Samstag, 5. Mai 2012

Kulturbörse in Freiburg

So, nun komme ich endlich mal dazu was zu Freiburg zu schreiben. Also so wirklich ;-)
Nachdem ich jetzt nämlich den ganzen Tag an nem Vortrag über die Entwicklung von a cappella Musik gearbeitet habe (einen für absolut unwissende Menschen, das is mal gar nicht so leicht dann!) und dann meine Sachen für den Ausflug nach Augsburg morgen, bin ich noch nicht wirklich müde genug und mir ist langweilig.

Bombenmischung :-D

Ich war dann also im Januar in Freiburg. Eigentlich wollte ich mir auch n bissel was von der Kulturbörse angucken, aber irgendwie bin ich nicht dazu gekommen.
Nachdem ich durch den erklärungsunfähigen Freiburger erst sehr spät an der Messehalle angekommen war, hab ich mich auch schon zum Pausieren wieder im Hotel befunden und bin dann quasi pünktlich zum Abendkonzert und gleichzeitigem Schließen des Messebetriebs wieder da gewesen.
Außer einmal schnell durchrennen um meinen Freund zu suchen hab ich also nix hinbekommen. Bin kurz mal allen möglichen wichtigen und bekannten a cappella Menschen über den Weg gegurkt, aber die sieht man ja sonst auch bei Konzerten. Nu ja, muss ich vielleicht nächstes Jahr noch mal hin ;-)

Nun aber zum Konzert. Los gings mit postyr.
Jetzt hab ich ja schon viel gesagt, aber eigentlich nicht wirklich was rübergebracht dabei.
Also kurz, die sind genial! Ich hatte mir vorher schon die CD geholt, denn nach den beiden Auftritten die ich gesehen hatte war ich n bissel verliebt.
Die kann ich auch absolut jedem empfehlen, kann man sich unter anderem >hier< holen.
Dann ist dazu auch eine Besprechung bei Mouth-Off (ab Minute 20) zu hören.
Was kann man zu ihnen sagen? Von juicebox kenn ich nu den Ausdruck "e cappella". Und das triffts auch hier ganz gut. Denn Elektro, will heißen Maschinen, sind hier schon ziemlich wichtig. Undgrad so Elektrokrams ist ja eigentlich gar nicht mein Fall. Und ich weiß auch überhaupt nicht was der Kristoffer da auf der Bühne hinter seinen Schaltpulten treibt. Aber ich finde es genial. Vielleicht grade darum?
Denn trotz der ganzen technischen Spielereien haben sie da einfach wunderbare Stimmen, traumhafte Klänge und herrliche Harmonien.
vocal-blog.net
Und dann sind da auch noch Instrumente bei. Instrumente? Ja. Zum Beispiel n Cello. Und ich muss sagen, schönes Instrument! Ist das ok, auf ner a cappella CD?
Irgendwie scheinbar schon. Jedenfalls auf dieser CD. Denn die ist einfach nur eins, extrem vielseitig.
Wir haben wir gesagt Maschinen, Stimmen und Instrumente.
Dann haben wir Balladen (mein absolut Lieblingsheulstück ist drauf) die dann auch auch sehr klassisch und komplett a cappella gehalten sind. Wer das nicht liebt hat kein Herz!

Das ist ne Aufnahme aus dem Konzert in Berlin. Ich war da, mit etwa 30 anderen. Aber ich hab noch nie ein so intensives Konzert gehabt. Und allein wie ewig lange da Zugabe gefordert wurde...

Auf der anderen Seite haben sie Stücke, die einfach nur total abgehen. Da sitze sogar ich im Konzert und tanze auf meinem Stuhl! Krasse Ohrwürmer, wahnsinnig viel Energie, griffige Texte und ne Choreo, die simpel aber irgendwie genial ist.
Zu einem aus dieser Kategorie gibts auch n Video:

Noch besser finde ich da OMG, auch wenn der ein oder andere RARB Kritiker es zu unflätig findet, ich steh drauf! Gibts nicht mehr zu sagen.

Insgesamt kann ich nur sagen, dass die CD wunderbar kontrastreich ist. Die Stimme wird in allen ihren Facetten gefeiert und gleichzeitig kommt einem die volle Pulle Elektro entgegen. Aber so, dass es genial ist. Denn das passt irgendwie auch einfach super gut zusammen. Die Stimme kann unglaublich schön sein, aber man kann auch krasse Effekte und Geräusche hinbekommen. Und das ist nicht immer schön. Aber halt genial. Und es klingt super.
Und das beste, erstaunlicherweise bekommen sie das live auch hin.
Ich hatte ja vom Internetkonzert berichtet? Hier sind n paar Aufnahmen.
Zum einen kann man hier in einem Stück gleich viele Seiten auf einmal hören, und sie dann auch noch live sehen. Super lustig und sympathisch sind sie dann nämlich auch noch. Da wird dann halt mal das Internetpublikum gebeten abzustimmen in welcher Stimmung sie ein bestimmtes Lied hören wollen. Tja, das hätte man dann halt selber sehen müssen... ;-)

Und wenn die fünf mal wieder zu uns nach Deutschland kommen: Hingehen und abfeiern! Wenn ich das schon sage ;-)
Deshalb bin ich ja auch nach Freiburg gefahren. Denn sie sind halt dann doch eher aus Dänemark und das is noch weiter weg von hier. Es hats ich gelohnt. Sie haben diese absolut geniale CD auf die Bühne gebracht. gezeigt wozu die Stimme fähig ist, was man mit so Schaltpulten machen kann, und dass Musik nicht immer so langweilige Blubber-Pop-Musik sein muss, sondern dass man Musik ins Herz und ins Hirn holen muss.
Puh, klingt das pathetisch



Sonntag, 29. Januar 2012

posytr; in Leipzig, Berlin und dann sind wir wieder in Freiburg

So, und nun widme ich mich mal postyr. Und kann somit auch ganz gekonnt den Bogen zu meinem Ausflug gestern nach Freiburg schlagen.
Denn jetzt sitze ich leider schon wieder im Zug und befinde mich aufm Rückweg nach Berlin. Grade haben wir Mannheim gestreift. Es ist nicht nur hässlicher als ichs generell in Erinnerung hatte, ich hab sogar den Eindruck, dass es heute noch hässlichher is als gestern.
Oder liegt das nur daran, dass ich heute nicht so viel Lust hab zurück zu fahren (wobei jetzt ja auch fast nichts mehr in Freiburg is was mich da halten könnte) und gestern dagegen noch so freudig hibbelig war? Wie auch immer, jetzt is es ja vorbei ;-) und immerhin hab ich auch noch ne kleine Ladung Werbung machen können, es lebe das Leben im Zug.

Jetzt zu postyr. Das erste Mal hab ich sie wie gesagt beim Wettbewerb in Leipzig gesehen. Da waren sie kurz mal zu viert, da die Altistin wegen eines Unfalls im Krankenhaus war. (Wie ich dann fast n halbes Jahr später in Berlin erzählt bekommen hab war das zum einen sehr kurzfristig, das Programm daher mit vielen spontan gewachsenen Arrangements [vor allem ihre Solostücke, da ja das Programm bei einem Wettbewerb nicht mehr wirklich vorher geändert werden soll/kann und das dann jemand anders übernehmen musste] und auch bei weitem nicht das einzige Hinderniss auf deren Reise. Es muss sich um eine Odyssee gehandelt haben.)
Nun aber zur Gruppe. Erstmal rein optisch sahen sie schon etwas spacig aus. Da war ich mir nich ganz so schlüssig wie ich das finden soll. Das war zwar klar ein Konzept und nicht so ein undurchdachter Kleidungsfehlgriff wie bei vielen anderen Gruppen, aber muss ja nich gleich meins sein... Aber was soll ich sagen, mittlerweile bin ich in das Kleid von Tine (links im Bild) direkt verliebt und weiß nur nichts mit der komischen Hose von Kristofer anzufangen, die vornerum einfach etwas zu viel Stoff zu haben scheint (und ich vermisse seine knallbunten Schuhe, die nach Leipzig leider nicht mehr dabei waren). Aber Klamotten sind natürlich nicht wirklich das wichtigste. Mehr ins Auge gefallen ist dann doch noch die ganze Maschinerie auf der Bühne.
Schon mal ganz fix für alle die schnell sind und sich das selber ansehen wollen, hier ein Link:
http://www.livemusicstage.com/
Da wird es heute um 15 und 21 Uhr ein live Postyr Konzert geben. Man muss sich nur für umsonst eine Karte "kaufen", will heißen sich registrieren, tut nicht weh ;-)
Und dann kann man ein bestimmt sehr geniales Konzerterlebnis genießen. Soll interaktiv sein, wie auch immer das genau laufen wird... ich bin gespannt! :-)

(und danach schreib ich hier weiter, versprochen)

Dienstag, 24. Januar 2012

Live on Board ;-) Freiburg, Leipzig und wieder zurück

So, jetzt sitze ich zu meinem eigenen Geburtstagsgeschenk in der Bahn.
Also abgesehen von der Sache dass ich Bahn fahre, finde ich, dass ich einen guten Geschmack habe. Denn es geht nach Freiburg, zur Kulturbörse. Und nicht nur, weil ich generell so wahnsinnig kulturell bewandert bin, sondern vor allem, weil es da heute eine Spezialveranstaltung gibt. Heiß „Mensch-Technik-Stadt“ oder so. Wie der Titel zustande gekommen ist würde sich vielleicht glatt mal lohnen zu fragen, ist aber eigentlich auch egal.
Wichtig ist, dass ich dort neben musix auch Hartmuth und die Hitmaschine und postyr zu sehen bekomme. Und das is mal ne gute Mischung!

Im Moment sehe ich mal wieder, dass Berlin von Brandenburg umgeben ist. Draußen ist nix, außer Kiefern. Wobei, Schnee. Mein erster Schnee seit ewig Also Schnee aufm Boden, meine ich. In der Luft und ab und an auf meinen Klamotten, hab ich ihn in der letzten Zeit doch sogar manchmal zu Gesicht bekommen. Sieht eigentlich ganz schön aus. Auch auf den Kiefern und so... so kann man Brandenburg von mir aus lassen.

Aber zurück zur Bahn. Grade wurde mir empfohlen hier zu Frühstücken. Das ist natürlich sehr nett von der Bahn. Sie raten zum Frühstück Rührei „naturelle“... Das gibt’s mit einer Scheibe Brot. Ui, heißt naturelle nicht nur „ohne alles“ auf pseudofranzösisch? Klingt unglaublich lecker. gibt’s bestimmt auch schon für angenehme 10€. Gut, dass ich etwa ein Kilo Möhren dabei hab ;-) dann komm ich nicht in die Verlegenheit mich noch zwischen dem Bordbistro und dem Bordrestaurant entscheiden zu müssen ;-) Aber dann würde ich der Gefahr an meinem Sitzplatz entkommen. Die Frau vor mir hat nämlich irgendwelche hochexplosiven Flaschen dabei und beschießt mich mit deren Deckeln. Bei dem Krach hätte das echt weh tun können... Bin ich da jetzt eigentlich gegen versichert?

Egal, jetzt noch n bissel zurück. Ich hatte ja postyr gesagt. Und postyr habe ich ja schon in Leipzig beim Wettbewerb gesehen. Und wie der ein oder andere weiß, hab ich da meinen Bericht immer noch nicht zu Ende geschrieben. Leider hab ich heute früh meinen Zettel mit den Aufzeichnungen nicht gefunden. Ob ich noch alles so zusammen bekomme weiß ich nicht.
Aber da ich das Programm hier liegen habe, werde ich mal versuchen mein bestes zu geben. Und wenns nicht klappt, werde ich mich dann mal kurz, quasi auch als Vorbereitung für nachher, mit postyr befassen. Die habe ich nämlich im November dann noch mal, fast in einem ganzen Konzertprogramm, in der Schalotte gesehen.

In Leipzig nun. Laut Programm gabs als nächstes "So!... und nicht anders".  Wie man sich vom Namen her denken kann, waren die aus Deutschland. Wie man ein bisschen befürchten kann, waren sie typisch deutsch. Jedenfalls was Klischees und  a cappella angeht. Also ganz klar die Comedyschiene.
Ich hab meine Notizen wie gesagt nicht mehr dabei, daher kann ich nicht nachgucken was ich mir so positives aufgeschrieben habe. Aber ich kann mich sehr gut an das vorherrschende Gefühl erinnern. Es war mir wahnsinnig peinlich das sehen zu müssen und auch nicht unbedingt ein Ohrenschmaus. Ganz klar zu erkennen waren die musikalischen Vorbilder dieser Gruppe. Die Wise Guys, Basta und (man glaubt es kaum, wenn man das Ergebnis sieht) maybebop)
Die Musik war, sowohl von der Melodie der einzelnen Stücke und deren Harmonie"vielfältigkeit", sehr stark an die Musik der Wise Guys angelehnt. Und wieder mal ist das nicht als Kompliment zu verstehen. Höchst einfach strukturiert, bis hin zum langweilig banalen. Gesungene Witze, aber keine Musik.
Die Witze, will heißen die Texte, gingen dann auch in die Wise Guys Richtung, da sie aber nicht ganz so bieder und ab und n schweeer verwegen waren fühlte ich mich da noch ein bisschen mehr an Basta erinnert. Nebenbei gesagt aber auch vor allem dank der Intonation. Die war nur höchst mäßig.
Gekrönt wurde das ganze dann mit einer Choreo im Sinne von maybebop, bzw. deren Anfängen. Was ja im Prinzip nicht schlecht ist, die mag ich ja ganz gerne, aber nicht in dieser Ausführung. Vielleicht sollte man beim Proben mal einen Spiegel zu Rate ziehen, das bekomme nämlich sogar ich eleganter und im Zweifel auch mit mehr Begeisterung hin. Und das will ja wirklich mal was heißen ;-)
Es gab ein Lied über Boygroups (mal was gaaanz neues), etwas für den Sommer und schnell noch ne Quotenballade, die dann natürlich auch genauso klang.
Natürlich ist das alles Geschmacksache, aber ich hatte den Eindruck, den vom Publikum haben sie nicht getroffen. Bestimmt fünf ganz nette Jungs, aber singen können sie wirklich nicht. Keine der Stimmen hat mich überzeugen können, alle wirkten etwas überfordert, waren unsauber und auch sonst nicht irgendwie interessant. Sehr schade, aber es wird halt nicht jeder zum Sänger geboren. Und ich bin definitiv nich zu deren Publikum geboren. Gerne nicht wieder....


Nach der Pause gings dann weiter mit Audiofeels aus Polen.
Auch eine Boyband, irgendwie, aber doch sehr anders. Und nicht nur, weil sie etwas erwachsener wirkten.
Die fand ich insgesamt ziemlich gut und werde auch noch mal in meinen Notizen nachgucken müssen, weil ich mir positive Dinge immer nicht so konkret merken kann. Irgendwie komisch...
Nun ja, aber was macht die also so anders? Man kann es wohl so sagen, dass sie a cappella mit Instrumenten gemacht haben. Natürlich standen da keine Instrumente auf der Bühne und sie haben natürlich auch keine versteckt oder vom Band gehabt. Nein, stattdessen haben sie sich selber einfach auf die jeweiligen Instrumente „spezialisiert“. Laut Programm waren sie nicht in die klassischen Kategorien (Tenor, Bartiton, Bass, Percussion...) eingeteilt sondern in die Instrumente(nkategorien).
Schien interessant, war auch ziemlich gut. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht zuzugucken und zuzuhören. Da war n ziemlich starker Sound und sie haben auch ansprechende Stücke gemacht. Von den Arrangements waren die jetzt zwar, soweit ich das in Erinnerung habe, nicht wahnsinnig speziell oder aufregend, aber das haben sie durch ziemlich viel Spiel- bzw. Singfreude wieder wettgemacht. Und das ganz ohne alberne Tanzeinlagen, sondern doch eher Rockbandgehabe. War nicht schlecht! Nur „nothing else matters“, da hätt ich auch drauf verzichten können, irgendwie hab ich das schon zu oft in a cappella gehört. Sehr toll war dafür "bitter sweet symphony", Ich mag das Lied ja eh schon ziemlich gerne, aber in der Version wars noch n Ticken intensiever. Fein!
Leider habe ich mir durch deren „Spezialisierung“ von den unterschiedlichen Instrumenten mehr erwartet, zum Beispiel die Streicherfraktion (auch bei dem Positivbeispiel von grad), aber auch Blechbläser habe ich in anderen Gruppen schon authentischer erlebt. Das macht aber eigentlich nicht viel aus, den „gelebt“ haben sie das ganze sehr echt und so fühlte es sich dann doch wieder sehr authentisch an. Schon allein durch die Aufstellung, die immer in „Intsrumente“ und Sängerfraktion unterteilt war.
Nun ja, wie gesagt, ich muss noch mal in meine Notizen gucken, aber die kann man sich schon mal  bestimmt wieder anschaun. Waren nicht meine Favoriten, aber gut sind se allemal.

Mittwoch, 28. September 2011

Leipzig a cappella II

So, jetzt gehts auch hier mal weiter. Das ist nämlich das Gute wenn man krank ist. Ab dem Moment wo die Augen wieder etwas entspannt auf technische Geräte gucken können, kann man sich auch mal wieder Zeit für sowas nehmen. Die hab ich nämlich, falls es keinem aufgefallen ist, in letzter Zeit so gar nicht...

Am nächsten Tag also wieder früh aus den Federn, ab zur Mitfahrgelegenheit. Da dann fix weitergeschlafen (so kann man sich danach auch nur aus Geschichten erzählen lassen wie wild der Mensch gefahren ist...)
Diesmal haben wir es dann auch geschafft uns gleich mit Heike zu treffen und dann gings wieder rein zur Jury den älteren Herrschaften und den Studenten ;-)

Und los ging es, an einer Bushaltestelle. Das KrisKrosKvintet (ja, wird so geschrieben) aus Prag stand an einem netten Schildchen, alle summten ihre eigene Melodie vor sich hin. Was dann folgte war direkt eine durchgestylte Show, jedenfalls so wie man es bei einem solchen Wettbewerb noch hinbekommen kann, die den Weg der Gruppe nach Dresden schilderte. Nett gemacht, fand ich ne schöne Idee. Vor allem dass das Tonangeben zu Anfang der Stücke über ein "Bussignal" erfolgte war doch mal was neues. Mit Bierflaschen kennt das der ein oder andere ja vielleicht schon ;-)
Was das "durchgestylte" angeht, das traf irgendwie auch auf die Outfits, nur leider diese nicht meinen Geschmack. Komische matschfarbene Overalls, die mehr an hässliche Satinschlafanzüge erinnert haben... nu ja, immerhin besser als das Bild aus dem Programmheft, was wirklich nach "kriskros" aussah... Nu ja, auf dem Bild sieht man ja, dass es auch anders geht ;-) frag mich jetzt nur, warum sie sich mit den aktuellen Klamotten nicht ins Netz trauen.
Die ersten Stücke haben sie dann noch ohne Mikro gesungen, und es sich erstmal mit mir verscherzt. Das allererste war nämlich "Io mi son giovinetta" von Monteverdi, was wir (Junges Ensemble Berlin) beim Chorwettbewerb in Dortmund gesungen haben. Und was ham wir da drann rumgewerkelt... Ich weiß also auch durchaus um was es geht. Die beiden singenden jungen Menschen sind größtenteils glücklich, lachen in der Gegend rum und freuen sich am Frühling. Um das mal so auszudrücken ;-) Da passt es gar nicht wenn die Sänger zwischen Langeweile und Aggression wechseln...
Die zweite Hälfte war dann mit Mikrofonen und fing mit den üblichen verdächtigen an. "Chili con carne"... ist mir nicht sonderlich im Gedächtnis geblieben, kann also so schlimm, aber auch so gut, nicht gewesen sein. Nur die Aussprache, na ja, nicht drüber reden...
Dann "Bohemian Rhapsody", mutig. Was kann man sagen? Die Sänger klangen leider alle total außer Atem, der Tenor war mir viel zu kehlig und der Bass zu nasal. Aber immerhin, ein schön angenehm zarter Sopran. Das is ja auch mal was wert. Leider waren aber auch die Mikros schlecht abgemischt, oder woran sonst auch immer es gelegen haben mag, dass in dem technischen Teil die Begleitstimmen einfach immer viel zu laut waren und sich das überhaupt nicht schön gemischt hat.
Und bei diesem expliziten Stück bin ich jetzt auch langsam gesättigt an a cappella Versionen. Definitiv habe ich meine Lieblingsvarianten auch schon gehört, das brauchts einfach nimmer...
Beendet haben sie ihr Programm dann mit einem serbischen Volkslied, was wiederum viel Spaß beim Zuhören gemacht hat. Keine Ahnung um was es ging, aber sie haben die Sau rausgelassen, sich gegenseitig wechselnd an die Wand gesungen, hier aber dann geplant, würde ich meinen. Das hat Spaß gemacht beim gucken und hören. Und hat mich dann am Ende auch versöhnt. Quasi pünktlich zu ihrer Ankunft in Dresden ;-)

So, weiter ging es dann mit Lalá, aus Österreich, die habe ich 2009 schon in Graz gesehen. Da fand ich sie wirklich gut, und sie hätten einen Preis verdient gehabt. Aber warum auch immer, sind sie im Pop-Bereich angetreten, dabei war das dann doch nun wirklich Jazz, und somit, Thema verfehlt... schade.
Nun ja, hier gabs je keine Themenbereiche, also konnte man gespannt sein.
Und ich muss sagen, ich wurde mit meinen Graz-Erwartungen nicht enttäuscht.
Zum einen, einwandfrei sauber, zum anderen einfach eine wunderbar "in sich ruhende Sangesfreude", ohne viel Tamtam oder aufgesetztes Verhalten. Die vier kommen schön natürlich rüber und so klingen die Stimmen auch. Angenehm warm, und wunderbar zusammen. Kann man mit den deutschen Klangbezirkern vergleichen, finde ich. Insgesamt fand ich die Frauenstimmen beeindruckender als die Männer (und das will ja mal was heißen ;-)), da der Bass manchmal etwas schwach auf der Brust war, aber vielleicht lag das auch an der Technik (über Bässe und Mikrofone und wer da eigentlich noch von alleine im Bauchnabel vibrieren kann und so, da könnte man ja auch mal glatt  ne Arbeit drüber schreiben...). Und der Tenor, nu ja, vor allem ne hässliche Frisur ;-) klang aber sonst eigentlich sehr schön und klar. Durch die Bass-Sache hat dann ab und an mal das Fundament gefehlt, jedenfalls für meinen Geschmack, aber an anderen Stellen war er dann wieder umso mehr und sehr präsent da. Vielleicht auch tageszeitabhängig, wobei das dann sehr kurze Intervalle waren. Nu ja.
Zu den Stücken, es fing an mit einem eigenen (Lalájodler) was ziemlich interessant etwas König der Löwen -artiges mit Gejodel gemischt hat. Damit kam man gut rein, und es wurde auch mal gleich der bandinterne Babybauch vorgestellt. Besonders aufgefallen ist mir dann noch der klassische Part (Locus iste), das war traumhaft schön. Sehr pur und dadurch ziemlich gänsehautverursachend. So muss das sein!
Weiter gab es noch Jazz von The Idea of North (a cappella aus Australien) und Pop von Michael Jackson, kann man nichts gegen sagen, und eine Eigenkomposition, ich nehme mal an auf Österreichisch? Die war auch sehr zu Herzen gehend, ehrlich, ohne viel Getue. Und dabei haben sie dann auch mal nebenbei gezeigt wie super man ein Piano singen kann (im Sinne von "leise"), das haben die meisten anderen Gruppen technisch nicht annährend so gut hinbekommen.
Im Großen und Ganzen, definitiv erstmal meine Favoriten!

Donnerstag, 4. August 2011

A cappella Wettbewerb in Leipzig I

So, eigentlich wollte ich ja erst mal was zum Festival in Dortmund schreiben, aber ich bin eh total der Zeit hinterher, mal wieder ... Jetzt erstmal fix Leipzig. Das war ja schon n bissel früher, aber wo ich hier grad son paar Notizen hab, und eh alles wieder weg is, denn ich schreib mir ja eigentlich immer nur die negativen Sachen auf, das positive bleibt mehr im Gesamteindruck hängen. Und der sollte mir ja nun nicht total flöten gehn...

Ich war ja vor (glaub ich) drei Jahren schon mal bei dem Wettbewerb, als muSix da mit angetreten sind. Und das is schon ne ziemlich feine Sache, kost nüscht und man bekommt verschiedenste Gruppen zu sehen und zu hören.Publikum zwar eher aus dem Altersheim, weil das zeitlich gesehen (Donnerstag und Freitag Vormittag/Mittag) doch nicht so die normale Zeit ist, aber vielleicht grad deshalb immer sehr entspannt.
Die letzten Male war ich dann immer "nur" zu einigen Konzerten in Leipzig und habe es leider irgendwie nicht mehr zu den Wettbewerben geschafft, aber wie gesagt. Nu wieder.

Also ab in die Mitfahrgelegenheit (dort noch mal fast drei Stunden über Musik und die Möglichkeiten des Gesangs referiert, war sehr nett, danke :-)) und dann pünktlich mit Sandra im Gewandhaus gelandet. Pünktlich um sich vor dem Wettbewerb noch mal mit Kaffee und Keksen auf den Sofas heimelig einzurichten und vorzubereiten.


Dann ab in den Saal und nach dem der dann auch irgendwann voll war gings mit der ersten Gruppe los.
Ocvocetto aus Polen. Ein eher klassischen Ensemble in einer eben solchen Besetzung (SSAATTBB). Was sieht man zu erst, die Frauen haben schöne rote Oberteile an und sehen darin nicht dämlich aus, der Rest is schwarz. Geht doch... nu ja, aber darum gehts ja nicht.
Zu diesem ersten äußerlichen Eindruck gesellte sich dann leider ein weiterer eher unerfreulicher. Das erste Stück wurde noch mit Noten vorgetragen, was ja bei klassischen Sachen auch prinzipiell in Ordnung ist, aber nicht dann, wenn man sich darin vergräbt und weder zu seinen Mitsängern noch zum Publikum Kontakt herstellt.. Sehr schade. Dadurch entstand dann auch kein wirklich gemeinschaftlicher Klang vor allem in den Glissandi sang jeder für sich und die Absprachen waren nicht zusammen, das darf eigentlich nicht sein.
Nachdem dann bei den folgenden Stücken die Noten weg waren hat sich das aber zum Glück verbessert, vor allem aber in den polnischsprachigen Stücken, wo sich die Gruppe merklich wohler gefühlt hat. Da konnte ich dann auch den warmen Klang vor allem im Alt und Tenor viel besser genießen. Was die Sprache angeht, hätte ich das englische Stück nicht schon selber mal im Schulchor gesungen, ich hätte die Sprache nicht erkannt. Das war schon haarsträubend.
Zum Schluss gab es dann noch ein Improvisationsstück, was sich mir leider nicht so sehr erschlossen hat. Über ein Pfeifsolo, meditationsartige Klänge und Sambarhythmen mit Körperpercussion gab es da vieles, aber irgendwie alles etwas unkonkret und nicht zu Ende gedacht, jedenfalls hat es auf mich so gewirkt.

Als nächstes gab es dann das Vokalensemble Viererlei (SSAA). Vier Damen aus dem klassischen Bereich. Damen eher, auch wenn wir uns über das Alter nich ganz klar werden konnten, denn sie wirkten vor allem in den langen Kleidern mit Blümchen am Revers sehr altbacken und etwas bieder. Aber geht ja auch um den Klang und wer weiß, vielleicht wollten sie so "seriöser" wirken, denn nach einem Blick auf die Homepage habe ich gesehn, dass doch bis auf eine alle etwa 5-10 Jahre jünger waren als ich geschätzt hätte.
Jedenfalls, positiv aufgefallen ist mir erstmal, dass sie sich gleich viel weiter nach vorne gestellt haben als das erste Ensemble vorher und von Beginn an ohne Noten gearbeitet haben, sodass sie einen viel besseren Kontakt zum Publikum herstellen konnten. Der "Funke" konnte bei mir aber trotz der verstärkten Interaktion mit den Zuschauern nicht überspringen, irgendwie haben die vier trotz allem etwas reserviert und aufgesetzt gewirkt.
Zum musikalischen, ich höre ja durchaus gerne auch klassischeren a cappella (sonst würde ich das ja auch nicht selber machen), aber was ich eher weniger gern hören sind nun mal reine Frauenensembles, egal ob Klassik oder Pop/Rock. Da gibt es wenige Ausnahmen. Und obwohl die vier wirklich super gemeinsam gesungen haben, auch diese gehören nicht zu den erwähnten Ausnahmen. Vor allem das starke Vibrato und die teilweise zu aufdrginlichen Sopräne sind da nicht so ganz mein Geschmack. Im Gegensatz dazu war ich von der tiefen Altistin echt angetan. Schön warmer Klang und definitiv dürfte die kein Problem mit den tiefen Tönen haben mit denen ich mich im Moment so rumplagen muss. Und das ohne harsch zu klingen, was bei vielen "Tenoretten" die ich sonst so kenne der Fall ist. Sonst bleibt nicht viel zu sagen, dass was sie gemacht haben haben sie sehr gut gemacht, aber ohne dabei groß auf meiner Wellenlänge zu landen...

Nach der Pause gings dann weiter mit Dedooks (SSAATTBB) aus Russland. Hier haben wir uns dann langsam aus dem klassischen Bereich entfernt und sind in der "Unterhaltungsbranche" gelandet. Ab jetzt wurde mit Mikros gesungenund mehr oder weniger viel Vocal Percussion kam hinzu.Was die Mikrofone angeht muss sich sagen, dass da entweder der Techniker sehr gepennt hat, oder die Sänger sich mit ihrer Haltetechnik nicht einig werden konnten, jedenfalls waren nicht alle immer gut zu hören, schade.
Die "deutschen" Moderationen (geht der Dank hier an den Googleübersetzer? ;-)) wurden auch durch gewisse "schauspielerische" Einlagen verstärkt und auch kurz erklärt worum es in den Stücken eigentlich geht. So gab es dann auch ein russisches Lied darüber, dass Zugfahren entspannender sei als Autofahren. (Da frag ich mich, ob das in Russland wirklich der Fall sein kann, mit der deutschen Bahn ist es das ja auch nicht...)
Das Publikum schien davon auch schwer begeistert und hat sich dann auch spontan nicht mehr an der Klatschverbot zwischen den Stücken gehalten. Mir hat das Zuhören auch Spaß gemacht, wobei aber doch viele Schwächen dabei waren. Und das lag nicht nur an der Aussprache ("Kies from a rose" "My Bauer my Bräsur my Bäin"...) sondern vor allem an den Frauenstimmen, aber auch an den Bässen.
Klangen die Damen bei den russischen Stücken noch wie zupackende russische Hausfrauen (oder so, wie ich die Mütter in Russland erlebt habe...), was durchaus positiv zu werten ist, so war bei den Popstücken ein viel zu großes Ungleichgewicht zwischen Sopran und Alt. Der Sopran war wahnsinnig aufdringlich, und vibrierte ziemlich aufgesetzt vor sich hin, was bei dieser Musikrichtung einfach nicht passt (und mir aber auch generell nicht gefällt). Zudem haben alle vier eine für meine Augen und mein Gleichgewichtsgefühl unangenehme Tanzdarbietung gebracht, andauerndes Hin- und Hergeschwanke...
Die Männer und halt vor allem die Bässe, hingegen waren eine mehr oder weniger undefinierbare Masse, die abwechselnd Elefanten und Gewitter nachgemacht hat. Sonderlich raffiniert wirkte das nicht... Zusammen kamen sie dann einfach nicht in einen gemeinschaftlichen Fluss. Schade, aber wie gesagt. Unterhaltsam wars irgendwie trotzdem.

Als nächstes waren dann The Glue (TBBBB) aus der Schweiz dran. Wikipedia informiert mich, dass sie sich ursprünglich nach dem Vorbild der Prinzen formiert haben, aber zum Glück scheinen sie darüber hinweg zu sein.
Wem sie mit ihrem Aussehen nacheifern kann ich aber nicht sagen. Wie auch auf dem Bild zu sehen, ja doch eher bieder und unscheinbar gekleidet kamen sie auf die Bühne. Und offenbarten auf ihrem Rücken dann selbstgebastelte Trinkautomaten (die sie leicht wie Ghostbuster aussehen ham lassen), bestehend aus Schlauch und auf dem Kopf stehender Wasserflasche. Okeh, handelt sich also um ein neues Trinksystem, damit man nicht immer zur Flasche rennen muss. Aber wenn man das dann doch so gar nicht benutzt, nicht in die "Show" einbaut, ja noch nicht mal erwähnt? Nu ja, die Schweizer halt...
Wie gesagt, wir waren nun ja schon aus dem klassischen E-Bereich und in der U-Musik gelandet, wenn ich das mal so sagen darf. Zu erkennen an den nun sehr "aufgedrehten" Mikros und nicht mehr sonderlich dezenten Halleffekten. Und passend dazu ging es auch mit afrikanischem Hip-Hop und Mr. Bombastik los, gefolgt von "Come what may" dies dann eher nasaler Drama-Pop.
Beim dritten Stück wurde dann das Seniorenunterhaltungsprogramm aus dem Robinsonclub ausgepackt (unterstützt von der Zweite Wahl - Choreo von maybebop)
also allgemeines Publitanzen. Und die haben wirklich alle fleißig mitgemacht, ich war erstaunt. Zum Glück haben sie sich aber auch gut an die Anweisungen von der Bühne aus gehalten ("Packt eure Hüften aus, aber nur in Gedanken!")
Zum Schluss gab es dann noch gesellschaftskritisches "Sandburgenbauen", eine Eigenkomposition, nehm ich mal an, mit viel "wortästhetischem" Rap dazu. Mir fällt jedenfalls kein besseres ein. Und vom Refrain hab ich immer noch ab und an einen Ohrwurm ("Sandburgenbauen ist beiweitem nicht der dümmste Weg sich einen Tag am Meer zu versaun" oder so. Is aber auch doof wenn der Bass so viel Text hat ;-) das muss man sich ja einfach merken...)
Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht den fünfen zuzuhören und auch zuzugucken, jedoch muss ich sagen, dass mir das in nem ganzen Konzertprogramm vielleicht zu eintönig werden kann. Denn schon in den zwanzig Minuten war jedes Stück durch eine sehr ähnliche sphärische pseudoarabische Begleitung unterlegt, die am Anfang ja noch sehr nett war, irgendwann dann aber doch nur langweilig. Und die "In-die-Faust-Spuck-Beatbox" und der "Rülps-Bass" sind dann auf Dauer auch nicht mein musikalisches Paradies, genauso wie die leider immer wieder auftretenden Intonationsprobleme in den weiteren Begleitstimmen.
Zum Spaßhaben kann man die sich aber bestimmt gerne mal angucken, und im Gegensatz zu einem Konzert der Russen sollte das ja auch einfacher zu bewerkstelligen sein, nehm ich mal an ;-)



Danach war der erste Teil des Wettbewerbs auch schon fertig, Jury zog sich zurück, Publikum zog sich zurück, Hausmädchen zog sich (upps nein, keine Ferienbande...).

Wir jedenfalls zogen uns dann mit Heike in die Moritzbastei zurück (da war vor einigen Jahren ja schon mal ein nettes privates maybebop-Konzert, war also in guterErinnerung), wo man lecker essen, sowohl im Schatten als auch in der Sonne sitzen, die ein oder andere a cappella Gruppe treffen und vor allem viel Zeit verquatschen kann ;-)

Nach einem kleinen Rundgang durch Leipzig (wo wir den ein oder anderen Ringeist finden konnten, der jetzt natürlich auf dem Bild nicht annähernd so eindrucksvoll aussieht wie in echt, menno) gings dann abends mitm Zug nach Dresden zum Schlafen, um sich auf den nächsten Leipzig-Tag vorzubereiten.