor wie auf der Intensivstation eines Krankenhauses... schnell wird einem noch mal erklärt, wie man sich die Hände wäscht und dass man keine Leute anniesen oder -husten sollte. Na ein Glück! Und auch übrigens, bitte vorrangig keine Wasserkoche und Bügeleisen mitbringen, danach erst sind Feuerwaffen, Speere, Handgranaten und gefährliche Säuren verboten. Ein Glück, dass das auch schon vorher in den Reiseinfos stand, so konnte ich zu Hause noch Hände waschen und Nase putzen üben, und dann auch doch mein Bügeleisen und die Speersammlung da lassen... Schnell noch ein Foto (juhu!) wie wir an Bord gehen, ab jetzt wird man ja von diesen nervigen Bordfotografen verfolgt werden, ich liebe sie...

Mittlerweile bin ich übrigens hundemüde und hab keinen Bock mehr meine Fleece- und die Winterjacke mit mir rumzutragen, aber nachdem ich meine Kabine (is ja kein Zimmer) gefunden hab, werd ich informiert, dass da jetzt erstmal noch sauber gemacht wird. Na prima. Mindestens noch ne Stunde lang. Also kann man glatt froh sein, dass wir ne Stunde Verspätung hatten. So sonderlich schön is es nich bei etwa 27 Grad im Pulli, langer Hose, verpennt und mit zwei dicken Jacken aufm Arm irgendwo auf einem Schiff rumzuhängen. Und nebenbei hab ich am Mittwoch außer dem Flugzeugabendessen nichts gegessen...
Nach ner Stunde geht’s dann ab in die Kajüte, noch besser ;-) es is 10:30 und um 14 Uhr solls n Ausflug durch Dubai geben. Also Wecker stellen, damit ich nachher noch Duschen und vlt doch noch was essen kann, und dann, schlaaaaafen!

Verschlafen. Herrlich, wenn sich das Handy, und damit auch der Wecker, irgendwie nicht so ganz mit der neuen Uhrzeit abgefunden hat und nich klingelt. Ich wach um 13:35 auf, 13:45 is Treffen. Prima. Duschen, geschweige denn Essen kann ich also vergessen. Schnell Ausweis, Schlüsselkarte und Foto zusammen suchen und ab die Post. Grad noch so pünktlich den Treffpunkt gefunden, und natürlich da dann noch ewig gewartet, weil andere zu spät gekommen sind. Prima, nu so kann ich mir wenigstens noch was zu Trinken zulegen, denn so ganz ohne Essen bin ich ja vielleicht gewohnt, aber n ganzen Tag nix trinken is vor allem bei dem Klima ne schlechte Idee. Und so richtig toll fühlt man sich in seinem Flugzeugdress ja eh nicht.
Runter vom Schiff (Pass hier, Pass da, Identitätskarte hier und da, desinfizieren und Tasche durchleuchten lassen...) und rein in den Bus. Ab ins glitzernde Dubai. Mitsamt einer sehr lachfreudigen Reiseleitung. Dank der ich nun weiß, dass in Dubai nur 20% Einheimische leben. Und ich muss sagen, diese komplett verschleierten Frauen, die hab ich wirklich in Berlin fast mehr gesehen als da. Ist aber auch besser so, denn sonst gehört man vielleicht plötzlich zu den unbelehrbaren, die immer noch Fotos von den Frauen machen wollen.

Nun ja, wo waren wir? Ich hab dieses “7“ Sterne Hotel gesehen, was sie ins Meer gebaut haben, damit es keinen zu Schatten auf den Strand wirft. Wir haben uns kleinere und größere Villen angeguckt, ich hab gelernt, dass die Einheimischen hier ne kleine „Sozialvilla“ (ziemlich schicke, muss ich sagen) umsonst gestellt bekommen, wenn sie umgerechnet „nur“ 15.000 Euro im Jahr verdienen (und das ja ohne Steuerabzug und so), auf „die Palme“ gegangen und dort weitere teure Hotels gesehen (ich weiß nicht mehr wie viele tausende Euro pro Nacht, ohne Frühstück, dafür aber das kleinste noch ziemlich viel mehr als 100km²), erfahren dass man für die kleinsten Appartements (nur ein Zimmer, im Erdgeschoss und wahrscheinlich Blick auf den Parkplatz) dort immer noch mindestens 500€ Miete bezahlt (aber immerhin muss der Einheimisch dann keinen Strom und kein Wasser mehr drauf zahlen, hab ich schon gesagt, dass denen das gestellt wird?) gelernt, dass man hier um die 25.000 Euro und noch ne Villa bekommt wenn  man als Einheimischer wen Einheimmischen heiratet (da lohnt es sich ja fast Dubaianer? Dubist? Wie auch immer, zu werden ;-)), die sowieso für nichts bezahlen müssen und einmal im Monat Sprechstunde beim Scheich haben können, die Straße gesehen wo es eigentlich nur Schönheitskliniken und ab und an ne Villa gibt und dann... waren wir Skifahren.

Ja, ich muss zugeben, eigentlich bin ich ja ganz wo anders. St Moritz. Jedenfalls stand ich neben nem Café was so heißt und da hinter war ein Skigebiet. Wir haben ja zu Hause grad nicht genug Schnee, und damit die sorgsam aufgebaute Weihnachtsstimmung hier nicht ganz flöten geht, sind wir in eins der größten Einkaufszentren der Welt gegangen wo das iPad teurer is bei uns und man den Lageplan sowas von definitiv braucht und dann halt nebenbei noch diese reisen Skianlage ist. -4 Grad. Juhu, lange nicht mehr gehabt! Zum Skifahren hatten wir dann zwar keine Zeit (hätt ich aber gerne gemacht, immerhin 400m Strecke und glaub ich bis zu 100m hoch), aber durchs Winterwunderland laufen kann man ja ma. Also ab is Exibitionistenoutfitt (anders kann man das nicht nennen, wenn man mit nackten Beinen, Schneestiefeln und dann einem langen unförmigem Mantel durch die Gegend rennt) und in die Eishöhle. Wirklich sehr nett, mit Pinguinen, Rudolf, Schneemann, Iglo und was man sonst noch so alles brauch. Sogar heißer Schokolade. Nein, kein bisschen kitschig ;-) Danach noch schnell n bissel teure und hässliche Klamotten in teuren Läden geguckt, aber was ein Glück: H&M, Esprit und was  wir sonst noch so haben, gibt’s auch.

Dann wieder rein in den Bus und hohe Gebäude angucken. Ich liebe ja Berlin unter anderem grad dafür, dass es nicht mit diesen hässlichen Wolkenkratzern zugebaut is (wie z.B. Frankfurt, wenn man ma in Deutschland bleibt), aber man muss den Dub... äh, denen in Dubai zugestehen, dass sie wenigstens kreativ sind. Wenn dann doch mal ein Gebäude nicht einmalig ist, dann habens sie es nur wenigstens in größer, glitzernder oder irgendwie anders besonderer nachgebaut.
Natürlich auch das höchste Gebäude der Welt. Das nebenbei auch noch das höchste nutzbare Stockwerk hat, den schnellsten Aufzug (doppelstöckig!) und noch n paar andere Rekorde hat, einer reicht ja wohl nich um besonders genug zu sein. Nebenbei bauen die den ganzen Kram ja auch noch ziemlich schnell, wenn man bedenkt, dass da vor 15 Jahren oder so eigentlich nur n paar Kamele gesandet haben (gegrast ja bestimmt nicht, das is ja auch höchst extra „gebaut“ und natürlich nie sonderlich normal ;-)). Davor is dann auch das größte Einkaufszentrum der Welt (1.200 Geschäfte?) durch das wir fx durch sind, um dann einen Springbrunnen-Fontänen-Show zu gucken. Wirklich schön! Mit dem quasi glitzerndem Riesenhaus im Hintergrund. Und auch das Wasser war bestimmt wie auch immer geartet irgendwie rekordverdächtig.

Irgendwann gings dann doch zurück, den ganzen Tag nix gegessen und Bett klingt auch schwer verlockend, also erstmal im dubaitypischen Stau eingeschlafen, doch noch ordentlich rauf aufs Schiff (Pass, Desinfektion, wir wissen bescheid ;-)), endlich duschen, Essen, ab ins Bett.


Freitag 17.12.
Neuer Tag, neue Möglichkeiten. Ok, ich bin die Nacht erstmal etwa alle zwei Stunden aufgewacht, nachgucken ob der Wecker gestellt ist, was auch immer alles wichtig zu kontrollieren ist. Und dann kommt kurz vor 8 ne Ansage durch alle Lautsprecher, wunderbar... wir laufen aus. Nu ja, schlafen scheine ich auch nur zu können wenn ich eigentlich nicht darf, daher kann ich ja mal aus meinem „Bullauge“ gucken. Schon schön. Dann duschen, Tagebuch schreiben ;-) und ab zu nem Infoteil über die dreihundert Ausflüge die man dann morgen in Muscat machen kann. Hilfe! Am Ende wird sich darauf geeinigt, dass ich aufm Schiff bleibe, muss mich ja schonen... und wenn ich alle 5 Minuten im Jeep, Bus, aufm Boot oder wo auch immer einpenne, hat ja keiner was davon. Hab ich hier wenigstens den Pool für mich.

So, und dann geht’s los mit dem richtigen Schiffsleben. Oder so. Soweit das auf einem so großen Kahn überhaupt möglich ist. Wo man nich mal merkt das man aufm Wasser ist, wenn nicht grade unterm Bett die Motoren angehn, oder so. Nu ja, man kann halt nich alles haben. Mein kleines „türkisches“ Holzsegelschiff werd ich bekommen wenn ich dann irgendwann reich bin, haha.
Jedenfalls, Notsignal. Sieben mal kurz, einmal lang. Seenotrettungsübung. Also Schwimmweste schnappen, (vorher ordentlich angezogen sein, wobei im Notfall... nu ja) und dann den Fluchtweg nehmen zum Sammelplatz bei den Rettungsbooten. Ich frag mich, ob ich im Notfall wirklich quasi einmal rechts lang im Kreis gehen würde, statt einfach nach links durch den Notausgang direkt neben meiner Tür? Am Platz ankommen, Rettungsweste anziehen (ich glaub die in Flugzeugen sind komplizierter) und dann schön an die Wand drücken, da wollen ja jetzt noch 1999 andere Menschen hin. Und der Fotograf is natürlich auch wieder da. Na wunderbar. So ein Bild will doch hoffentlich keiner von sich haben! Und dann warten, warten bis alle da sind, und so lange versuchen den Rückteilen der anderen Rettungswesten auszuweichen. Ich glaub im Notfall würde die eine Hälfte der Leute ertrinken, weil sie, warum auch immer, scheinbar ja nicht in der Lage sind sich zu ihrem Rettungsboot zu begeben und die anderen hätten sich bis dahin gegenseitig mit der Rettungsweste geköpft. Traumhafte Vorstellung. Und das wars dann auch schon. Irgendwie dachte ich ja, dass wir jetzt noch spektakulär üben in die Boote zu klettern, oder so. Wie geht das denn dann nu im Notfall? Nun ja, hm. Wir werdens hoffentlich nicht sehen...

Zurück in die Kabine, und eigentlich wollte ich mich dann ja fertig machen, um noch n bissel raus in die Sonne zu gehen. Denkste. Kurz mal die Augen zu, schon is es 13 Uhr und ich bin zum Essen verabredet. Danach in etwa das gleiche. Wobei ich da immerhin eine Stunde auch mal an Deck gepennt habe. In der Sonne. Sooo schön warm! Aber, ich glaub ich hab ne ernsthafte Schlafkrankheit. Denn dann wach ich erst kurz nach 18 Uhr wieder auf, ab zum Abendessen, ich bin schon viel zu spät. Und jetzt seh ich erstmal, wie krass dunkel es um die Zeit sein kann. Denn ausm Fenster seh ich absolut nix. So mitten aufm Meer is halt nix groß hell drumrum. Hätte auch gut Mitternacht sein können.
Nach dem Essen sind wir dann gut um das üblich gruselige Entertainmentprogramm drumrum gekommen. Das gefällt mir auch ohne Yeomen nicht besonders ;-)
Also, ein ziemlich verpennter Tag. Unglaublich spannend, endet mir früh ins Bett. Vielleicht bin ich ja dann am Samstag wacher und geh wirklich mal allein „an Land“ gucken was so ist.


Samstag 18.12.
Joa, heute. Also ich bin von allein um 7:30 aufgewacht. Passiert ja auch selten. Wir sind im Hafen gelandet, aber scheinbar noch nich ganz befestigt, denn es ruckelt noch alles ziemlich dolle, also kann ich irgendwie auch nimmer groß einschlafen. Tja, kann man ja fast aufstehen. Aber auch nur fast, wär ja sonst nicht ich. Daher, lesen, rumgammeln, Glee gucken ;-) duschen und dann doch mal gegen 10 Uhr nach oben. Pool und so begucken. Vor allem n bissel Schiffe gucken. Wir sind ja im Hafen, aber nicht son netter kleiner, sondern son riesen Containerdings. Man darf ja wie gesagt nie draußen rumlaufen, hier würd ich mich das auch definitiv nicht traun. Ziemliches hin und her von großen Autos, Maschinen und Container, da möchte man nich dazwischen sein. Und ich bin froh, dass ich nicht so geruchssensibel bin ;-)
Dann, noch n bissel in der Sonne braten. Da fast wieder einschlafen. Aber nur fast. Denn dann hab ich den Pool auch mal getestet. Bzw. die Anlage. Ist keine große Sache, denn wie sagen sie so schön in dem Prospekt, wenn der größer wäre, würde die Pendelwirkung des Wassers da oben das Schiff in eine etwas unruhige Lage bringen, will sagen wir würden recht schnell kentern, heißt ich käm nimmer so fix zurück, und das will ja hoffentlich keiner ;-) So jedenfalls ab ins Wasser, mit meinem neuen Freund. Dem mp3-Player zum Schwimmen. Ok, man kann hier nicht groß schwimmen (das Wasser is auch so stark salzig, dass es wirklich höchst schwer is unter der Oberfläche zu bleiben) aber ich kann mich treiben lassen und dazu traumhaft schöne Musik hören. Das is absolut genial. Weitaus besser als in der Badewanne! Und dass der Klang außerhalb des Wassers so blechern war merkt man dann gar nicht mehr, das nette Geblubber um einen rum lenkt da schon n bissel ab.
Jetzt bin ich grad glatt n bissel braun geworden und wieder ab in meine Kajüte. Komplett weg is die Schlafkrankheit doch noch nich ;-) irgendwie könnt ich dauernd schlafen. Nur als hier grad ein Typ mein Fenster geputzt hat bin ich dann aufgewacht. Das is durchaus sehr merkwürdig. Diese Fenster sind zwar irgendwie von außen verspiegelt, aber man kann halt doch reingucken. Und von innen natürlich extrem gut rausgucken. Da is es dann schon komisch, wenn man so mitten auf das Deck gucken kann, und man durch das Fenster dann auch bis aufs Bett schauen kann, ich habs getestet (bei der Seenotrettungsübung, da hätte ja eh keiner mehr in seinem Zimmer sein sollen ;-))
Jedenfalls, jetzt is er wieder weg, puuuh. Meine Aussicht auf den Hafen ist dafür besser geworden. Man da wird gearbeitet... Hier drinne nu doch noch n bissel Mittagsschlaf, wobei ich langsam echt Hunger bekomme. 16:45 und ich hab noch nix gegessen. Aber das is typisch für Sommerurlaub (oder sowas in der Art ;-)) die ganze Sonne, Wärme und Rumgammelei, ich hab da nie groß Lust was zu Essen und von Wasser allein nimmt man nunmal nicht zu. Darum nehm ich auch meistens im Sommer ab. Jetzt mal also vor Weihnachten. Auch mal interessant...


Sonntag 19.12.
Sodale, jetzt ist schon Montag. Und mir blökt grad wieder der Kapitän ins Ohr. Wenn der in die Kabinen geschaltet wird... grässlich! Berlinert ja vielleicht ganz nett, aber n Sprachtalent is er nicht. Vor allem scheint er nich zu verstehen, dass er nicht schreien muss, wenn er ein Mikro vor der Nase hat...
Heute ist „ein Tag zum Helden zeugen“ aha... ja wunderbar. Nu ja, dafür warten wir jetzt noch auf ein paar verlorene Gäste und die Ausreisegenehmigung von anderen, damit wir dann gleich „zur Seite traversieren und aussegeln“ können. Hm, herrlich.
Der Typ is ja sowas von selbstsicher, es is nervig. Ich kenn nu immerhin unser Piratenabwehrsystem, er guckt über die Reeling. Ha ha.
Jedenfalls, wenn der gleich mal mit seinen Kalauern aufhört kann ich auch wieder denken ;-)
Wir sind jedenfalls seit gestern in Abu Dhabi. Wo ich jetzt weiß, dass das Vater der Gazellen heißt. Hm, warum hat Aladdin seinen Affen Vater genannt?

Nachdem wir gestern Abends hier über so ne Lichterpromenade in die „Stadt“ gefahren sind, bin ich mir wirklich sicher, dass die Leute hier an Geschmacksverirrungen leiden. Schon die Amis sind ja zu Weihnachten mit ihrem Lichtergebimsel nicht zu ertragen, aber hier is der Kram ja eigentlich die ganze Zeit. Im Moment sind einfach nur noch n paar 39 dazu gekommen, weil Nationalfeiertag war. Puh, ich kenn Leute die sind älter als das ganze Land ;-) Aber, um zum Geschmack zurück zu kommen, ein Hochhaus was von oben bis unten glitzert, dann alles in rot und grün an den anderen Häusern (Hochhäusern, natürlich) und auf der ganzen Promenade, die doch einige Kilometer lang war, jede Palme mit rosa, lila oder grünen Lichterketten vollgehängt und dazwischen alles zugestellt mit Weihnachtsdeko, in ähnlich puffigen Farben. Sogar in den Tunneln... also, man muss echt sagen, sie sind hier schnell zu Geld gekommen, aber den Geschmack haben sie dabei definitiv verloren. So für einen Abend is das ja mal ganz lustig, aber auf Dauer einfach nur scheußlich. Hier steht ja auch der teuerste Weihnachtsbaum, 11 Mio (oder Milliarden?) Dollar. Ja, schön is der definitiv nicht. Genau wie der ganze Haufen anderer den ich hier so gesehen hab. Also, sie arbeiten an Weihnachtsstimmung, aber so bekomm ich die definitiv nicht.
Als ich noch auf „hoher See“ draußen gesessen hab und mein mp3-Player zwischendurch immer mal wieder Weihnachtssachen gespielt hat, das war schon schön. Da kann man glatt wieder in Stimmung kommen, wenn man so aufs dunkle Wasser guckt und die Wellen n bissel schäumen...
Jedenfalls, Lichterpromenade. Ab in die nächste „Mall“. Die Leute scheinen hier auch wenig anderes zu tun als einzukaufen. In dem hier konnte man dann auch Schlittschuhlaufen. Und auch wenn es diesmal gar nicht erst iPads gab, dafür Badeanzüge. Doppelte. Halb so teuer wie bei uns. Juhu! Wenigstens was, denn bei dem ganzen Weihrauchgedampfe in dem Teil is einem doch recht schnell schlecht geworden. Und die 50 „Scheichs“ bei Starbucks durften wir ja leider nicht fotografieren ;-) Sonst hätte ich mir noch hunderte Schleier und Ganzkörpergewänder kaufen können. Oder zu Ikea gehen... entdecke die Möglichkeiten. Frag mich, wie sich so ein Billyregal im Gebetsraum machen würde ;-) Nun ja, „Do buy“!


Montag 20.12.
Heute gings dann noch mal durch Abu Dhabi durch. Ziemlich früh morgens, so dass man den Sonnenaufgang sogar sehen konnte. Ich stand auch pünktlich an Deck, aber natürlich war der dank morgentlichem Nebel dann selten unspektakulär. Schade.
Nun ja, ab über die Promenade. Im Hellen sind diese Palmen dann übrigens fast noch hässlicher. Sieht aus wie mit Stacheldraht gefesselt. Dafür gibt’s aber keinen echten Stacheldraht. Weil, hier gibt’s ja gaaar keine Kriminalität. Dass die da immer so drauf bestehen müssen... ok, wenn man bei der kleinsten schief anguckerei sofort ins Gefängnis kommt und danach auf Lebenszeit des Landes verwiesen wird (letzteres passiert wohl auch, wenn man Arbeitslos wird und dann betteln müsste), dann überlegt sich das vlt wirklich jeder der 4 Mio Gastarbeiter (von 5 Mio Einwohnern) doch lieber zweimal...
Zäune gibt’s dafür an der Autobahn. Wir sind nämlich nach Al Ain gefahren. Nennt sich Gartenstadt (war wie man sieht auch alles mit Blumen zugepflastert...). Und die Autobahn is komplett eingezäunt (also die Strecke die durch die Wüste geht), damit da kein Kamel auf die Straße rennt. Die haben ihre eigenen Tunnel zum Straße unterqueren. Is es schlimm, wenn ich da an Lurche und Bodo denken musste? ;-)

Aufm Hinweg gings in die große Moschee. Nicht die größte der Welt oder so, aber gehört zu den bestimmten „größten Moscheen“. Eigentlich war ich ja nich so erpicht darauf da rein zu gehen, aber nu hatte ich schon extra meine lange Hose an (und mir dann auch den Rest des Tages erfeulich einen abgeschwizt), also nu ja. Ma gucken kann man ja, und immerhin wärs da drinne ja nich so warm  dann, ne? Wenn man nicht dieses Ganzkörpergewand hätte anziehen müssen. Herrlich. Kann ja von mir aus tragen wer will, aber ich finde es persönlichkeitsverachtend. Mal abgesehen davon, dass es scheinbar Vollplastik ist und sowas von unpraktisch wenn man da unten immer fast drauftritt und es sich einem hunderte Male um die Beine schlingt. Nu ja, ich hoff Allah is mit mir halbwegs zufrieden.. also, prächtig verschleiert ab da rein. Und wenn sie von außen nur groß aber immerhin noch halbwegs dezent weiß-gold (und darum natürlich wieder sauteuer) ist, drinnen gabs wieder die großen Geschmackverirrungen. So zum Angucken ja ganz nett, aber ich würd mich da drinne nicht aufs Beten konzentrieren können... Alles voller Glitzer oder ewig zu vieler Blumenranken. Und  der ach so tolle Teppich (war wohl bis vor ner Weile noch der größte der Welt) nu ja, den will ich bei mir nicht für Geld liegen haben. Und vor allem die "Lampen"... puh! Aber immerhin war drinnen "Mondlicht". Jedenfalls stand das wo, dass durch die ganzen Glasfenster udn was weiß ich nich noch alles da drinnen original Mondlicht immitiert werden sollte. Hm....



Dann gings nach ner Weile ab in ne Oase, Bewässerungssytsteme angucken und zusehen wie jemand ne Palme hochklettert. Interessanter wärs gewesen, wenn alle die den fotografiert haben das mal selber hätten versuchen müssen ;-)
Dann fluxx weiter, ab auf den Kamelmarkt. Also die sind ja schon süß. Auch nicht groß anders als die bei uns im Zoo, und geritten bin ich ja nu vor drei Jahren auch schon auf einem, aber so viele auf einem Haufen sind schon wieder was anderes. Wir haben keins gekauft. Aber fast hätt ich n ganzen Haufen Araber mitgebracht. Wie die sich auf einen stürzen weil sie einen knipsen wollen... einmal mit dem Kamel, dann mit dem schwarzen, hier noch mal mit dem kleinen, oder mit dem im „dress“. Hilfe! Na immerhin ich kann mich wehren. Dabei hätt ich ja so oder so kein Geld mit gehabt um danach was zu bezahlen. Und nein, ich will auch nicht darüber reden wo ich her komme oder einen Tee trinken gehen. So viele Kamele wie ich wert wäre hätten sie dann doch alle nich gehabt ;-)

Nach nem kleinen Essen im Hiltonhotel gings dann auch wieder zurück zum Schiff. Hilton, ich muss sagen, neben den ganzen Nobeldingern die wir sonst noch so gesehen haben sah das ziemlich ärmlich aus... trotz der natürlich in übertriebensten kitschigen Maßen vorhandenen Weihnachtsdeko.  A propos, das gabs ja auch aufm Schiff... zur Teezeit, Spekulatius und Lebkuchenkekse. Also bei 27 Grad hab ich da echt keine Lust drauf ;-) auch nicht auf Adventsliedersingen mit der Crew...
Aber, was das Hilton hatte, n nettes Schwimmbad. Ne richtige 25m Bahn. Und da wir beim Essen da drauf geguckt ham... die Leute da können leider nicht ordentlich schwimmen. Als dann endlich mal einer die Bahn vernünftig genutzt hat war er natürlich n Schwimmlehrer und hatte danach zwei kleine Jungen zum unterrichten. Schon lustig, wie er definitiv die gleichen Probleme hatte wie wir... Kraul stand aufm Programm und der eine Junge hats einfach nicht hinbekommen seinen Arm richtig zu knicken, der andere dafür kam mit der Atmung nicht klar. Ich glaub der hat die gleichen Sätze von sich geben müssen wie wir. Sah jedenfalls auch schwer nach „Po hoch“ aus, als sie dann zu Rücken übergegangen sind...
Dann gings auch schon wieder auf die Rückfahrt und leicht vom Winde verweht wieder an Bord.

In der Nacht ham wir dann vom Schiff aus noch Ölfelder gucken gemacht. Die konnte ich ja wenigstens sehen, so die ganzen Flammen und so. Die riesen Delfinschule an der wir davor irgendwann mal vorbei sind hab ich ja leider nicht mitbekommen, weil ich irgendwie zu dem Zeitpunkt am falschen Ende vom Schiff war. Schade... und genau die hat mein Vater dann mal nich geknipst.


Dienstag 21.12.
Und dann waren wir auch schon in Bahrein.
Fazit; für einen Tag mal kurz ne Zeitumstellung gemacht, mein komplettes Handyguthaben verloren, weil ich drei Minuten lang angerufen wurde (hat mich so immerhin 16€ gekostet, danke!) und Schiffe im Hafen beobachtet, wie sie kleine Vulkane abgeschleppt haben. Was auch immer das nun dann wirklich war. Und seit dem wir da dann Nachmittags wieder los sind, wackelts hier ganz ordentlich. Man merkt endlich, dass man aufm Schiff ist. Also auch körperlich und nicht nur wegen der Geräusche. Aber das is schon n bissel merkwürdig, denn es schaukelt nicht so wie auf nem kleinen Schiff oder Boot, sondern schlingert einfach total. Im Liegen ist es so als ob man in nem schiefen Karussell fährt, oder man einfach grad krank im Bett liegt. Und beim Rumlaufen... also ich komm mir schwer besoffen vor. Und alle anderen torkeln auch ganz gut vor sich hin. Also nee, das brauch ich sonst lieber nicht haben ;-)
Da mach ich dann doch lieber ne kleine Verkleidungsaktion mit meinem Vater und den "Mitbringseln" für meine Brüder. Ich kann deren Begeisterung schon förmlich sehen... 

Jetzt geht’s schon wieder zurück nach Dubai. Und dann morgen fix ab hoch ins höchste Haus der Welt. Bin ich ja gespannt. Und dann bin ich ja auch schon fast wieder zu Hause. Ich freu mich :-)


Mittwoch 22.12.
So, letzter Tag, wir sind wieder in Dubai. Wieder ne kurze Stadtrundfahrt, wobei man den längsten Teil davon schon immer irgendwie auf dem Hafengelände zubringt. Ganz schön groß und ziemlich viel freie Fläche. Kaum verwunderlich, dass die Taxen da immer kleine Rennen veranstalten...


 Jedenfalls, dann ab ins größte Einkaufszentrum der Welt, wobei in dem einen Infoteil drinn stand, „außerhalb der USA“ nu ja, man is sich wohl nich einig, jedenfalls kann man sich da super gut verlaufen und die Hinweisschilde sehen aus wie auf ner Autobahn...

Und dann, hoch auf den höchsten Turm. Der Aufzug macht schlappe 10m die Sekunde, da geht es ziemlich fix ab in die 124 (glaub ich?) Etage, so um die 400m weit oben, auf die restlichen 400m kann man dann als Touri nimmer, da sind die nich ganz billigen Wohnungen dann unter sich.
Der Fahrstuhl, schön leise und fast ohne dass man was merkt, aber das Geknackse in den Ohren informiert einen dann irgendwie doch über die Höhenänderung. Und da oben, ja man hat n super Blick. Auf ganz Dubai, winzige kleine Hochhäuser und ganz enorm kleine Villen. Weit weg kann man die Aida sehen, auf der anderen Seite (wegen zu viel Sand in der Luft leider nur theoretisch) auch "die Palme" und "die Welt" und direkt unter einem is zum beispiel dann auch der "Springbrunnen" (siehe erster Tag in Dubai) von oben zu sehen. Nur dass er so etwas komisch aussieht. Und das Wasser drumrum wahnsinnig verlockend zum Reinspringen. Nur, wer es irgendwie schafft sich hier oben durch die Fotolücke zwischen den Panzergläsern zu quetschen (und dann auch wieder da raus zu kommen) der is untern definitiv nicht mehr wieder zu erkennen. Da kann man sich in solchen Höhen lange und intensiv drüber unterhalten... Und man kann stundenlang rumfotografieren, oder sich knipsen lassen, wie man will. Auch wenn es nach stundenlangen Knipsereien nicht mehr unbedingt so aussieht als hätte man sich freiwillig knipsen lassen...



Danach haben wir noch einige Runden in der „mall“ gedreht, also nich dass man da an einem Tag irgendwie komplett durch kommen würde... und ich hab gelernt, in Dubai kann man wirklich alles kaufen, auch mit Fell gefütterte Stiefel, die dann aber trotzdem vorne offen sind. Mann, mann... aber leider weniger Kram nach meinem Geschmack. Nu, vielleicht besser so, weil nach meinen Geldbeutel wärs auch nicht.Und na klar, auch hier wieder herrliche Weihnachtsbäume... 
Irgendwann haben wir uns dann mit unserem Kindergarten, will sagen Reisegruppe wieder getroffen und zurück gings ins Schiff. Reisegruppe... ja, das is auch so ein Zustand den ich nicht öfter brauch. Viel zu viele erwachsenen Menschen laufen wie Kleinkinder in Zweierreihen oder panisch als Klops einem Menschen mit Schirm/Schild/Wasserflasche in der Hand hinterher. Irgendwie ist das schon peinlich... Hat was von Viehtransport.


Donnerstag 23.12.
 Nach nem Abschiedsfoto in ach so erfrischenden Farben hab ich jedenfalls meinen Pass wieder, meine Sachen sind gepackt und ab gehts wieder nach Hause. Der Wecker stand auf 5 Uhr, da wir nämlich „selbstständig“ zum Flughafen fahren müssen wir uns zum Glück nicht an die total übertriebenen Transferzeiten halten. Die fahren hier um 4 Uhr los, und das Flugzeug geht erst kurz vor 9... aber netterweise hat der Kapitän ab 3 Uhr die Flugzeiten durchgegeben, also war ich dann doch auch früher wach und hab nur "aus Prinzip" noch so halb geschlafen
Dank Zeitverschiebung waren wir dann 13 Uhr schon wieder zu Hause. Juhu! Bzw. am Flughafen. Auch wenn sich die Leute hier nicht ganz so dämlich und zeitfressend anstellen wie am Flughafen in Dubai, schnell is anders. Flug lief fein, Dubai von oben hat auch was ;-) Deutschland von oben is mehr als ein Kilometer Wolcken (dick).
Jedenfalls, dann irgendwann ab zu meim Vater, komplette Wintermonitur wieder angelegt, Notessen gekauft, ab zu mir, ne kleine aber feine Überraschung und gleich geht das volle musikalische Weihnachtsprogramm los, ich freu mich und bin gespannt! :-) Und müüüüüüüüde!

Montag, 13. Dezember 2010

TonArt Festival in Ilmenau

- oder eine kleine Ostrundreise, Anfang November.. ma schaun wie weit ich komme ;-)

Fangen wir mal in Ilmenau an. Zusammen mit Sandra hab ich mich am 5. November aus Berlin auf den Weg nach Dresden gemacht, es lebe die Mitfahrgelegenheit. Und da dann nach kleinen Problemen am Elbepark (ganz Dresden wollte scheinbar einkaufen gehn) den Weg in Silkes Auto gefunden und ab gings weiter nach Ilmenau, zum Tonartfestival. (Und ich war grad was verwirrt, als ich nachm Bild vom Festivalflyer gegooglet habe, da war doch glatt das erste "aus dem Rahmen Bild" unseres, vom letzten Jahr. Hach... :-D)

Im Auto erstmal ne gute Runde pennen, irgendwie bin ich da ja trotz aller Technik immer ganz gut abgeschnitten von den anderen beiden, da hinten... Musik kommt nicht wirklich an, und reden ist auch sehr schwer, man hört ja nüscht. Gut, dass ich ein Einschlafkünstler bin!

Nach ner kleinen Weile sind wir dann zwar nicht in Ilmenau, aber direkt irgendwo daneben, in einem Ort dessen Name ich immer wieder vergessen habe... muss ich auch gleich wieder nachgucken. Dort jedenfalls war unsere Ferienwohnung. Quasi schon fast ein Palast. Richtig schade, dass wir da nur so kurz waren. Sonst hätte man zum Beispiel die Badewanne oder die klasse Küche mal nutzen oder den Schlüssel fürs Klavier finden können...
So haben wir uns aber wegen des miesen Wetters in unserem Wohnzimmer kuschelig gemacht und mal den Fernseher unter die Lupe genommen. Gut, dass man an einem Samstag auch wirklich schön geplant Filme gucken kann. Sogar spontan ;-)
Und pünktlich zu Filmende war es an der Zeit wirklich nach Ilmenau zu gondeln, ab zu viel a cappella :-)


Nachdem das Navi Ilmenau gefunden hatte waren wir auch ziemlich schnell an der Festhalle. Diesmal ja nicht so früh wie letztes Jahr, sodass wir uns diesmal nicht die Zeit damit verbringen mussten um die Halle durch den Matsch zu gurken und zu merken dass wir uns im Niemandsland befinden...
Also nix wie rein, Traubenzuckerlollis am Eingang gehortet und ab auf unsere Plätze. Kann los gehn!

Da es bei den Gastgebern get souled einiges an Besetzungswechseln gab, waren sie erfreut, dass es in Ilmenau noch eine weitere a cappella Gruppe gibt, die schnell vertreten konnte. 5idelity waren da.Die hatte ich ja in Graz nun schon ein paar mal gesehen und beschlossen sie eine sehr sympathische Truppe zu finden. Die bei mir zwar nicht unbedingt musikalisch punkten, aber durchaus mein Komikzentrum treffen können. Daher hab ich mich gefreut und auch wieder viel Spaß gehabt. Bekloppte Choreografien zu Ampelliedern tanze ich nämlich dann sogar mit ;-) Und Lieder über Dönermädchen... hallo, was gibt es da für mich perfekteres?
Hatte jedenfalls wieder meinen Spaß und hör sie mir gern wieder zwischendurch auf einem Konzert an. Auch wenn doch immer wieder der ein oder andere Ton in die falsche Richtung flöten geht. Aber manchmal muss man wohl Prioritäten setzen ;-) und in dem Fall wär das dann halt nicht die CD...

Copyright 2009 shiva knows
So, als nächstes gabs dann Shiva Knows. Die haben ein The Real Group Programm gemacht. Daher kann ich nicht groß viel sagen, außer das man Real Group Stücke halt von der Real Group hören muss. Sie habens ja nicht wirklich schlecht gemacht oder so, aber vor allem wen man dann mal den live Vergleich zu "den echten" hatte, dann können sie einfach nicht gut abschneiden.
Zum einen war der Ton generell nicht so gut, aber so oder so klangen die Stimmen (vor allem die der Altistin) sehr harsch und manchmal sogar unangenehm. Der Bass war für meinen Geschmack sehr schwach auf der Brust und da kamen dann auch die ein oder andere Unsicherheit her. Und dann wars einfach oft nicht locker, leicht, luftig genug, sondern wirkte entweder behäbig oder zu verkrampft. Einfach nicht "realgroupig" genug.
Wie sich das für Leute anhört die die Stücke zum Teil noch nie gehört haben kann ich nicht beurteilen, aber das was ich insgesamt aus dem Programm am besten fand war ein mir unbekanntes Stück. Wo ich halt keinen Vergleich hatte...
Daher würd ich sagen, wenn man die Real Group noch nicht kennt (sollte man das so oder so schnellst möglich ändern!) kann einem das bestimmt gegen alle meine Ansichten gut gefallen. Sie hatten auf alle Fälle Spaß und ham ne gute Show abgeliefert. Nur sie sind halt nicht die Real Group...


Danach kamen Sonic Suite. Da hab ich ja nun den Eindruck gewonnen gehabt einiges erwarten zu dürfen. Nicht nur wegen Sandra, sondern auch immer wieder wegen der Pressetexte. Da werden die herausragenden Soloqualiäten der einzelnen Sänger ja enormst gelobt. Und auch hier bei der Ansage hieß es wieder, dass wir nun Menschen hören werden, die alle alleine eine wahnsinnige Karriere starten könnten. Und auch wenn die letzten a cappella Preise in Deutschland ja fast konsequent von Juicebox eingesackt wurden ;-) Sonic Suite hatte ja scheinbar immer ein ernstes Auge drauf geworfen gehabt. Lange rede, kurzer Sinn, ich war dann doch mal gespannt.
Und ich muss sagen, ich wurde enttäuscht. Kann natürlich auch an den hohen Erwartungen gelegen haben die da von allen Seiten geschürt wurden, aber das ist ja im Endeffekt egal. ich fand es gelinde gesagt ziemlich langweilig. Zum einen habe ich mich gefragt wo da denn nun die wahnsinns genialen Stimmen sind. Ich habe keine gehört. Das waren alles keine sonderlich hervorstechenden oder irgendwie sonst einzigartig und besonders guten Sänger. Nicht in meinen Ohren. Ich meine, sie können singen, aber das is ihr Job. Und das kann ich auch ;-) Aber eine Stimme die mich umhaut... nein.
Auch von der Bühnenpräsenz her, da war nix. Manch einer hat sich bemüht (der mit Hut) und viele andere (ganz vorne dabei Indra, der hochgelobte) gehören grob gesagt einfach nicht auf die Bühne. Da ist keine Ausstrahlung, manch einer wirkt verloren, der andere als ob er lieber wo anders wäre und eine Verbindung zum Publikum entsteht nicht. Im Falle von Indra kann man ihm seine Beatboxfähigkeiten nicht absprechen, aber da lass ich mich lieber von jemanden mitreißen, der vielleicht eine Stufe weniger aufdrehen kann was das Gewimmel in seinem Mund angeht, dafür aber was vom Rest seines Auftritts versteht. Denn sonst kann ich mir das auch mal auf Kassette vorspielen lassen und dabei zu Hause aufm Sofa sitzen...
Und was sein Gebeatboxe angeht, da kommt das zweite, bzw. dritte große Manko. Die Arrangements, bzw. die Kompositionen. Die waren wirklich extrem langweilig. Wenn ich auf gewisse Weise "Wise Guys mäßig" sage, kann sich ja fast jeder vorstellen was ich davon gehalten haben kann. Es gibt eine mehr oder weniger eingängige Melodie (kommt halt darauf an obs ne Eigenkomposition ist oder nicht), dazu dann eine massive Beatbox (der Unterscheid zu den Wise Guys, bei denen is an dieser stelle der mehr oder weniger lustige Text) und dann dadrunter liegende Töne, die mehr oder weniger spannende Harmonien erzeugen. Und mehr passiert nicht. Ich muss sagen, als ach so begnadeter Solist wär mir das doch etwas zu langweilig, wenn ich nichts anderes zu tun hätte! Und wie gesagt, viel mehr Aktion auf der Bühne gibts dann auch nicht.
Und als letztes, Tilo Beckmann, wirklich ein netter Mensch, aber ich verstehe es nicht. Irgendwie ist er Gründer und Leiter des Ganzen. Tritt aber nur bei den ersten beiden (oder wars nur das erste?) Stücken mit auf. Und besticht vor allem dadurch, dass man ihn wirklich gar nicht hören kann. Und wenn schon die anderen keine Rampensäue sind, dann kann man zu ihm nichts mehr sagen. Ich habe glaube ich noch nie einen Menschen gesehen, der auf einer Bühne so sehr fehl am Platze gewirkt hat!
Und das is dann auch grob so alles was ich zu Sonic Suite sagen kann. Unterhalten wurde ich nicht, ich habe mich gelangweilt.
Es wird viel vorher erzählt ("außergewöhnliche Gesangssolisten") und gemacht und über Besonderheiten gesprochen, immer wieder die Vergangenheit von Tilo erläutert ("Gründer der ersten professionellen VocalBand - A-cappella-Gruppe -  Deutschlands"), aber im hier und jetzt kam, zumindest bei mir, nichts an.
Ich hoffe ja schwer, dass das in einem kompletten Konzert anders ist, aber wenn es so anfangen würde, dann wär ich allerspätestens zu Pause nach Hause gegangen...


So, und da ich jetzt immer noch nicht groß weiter gekommen bin, mach ich wann anders weiter ;-) Fortsetzung folgt... 
Vielleicht erfahren wir dann auch, wie die Thüringer dazu kommen solche hübsche Gartendekoration herzustellen, oder was genau dieser Gartenzaun darstellen soll...

Samstag, 11. Dezember 2010

Weihnachten... Weihnachtsstimmung?

Man kennt das ja, seit etwa Mitte August is überall Weihnachten, und ab dem Moment wo man seinen ersten Adventskalender (geschenkt bekommen :-D) hat und dann vielleicht schon das erste Türchen aufgemacht hat, fragt man sich, ob man denn dieses Jahr in Weihnachtsstimmung kommen wird. Ist jedenfalls bei mir so.
Und die letzten Jahre hat das eigentlich nie geklappt. Wenn, dann auf einem maybebop Konzert, oder in einem kleinen Ort in der Nähe von Kassel, bei einem muSix Konzert und das dann auch noch, als Weihnachten schon vorbei war...
Daher: Änderung muss her! Weihnacht(sstimmung) muss her! Und das will quasi fast Generalstabmäßig geplant sein...

Mittlerweile hat der Optiker bei uns um die Ecke seine Weihnachtsdeko schon wieder abgenommen und Frühlingssträuße im Schaufenster. Das verstehe wer will. Zeit, dass bei uns die Deko Einzug hält. Und da Annika dieses Jahr dann auch ihren Kram entdeckt hat, haben wir genug für überall. Juhu!
Also haben wir bombastisch gewütet, die Kürbisse aufn Balkon verbannt (sie sind zu süß zum Wegschmeißen...) und nu steht alles mit Kerzen voll, manchmal macht das in Verbindung mit unseren roten Wänden eine etwas puffige Atmosphäre...
Und es nun sind Engel, Schnee- und Weihnachtsmänner in trauter Mehrsamkeit vereint und auch wirklich überall hin platziert.
Weihnachtlicher geht nicht mehr... Außer man kramt noch das Mobile mit den Sternen raus, dass mal für ne Maybebop Geschenkaktion gebastelt wurde.... Und ja, ich mache wieder neue Sterne. Ungemein beruhigend. Und ungemein billig, wenn man nicht das bescheuerte Origamipapier kauft, sondern einfach einen bunten Zettelblock... nun ja, das scheint nicht jedem klar zu sein.

Und die Krönung der Deko ist natürlich noch ein selbstgemachter Adventskalender. Dazu nimmt man den schönen, den man ausm Elternhaus mitnehmen durfte. Da wo man selber reinfüllen kann. Ihr wisst schon... Dann nur noch zusammen einkaufen gehen und totaaaaal unauffällig nebeneinander einkaufen was der andere mag. Und wenn beide nicht so auf Schokolade stehen, dann wirds schon schwerer.. macht mal n Kalender voll mit Chips!
So leicht ist das nich ;-) Aber das Ergebnis kann sich dann am Ende sehen lassen. Fein, fein!

Dann, was braucht man noch? Kekse, Kekse, Kekse! Wo wir schon beim Einkaufe waren... dazu braucht man ne ganze Ecke Krams! Und vor allem Gewürzzeugs. Ich hab ja noch nie Nelken und Kardamon gekauft. Nun ja, jetzt weiß ich auch n bissel warum... schweineteuer das Zeugs!

Da ich ja aber dank einer wahnsinnig liebevollen ;-) Viruserkrankung ja schon direkt ans Bett gefesselt bin (oha, klingt gefährlich!) muss ich mich aber irgendwie zu Hause beschäftigen. Und dauernd Serien gucken kann man auch nicht, selbst wenn die Festplatte und das DVD Regal von liebenden Leuten vollgestellt wurden. Irgendwann wird man ja sonst ganz blöde... also bin ich im Moment in einen kleinen Backrausch verfallen...
Am Ofen is ja auch schon warm und so. Und ich soll mich ja immer gut einpacken.
Nach einigen zweisamen und einigen Backorgien im Alleingang,  sechs Sorten und etwa 25 Bleche voll Kekse später hab ich noch drei Sorten ausstehen, und schon keinen Platz mehr... (vor allem nicht im Magen *g*)
Bei der ganzen Backerei schhöön viel "Alte Weihnachtslieder neu" hören (kann man sich übrigens hier gratis runterladen, ich würde es empfehlen ;-)). Das macht traumhafte Weihnachtsstimmung und dabei versuch ich zu vergessen, dass ich auf kein maybebop Weihnachtskonzert kann. *schnief* Das ist das blöde am Hausarrest.
Nun ja, muss man sich halt rann machen und den ganzen Krams auch noch bunt machen. Liebkuchen, quasi :-) Kekse anmalen is ja auch was tolles. Ich werd noch zur Oma, ich sehs kommen! Wenn ich kleinen Kindern Schokolade in Mund stopfe... haltet mich auf! Und wenn die sich dann auch wie im Rezept angekündigt am nächsten Tag auch wirklich erweicht haben.. dann ist es noch ne Ecke weihnachtlicher.
Ich bin jetzt sogar so weit, dass hier für Freunde die merkwürdigsten Rezepte getestet werden. Kekse ohne Ei und ohne Zucker... da kommt komisches bei raus. Ich bin schwer unüberzeugt. Schmeckt aber auf alle Fälle gesund... und so hab ich wenigstens einmal in meinem Leben Sesam springen sehn. 

Weiterer Weihnachtspunkt: Geschenke...
Ich hab sogar schon für etwa sechs leute Weihnachtsgeschenke (und zum Teil sind die schon ausgeliefert, nu ja...), dabei wollte ich doch wieder "nur" Liebe schenken... aber ok, die wäre ja im Moment noch mit einer (nicht immer so schön lilaplüschigen) Überraschung gespickt... Also muss ich doch ab und an auf Konsumgüter zurückgreifen. Ich bin schwer stolz auf mich!
Und mein erstes Weihnachtsgeschenk, die DVD von meim "Musicalchor" ist auch schon da.Wieder grässlicher Erwartung kann man die sich sogar einigermaßen anhören. Auch wenn ich aussehe, als ob ich die ganze Zeit mir geschlossenen Augen singen würde, und laut Annika sowieso meistens nicht aussehen würde wie ich selber... Man kann ja die Augen beim anhören zu machen. Aber so prima ist der Ton dann nun doch wieder nicht. Vor allem der aller, aller, allerletzte Akkord! Mein lieber Scholli! Da gehn einem doch die Ohren flöten und man fragt sich wie krass unmusikalisch oder taub manche Leute Töne durchbraten können... egal. Wir waren bei Weihnachten!

Und wo wir bei singen sind... aufm dem Weihnachstmarkt am Mexikoplatz Geld verdienen ist dieses Jahr dann ja leider mit der Bettruhe nicht drinne. Aber ganz so eng muss man es ja auch nicht sehen.. Daher hab ich am Mittwoch dann das erste Mal Weihnachtslieder gegen Geld gesungen, als ich gebeten wurde mich aus der Bude zu schleichen, um bei nem recht spontanen Auftritt auf einer Anwaltskanzleifeier mit den a cappella Leuten Popweihnachtskrams zu singen. Gut, dass sowas meistens flott vom Blatt geht. Es kommt noch soweit, dass ich Konzerte generell nur mache wenn ich die Noten vorher nicht kenne ;-)
Und es lief doch durchaus lustig. Musikalisch definitiv nicht hochwertig, für meinen Geschmack, aber auch nicht gräßlich, wenn man die eigentlich nicht vorhandenen Proben betrachtet, und meine Mandeln und überhaupt... ;-) ich kann Rudolf singen! Und der Barkeeper fand uns gut genug, um uns dann auch gleich zu "engagieren". Joa, so kanns gehn...
Glühwein gabs, auch wenn ich den nicht trinke, es roch weihnachtlich. Und Maria durch ein Dornwald ging, alle (?) sieben Strophen... schwer weihnachtlich!
Jetzt muss ich eigentlich nur noch Annika Blockflöte beibringen und dann gibts hier noch Hausmusik!

Also, mit einer Tasse Kakao mit Muskatblüte (uiii, wie dekadent!) vor mir... ich glaub dieses Jahr schaff ich die Weihnachtsstimmung!
Und ihr?
Und ach ja, falls es bei euch immer noch nicht ganz mit der Stimmung klappt, hab ich noch n Vorschlag:
Schnappt euch den muSix Adventskalender. Den gibts zum einen bei Facebook, aber auch hier bei Youtube. Und dann kann man zum Beispiel solch schöne Türchen öffnen und hören:

Mittwoch, 24. November 2010

Spontaner Bambergausflug

Da ich jetzt erst etwa n Monat später zum richtigen Schreiben komme, merke ich grad extrem wie gut Stichpunkte sind! An ziemlich extrem viel hätt ich mich so ja sonst gar nicht erinnern können!

Im Oktober hat das telekomfarbene a cappella Bündnis mal wieder Nächte veranstaltet (magenta, wobei ich wirklich mal gerne wüsste wer sich das hässliche Männchen ausgedacht hat...)

Der eine positive Punkt, muSix sind dabei, der andere positive, Intrmzzo auch. Die wollte ich nämlich immer schon mal gucken.
Der eine negative Punkt, das alles is stark im Süden, und der zweite, an den Terminen wo ich kann ist die dritte Gruppe Six Pack, die mich noch nich so wirklich begeistern konnten (gucke)...

Nun ja, aber es gab doch noch einiges was dafür sprach da dringend mal dabei sein zu müssen:

  1. Die Bahn würdigt mal wieder den Tag der Deutschen Einheit und ich kann dank schneller nächtlicher Mehrfachbucherei für 20 Euro nach Bamberg und dann für 20 auch wieder zurück fahren. Zu zivilen Zeiten, durch, und überhaupt...
  2. Ich hätt zwar sogar ne Couch gefunden, aber es geht auch noch bequemer und trotzdem umsonst. Danke! :-)
  3. Aus Spaß an "Gewinnspielen" teilzunehmen ergibt schnell ne Eintrittskarte für umsonst.
So, also war das ganz zum Beispiel schon mal viel günstiger als die SPO-Sache ;-)

Also düse ich dann eines schönen 10. Oktobers nach Bamberg. Super vorbereitet wie ich bin, habe ich die Adresse des ganzen von der muSix Seite kopiert und mir eine gute Wegbeschreibung zugelegt. Und dann das ganze trotz der wieder mal komischer Straßenschilder (wer klebt die denn bitte immer wieder an die Hauswände!?) gefunden, das Theater erreicht... und nix is.
Falsches Theater. Hier ist Oscar Wilde!?
So, da meine Zeit aber knapp wird, renn ich leicht panisch um das ganze Dings rum und suche Menschen, die mir kompetent erscheinen. Und Tatsache, da hinten ist ein ganzer Haufen Leute, die fröhlich Autos mit Bannern und musikalischem Gerät beladen. Kompetenter gehts doch nicht...
Leider ist der einzige nicht tragende und daher abgelenkte Mensch ein Herr in Anzug und mit Handy, also höchst wichtig. Aber egal, die Zeit drängt.
Schnell angequatscht.
Ist das hier das Theater sowieso?
"Ja"
Müsste hier nicht a cappella sein?
"Nein"
Ahaaa...
Hilfe, wo denn dann?
Tja, also das ist wohl in einem ganze anderen Theater-Hallen-Dings (wie ich denn zu diesem Ort komme, hm hm, keine Ahnung!), aber da muss er auch gleich hin. Ob er mich mitnehmen soll...

Kind, steig nie bei fremden Männern ins Auto!

Ja, klar, kann los gehn! Wir ham ja keine Zeit...
Also ab die Post durch Bamberg. Wir klären kurz, dass ich mich nich dauern überall verlaufe, nur Berliner in Bayern halt keine Orientierung haben ;-) und dass er irgendwie mit den Bremer Symphonikern zusammenhängt. Wie weiß ich nimmer, aber er war wichtig.
So wichtig, dass ich ihn am Ende hindern musste mich nicht im Backstagebereich abzusetzen, sondern dann doch da bitte drann vorbei zur Abendkasse zu lotsen. Und sein Angebot mit der Freikarte dann auch ablehnen konnte, musste, was auch immer... Wobei, hätte man eine von den beiden dann nich noch verkaufen können? Dann hätte sich der Trip ja noch mehr gelohnt ;-)
Nun ja, nach einigem fröhlichen an der Abendkasserumstehens, was ich zum Glück nicht komplett alleine absolvieren musste, danke! ;-) Denn da der Ticketdrucker dann auf einmal kaputt war (kenne ich das nicht noch irgendwie ausm BKA?) mussten die Plätze von Hand vergeben und wunderhübsche Eintrittskarten selber gemalt werden... ähem ja. Sofort stürzte dann auch noch dMmddV (richtig so?) herbei um dem ganzen Einhalt zu gebieten, ich glaube aber er hats nicht geschafft...

Jedenfalls so landete ich dann doch sicher und noch rechtzeitig in der halle. Mitte, Mitte, Mitte. Und um mich rum eher so niemand. Vor mir waren fünf Plätze frei, und rechts von mir auch ne ganze schöne Lücke. Aber puh, jemand kommt von links. Trotzdem, ich fühl mich sehr präsentiertellerig....
Und dann gehts auch noch los mit Six Pack. Also, wenns mir nicht gefällt, nicht zu böse gucken! Damit hab ich ja leider so manchmal meine Probleme... Nun ja, man soll ja nicht gleich den Teufel an die Wand malen, also harre ich der Dinge die da kommen und frage mich ein bisschen, was die eigentlich mit dem ganzen Spielzeug da auf der Bühne noch so vor haben...
Erstmal werden die Töne mit Flaschen aus einem bereitstehenden Bierkasten angegeben, da kommen doch leichte Assoziationen an das Glas Blas Sing Quintett hoch ;-)
Und los gehts. Mit einem Abschiedslied. Gute Idee, denn schon da reichts mir eigentlich. Ne ziemliche maue Bühnenpräsenz, schon irgendwie die richtigen Töne, aber trotzdem nicht so wirklich überzeugend und auf Anhieb hab ich da keine Stimmen bei die ich irgendwie faszinierend oder wenigstens toll fände. Zudem winken die Herren ihren Freunden und Eltern (oder wem auch immer?) im Publikum zu. Hm... muss das sein? Also von mir aus können sie nun wieder gehen. Leider war das wohl nicht der Plan und weiter gehts.
Es gibt Gejodel (was ich von Nichtbayern ja schon weitaus besser gehört habe), ziemlich langsames Geschuhplattel (oder wie auch immer) und ein ziemlich anstrengendes "highway to hell". Irgendwie sind da ab und an vielleicht mal n paar ganz nette Ideen bei, aber nix was mich vom Hocker reißen würde, es ist eher langweilig. Auch wenn der Großteil vom Publikum total abgeht und scheinbar die vollendete Erfüllung findet (eine Dame vor mir versucht mindestens fünf mal ne Laola-Welle zu starten, scheitert aber kläglich. Hat auch ne ganze Weile gedauert bis ich ihre komischen akrobatischen Übungen als eben dies deuten konnte...). Abgesehen halt von mir und den zwei Typen die dann irgendwann weiter weg neben mir sitzen. Der eine hockt gelangweilt neben seiner Frau und guckt mich mitleidig an, der andere is wohl blöderweise von ner Zeitung und sollte Fotos machen, schläft aber fast ein... Bei "Hijo de la luna" im Opernverschnitt wacht er dann aber doch wieder auf. Da kann man nicht so gut bei schlafen ;-) Die Idee ist ja ganz nett, und der Typ singt auch irgendwie ganz gut da in diesen weiblichen Höhen, aber für meine Ohren klingt das nicht. Witzig, anfangs, aber wenn der Witz sich dann nach n paar Takten gegessen hat, dann bleibt nix anderes mehr, aber das Lied geht dann noch etwa fünf Minuten weiter. Und das is dann das Problem vom ganzen. Für Musik reicht es nicht. Die meisten "witzigen" Sachen von Stefan raaR, z.B., kann man sich ja auch nicht wirklich anhören. Und meistens is es dann leider auch noch nicht mal in der Idee witzig. Wir kommen nämlich zum Beispiel zu "Ohne dich schlaf ich heute Nacht nicht ein... " oder wie auch immer es heißt. Münchner Freiheit (?) Da war doch mal wer, der meinte jede a cappella Gruppe würde sich anhören wie die. Hmmmmm! Jedenfalls is das dann für mich das totale Ende, ich sterbe langsam auf meinem Präsentiertellerplatz vor mich hin, und die Bayern um mich rum rasten fast aus. Gruselig! Das sind schon fast gospel-religiöse-Momente um mich rum.
Toppen kann das nur noch die Ansage von der Bühne, dass manche im Publikum scheinbar nicht genug Spaß haben, auf die hin sich dann der eine Typ los in die Stühle macht. Ich überleg schon fieberhaft was ich tue, ohne Spaß zu heucheln aber auch ohne die Band total zu blamieren... aber netterweise begibt der sich dann zu wem, der wohl nicht ganz so extrem lustlos aussah wie ich (puuuh! Glück für alle), denn der läst sich noch zum Mitsingen animieren, aber übersehen gehabt haben kann man mich eigentlich nicht... Nu ja, dann is es endlich vorbei. Puhh!
In der Pause hatte ich dann auch noch ein kurzes Gespräch mit dem Herrn zu meiner Linken, der so unbegeistert neben seiner Freundin gesessen hat. Ich hab ihm Versprochen, dass es nach der Pause besser wird, denn er war ernsthaft um seinen und meinen Abend besorgt...
Nun ja, es kann einem halt nicht alles gefallen. Aber nachdem ich mir grad auch mal deren Homepage angeguckt habe.. das macht es nicht wirklich besser! Abgesehen davon dass ich sie total überladen und unorganisiert finde, von welchen
gepflegt-distinguierten Frack- und Zylindertruppen
mit denen sie nicht vergleichbar wären reden die da? Bei den doch ziemlich vielen Gruppen die ich so in meinem Leben gesehen hab (muss ich mal wieder nachzählen gehen) waren herzlich wenige im Frack dabei, und Zylinder hab ich glaub ich noch nie auf der Bühne gesehen (außer früher im Zirkus).
Aber
Absonderlicher Männergesang
ja, da haben sie dann schon Recht ;-) Und ich sehe grad, dass die zu Silvester auf der Aida sind. Mein Glück, dass ich da wieder zu Hause bin. Oh mein Gott. Man stelle sich das mal vor!!

Nun ja, nach ner kleinen Pause waren dann muSix dranne. Die Ansagen des Herrn Peter Martin Jacob waren ja vorher schwer unberauschend, aber hier hat er sich erstmal ganz gut geschlagen. Hat über Berlin, Graz und Sendenhorst geredet und man konnte es als geglückt betrachten. Dann musste er aber doch noch schnell das irgendwie den Männergesangsverein aus Ostberlin unterbringen. Hmm... das hätt nich müssen sein!
Wie dem auch sei, manchem Menschen kann man nicht ändern ;-), los gings dann mit "Pure Shores" und ich war schon schwer angetan von der begeisterten fast atemlosen Stille um mich rum. Die Leute fanden es klasse! Und nach dem was ich da so vorher an Krams erlebt hab, hätte ich gut und gerne an totale Geschmacksverirrungen im Bamberg geglaubt!
Bei "Let me entertain you" ist um mich rum sogar ein richtiger Patrick Fanclub entstanden, die konnten ja schon gar nicht mehr an sich halten, so begeistert waren die von seiner Beatboxerei. Find ich ziemlich gut :-)
Dann wurde sich auf der Bühne wieder fröhlich gedisst, wobei sich André diesmal dann gleich bei Anspielungen auf sein Alter von der Bühne verabschiedet hat. Hm, wie war das mit der Supervision und der Gruppentherapie? ;-) Hat bei der Ferienbande doch auch geholfen...
Dann gab es nämlich extra für dMmddV das 80er Medley. Manchmal frage ich mich da dann schon, wie Till sich seine "Opfer" aussucht... wenigstens n kleines bisschen günstig zu erreichen sollte doch drinn sein, oder? ;-) Und die Sitze da waren halt nun mal nicht soo weit auseinander. Nun ja, es endete also in einem fröhlichen hin und her gequetsche, was dann auch nicht jeder pünktlich zu seinem Einsatz bei der Dame des Herzens und schon gar nicht aufm Weg zurück zur Bühne bewältigen konnte. Nach einigen türkischen und südafrikanischen Vuvuzela-Ausflügen gab es dann "Batallion d'amour" was erstaunlich viele Leute um mich rum kannten, und alle schön andächtig lauschten. Was dann auch endlich mal wieder ne schöne Stille nach dem Lied mit sich zog, und nicht dieses grässliche sofortige Zerklatschen auf Teufel komm raus.
Trotzdem hab ich mich da dann ein wiederholtes Mal gefragt, ob der ein oder andere Herr auf der Bühne vielleicht doch nicht so ganz ausgeschlafen ist. War zwar nicht schlimm oder sonderlich auffällig, aber für den etwas geübteren Betrachter ;-) sind da doch einige kleine Unachtsamkeiten in Bewegungs- oder Tonabläufen aufgefallen, die das ganze zwar weiterhin ein tolles Konzert haben sein lassen, aber nicht unbedingt das beste was die Jungs je geboten haben.
Aber die armen Bamberger hatten sich ja schon an ganz anderem erfreut und waren so völlig zu recht wunderbar begeistert, um mich rum wurden bei Patricks Beatboxsolo die Münder in Scharen aufgerissen und wieder gab es aus verschiedensten Ecken zu hören, dass das ja wohl gar nicht er alles alleine machen könne. Gut, dass der Kenner gleich in der Nähe ist und den Leuten dann in der Pause mit Rat, Tat und Werbung zur Seite stehen kann. Ich muss sagen, das mache ich echt sehr gerne :-D
Meine Angabe mit keinem in der Band zusammen zu sein wurde mir aber irgendwie nicht so recht geglaubt, vor allem als ich dann doch mit einem hereinkrabbelnden Till auf einen anderen Platz gewechselt bin. Nun ja. Gut fanden sie ihn ja trotzdem.

Weiter ging es dann mit Intrmzzo. Die wollte ich ja schon immer mal sehen, hab ich glaub ich zu Anfang schon erwähnt ;-) absurdes aus Holland, und eine Klobürste würde zum Einsatz kommen, mehr wusste ich nicht.
Zu Anfang gab es leider einige Tonprobleme, da war immer wieder eine Stimme weg, ein Mikro zu laut und irgendwie alles etwas übersteuert. Ich hatte mich schon gesorgt, dass das nun den Rest der Show so bleiben würde (denn das es da einige Probleme gibt, da wurde ich schon vorher drauf vorbereitet) aber zum Glück hatte dann der Mensch am Ton doch noch ein Einsehen und alles hat sich wieder eingependelt. Jedenfalls für meine Ohren.
"Hallo wir sind Intrmzzo aus Holland" Ja, diesen Satz gab es dann noch ne ganze Runde öfters zu hören, dass der Holländer an sich gerne mit seinem Akzent spielt weiß man ja. Aber irgendwie ist es halt auch jedes Mal wieder süß und sie wickeln einen damit sofort um den Finger. Ganz schön fiese Sache das. Wir wurden über die verwendeten Instrumente informiert, neben der (rosanen!) Klobürste wurde mir dann ein Minibienenkorb, ein goldenes Ei und ein verschluckter Plattenspieler vorgestellt. ja, sowas hat nicht jeder.
Aber auch ein Mitsinglied das dann doch immer schnell ne Wendung vor dem Mitsingteil macht, sodass das Publikum auf ewig umsonst hofft, das kann nicht jeder. Was auch nicht jeder kann, ist ernsthaft im Kreis stehen und sich dann gegenseitig mit bunten Plastikröhren sowas von auf die Schädel dreschen, die zum Glück behelmt sind. So merkt keiner welcher hohl klingt und alle kommen, hoffentlich, relativ unbeschadet aus der ganzen Sache raus. Wobei das natürlich aber auch die eine oder andere absurde Idee erklären könnte. Aber weil man sich das so schwer vorstellen kann, hier noch ein Foto von der Homepage (und hier die Adresse des Fotografen, ich hoff ich hab die holländische Anweisung richtig verstanden: www.lindavdbroek.com) Und was man dann nicht sehen kann, das ganze hört sich auch noch ziemlich gut an! A cappella ist es dann aber nicht mehr. Und auch kein vocal pop ;-) egal was manche sanfteren Gemüter dazu meinen....
Dann gab es noch die Musik zum Paten (was ein Glück, dass ich nun auch endlich diese Wissenslücke gefüllt und die Filme gesehen habe, wobei ich die Musik natürlich bitte auch so schon kannte). Dazu haben sie ästhetisch sehr wertvoll mit den Fingern an den Lippen rumvibriert. An denen ihrer Nachbarn. Lecker! Hoffentlich wird da vorm Konzert eine ordentliche Händewaschorgie abgehalten. Dass sie sich untereinander sehr gern haben durfte man dann durch kleine Annäherungsversuche innerhalb der band merken (Three times a lady, von Lionel Richie, sehr schön, so von Mann zu Mann...) Dafür gibt es dann aber im Gegenzug leichte Verständigungsschwierigkeiten mit dem Publikum. So kam Clemens (der sich dann gegen Ende bei der hundertsten Ansage "hallo wir sind Intrmzzo aus..." doch noch als Deutscher outete und plötzlich seinen Akzent verlor) zum Beispiel gar nicht so richtig zu seiner Beatboxerei, weil das Publikum einfach zu Klatschen anfing und ihn irgendwie nicht "zu Wort" hat kommen lassen. Auch wenn er sich nach dem Konzert da doch mehr als verwirrt zu geäußert hat, da lies er sich nicht groß was anmerken und hat es dann gekonnt und ziemlich charmant gelöst, sodass er dann doch noch zeigen konnte was er drauf hat. Und das ist was. Vor allem der Plattenspieler in seinem Bauch ;-) Ein ähnliches Problem gab es dann, als einer im Publikum partout nicht aufhören konnte zu lachen und so im Gegenzug auf der Bühne einen leichten Lachkrampf ausgelöst hatte, was dann doch zu gewissen Verzögerungen und allgemeiner Erheiterung geführt hat. Das hab ich aber auch noch nicht gesehen, wenn dann bringen sich die Herren (und Damen) auf der Bühne doch meistens (und manchmal scheinbar auch sehr gerne) eher gegenseitig in solche bedränglichen Situationen...

Nun ja, was lässt sich da schlussendlich zu sagen? Stimmlich war für meinen Geschmack nicht alles perfekt, aber es war absolut sympathisch. Die vier hatten eine ziemlich starke Präsenz, man hing ihnen quasi an den Gesichtern, was auch ziemlich wichtig ist, denn da geht ne ganze Menge ab (durch meinen neuen, doch eher seitlichen Platz musste ich mich da dann an einigen Stellen auf Tills Dolmetscherei verlassen, denn das konnte ich dann so schräg leider nicht mehr alles sehen, aber so hats auch was ;-)). Manchmal war das ganze dann doch aber sehr unter der Gürtellinie. Ich bin mir da mit mir selber irgendwie nicht einig, ob das zu viel war. Vielleicht war es alles noch im Rahmen, so lange man es zum ersten Mal sieht. Ich weiß nicht, wie witzig (und ja auch schon beim ersten Mal irgendwie sehr vorhersehbar) ich die Sache mit den weiblichen Eskimos so finden würde... (und ich verrate es jetzt mal nich *g*)
Ziemlich süß und ein weiterer Punkt in die absolut liebenswerte Ecke war dann die Aktion, dass das ganze Publikum ein Ständchen singen musste/durfte und dabei von der Bühne aus gefilmt wurde, denn der eine Sohnemann hatte Geburtstag und Papa war ja doch eher weiter weg von zu Hause. Das ist doch mal ein nettes Geschenk. Wenns nicht jedes Jahr vorkommt...
Also, kann man sich definitiv angucken. Man muss halt aber auch mehr als "nur" Musik haben wollen, nämlich ziemlich viel absurdes Beiwerk und den ein oder anderen harten Witz. Und ich hab ja auch nur grob ein drittel des ganzen Theaters gesehen... Einmal würd ich mir das dann auch schon noch komplett "antun" sie können gerne mal nach Berlin kommen!

So, nun noch etwas aus PMJs Moderatorenzauberkiste. Denn wenn man ein Gewinnspiel macht, dann bekommt man E-Mails mit Geschichten von Leuten. Die aber bestimmt nicht damit rechnen, dass man die dann im Saal erzählt...
Da erzählt er von der Frau, die letztes Mal mit ihrem Freund da war. Damaliger Freund. Jetzt ist sie wieder da, und würde gerne Männer sind Schweine hören. Na, wo ist sie denn? Ob ihr Exfreund auch da wäre... das weiß sie dann nicht. Und der meldet sich natürlich auch nicht.
Dann fragt er nach der Frau, die doch unbedingt Laolawellen für Six Pack machen wollte. Tja, sie hat schräg vor mir gesessen, ich habs gemerkt.

Nun ja, irgendwann hat dann auch dies ein Ende und damit auch das ganze Konzert. Schön wars. Durchwachsen aber schön.
Und da man sowohl von Peter, als auch von Martin und Jacob nicht genug bekommen kann, gehts dann noch zu einer kleinen Nachfeier auf deren Zimmer. Und tatsächlich hat jeder von denen ein eigenes Bett. Erfolgreicher Manager müsste man sein ;-) Aber es gibt auch andere Qualitäten. Ich kann nämlich seit neustem mit meiner Faust pfeifen (ihr wisst schon was ich meine) und damit schindet man in einem ruhigen Moment auf einmal ziemlich Eindruck und hat dann nen Haufen Männer um sich sitzen, die das lernen wollen. Mensch... hätt ich das früher mal gewusst!
Als dann noch dank Witzebeauftragtem Christian die verschiedenen Betttypen durchgenommen wurden und auf einmal die Frage im Raum stand, ob man sich in einem Hochbett überhaupt hochschlafen kann, oder ob flachlegen da einfacher ist, haben wir uns dann doch langsam verkrümelt und mit dauerduschenden Hotelgästen befasst. Immerhin hieß es für die anderen dann doch schon um 9 Uhr Abflug.

Da mein Zug aber erst kurz nach 12 ging hab ich dann das Essen genutzt und mit dem Manager und der Praktikantin ;-) bei nem zweiten Frühstück n bissel Zeit geschindet und gefachsimpelt. Dann hab ich mich zum Bahnhof bringen lassen und dort dann gemerkt, dass ich doch zu wenig Bücher mit hatte, denn plötzlich war es leer, bzw. voll, also zu Ende, der Zug dank Deutscher Bahn Manier aber noch lange nicht da.
Aber auch diese Zeit kann man sinnvoll nutzen, denn scheinbar sieht man mir meine Bahnerfahrung an. So hab ich dann einen ernstzunehmenden Geschäftsmann unter meine Fittiche genommen und ihm erklärt wie sein Ticket funktioniert, wie so ein Zug fährt und was der Schaffner alles so macht. Ok, nicht alles davon, aber so einiges. Und noch vieles mehr. Zum Beispiel über wichtige a cappella Gruppen (und das sogar auf Nachfrage). Und was Beatboxen so eigentlich ist (dabei meinte er sich die WM sogar angeguckt zu haben). Sein Sohn würde das nun nämlich lernen.
Denn Herrn hab ich dann sicher an seinen Platz gebracht, gezeigt wo der Strom ist und wie das Netz im Zug funktioniert (auf die muSix Seite hat ers dann von alleine geschafft *g*)
Hinsetzen, diese Stichpunkte hier schreiben und schlaaaaafen. hach schön wars :-)
In Berlin dann nur noch meinen neuen Freund in ein Taxi packen und ab nach Hause. Videoabend hat ja noch gewartet ;-)