Mittwoch, 28. September 2011

Leipzig a cappella II

So, jetzt gehts auch hier mal weiter. Das ist nämlich das Gute wenn man krank ist. Ab dem Moment wo die Augen wieder etwas entspannt auf technische Geräte gucken können, kann man sich auch mal wieder Zeit für sowas nehmen. Die hab ich nämlich, falls es keinem aufgefallen ist, in letzter Zeit so gar nicht...

Am nächsten Tag also wieder früh aus den Federn, ab zur Mitfahrgelegenheit. Da dann fix weitergeschlafen (so kann man sich danach auch nur aus Geschichten erzählen lassen wie wild der Mensch gefahren ist...)
Diesmal haben wir es dann auch geschafft uns gleich mit Heike zu treffen und dann gings wieder rein zur Jury den älteren Herrschaften und den Studenten ;-)

Und los ging es, an einer Bushaltestelle. Das KrisKrosKvintet (ja, wird so geschrieben) aus Prag stand an einem netten Schildchen, alle summten ihre eigene Melodie vor sich hin. Was dann folgte war direkt eine durchgestylte Show, jedenfalls so wie man es bei einem solchen Wettbewerb noch hinbekommen kann, die den Weg der Gruppe nach Dresden schilderte. Nett gemacht, fand ich ne schöne Idee. Vor allem dass das Tonangeben zu Anfang der Stücke über ein "Bussignal" erfolgte war doch mal was neues. Mit Bierflaschen kennt das der ein oder andere ja vielleicht schon ;-)
Was das "durchgestylte" angeht, das traf irgendwie auch auf die Outfits, nur leider diese nicht meinen Geschmack. Komische matschfarbene Overalls, die mehr an hässliche Satinschlafanzüge erinnert haben... nu ja, immerhin besser als das Bild aus dem Programmheft, was wirklich nach "kriskros" aussah... Nu ja, auf dem Bild sieht man ja, dass es auch anders geht ;-) frag mich jetzt nur, warum sie sich mit den aktuellen Klamotten nicht ins Netz trauen.
Die ersten Stücke haben sie dann noch ohne Mikro gesungen, und es sich erstmal mit mir verscherzt. Das allererste war nämlich "Io mi son giovinetta" von Monteverdi, was wir (Junges Ensemble Berlin) beim Chorwettbewerb in Dortmund gesungen haben. Und was ham wir da drann rumgewerkelt... Ich weiß also auch durchaus um was es geht. Die beiden singenden jungen Menschen sind größtenteils glücklich, lachen in der Gegend rum und freuen sich am Frühling. Um das mal so auszudrücken ;-) Da passt es gar nicht wenn die Sänger zwischen Langeweile und Aggression wechseln...
Die zweite Hälfte war dann mit Mikrofonen und fing mit den üblichen verdächtigen an. "Chili con carne"... ist mir nicht sonderlich im Gedächtnis geblieben, kann also so schlimm, aber auch so gut, nicht gewesen sein. Nur die Aussprache, na ja, nicht drüber reden...
Dann "Bohemian Rhapsody", mutig. Was kann man sagen? Die Sänger klangen leider alle total außer Atem, der Tenor war mir viel zu kehlig und der Bass zu nasal. Aber immerhin, ein schön angenehm zarter Sopran. Das is ja auch mal was wert. Leider waren aber auch die Mikros schlecht abgemischt, oder woran sonst auch immer es gelegen haben mag, dass in dem technischen Teil die Begleitstimmen einfach immer viel zu laut waren und sich das überhaupt nicht schön gemischt hat.
Und bei diesem expliziten Stück bin ich jetzt auch langsam gesättigt an a cappella Versionen. Definitiv habe ich meine Lieblingsvarianten auch schon gehört, das brauchts einfach nimmer...
Beendet haben sie ihr Programm dann mit einem serbischen Volkslied, was wiederum viel Spaß beim Zuhören gemacht hat. Keine Ahnung um was es ging, aber sie haben die Sau rausgelassen, sich gegenseitig wechselnd an die Wand gesungen, hier aber dann geplant, würde ich meinen. Das hat Spaß gemacht beim gucken und hören. Und hat mich dann am Ende auch versöhnt. Quasi pünktlich zu ihrer Ankunft in Dresden ;-)

So, weiter ging es dann mit Lalá, aus Österreich, die habe ich 2009 schon in Graz gesehen. Da fand ich sie wirklich gut, und sie hätten einen Preis verdient gehabt. Aber warum auch immer, sind sie im Pop-Bereich angetreten, dabei war das dann doch nun wirklich Jazz, und somit, Thema verfehlt... schade.
Nun ja, hier gabs je keine Themenbereiche, also konnte man gespannt sein.
Und ich muss sagen, ich wurde mit meinen Graz-Erwartungen nicht enttäuscht.
Zum einen, einwandfrei sauber, zum anderen einfach eine wunderbar "in sich ruhende Sangesfreude", ohne viel Tamtam oder aufgesetztes Verhalten. Die vier kommen schön natürlich rüber und so klingen die Stimmen auch. Angenehm warm, und wunderbar zusammen. Kann man mit den deutschen Klangbezirkern vergleichen, finde ich. Insgesamt fand ich die Frauenstimmen beeindruckender als die Männer (und das will ja mal was heißen ;-)), da der Bass manchmal etwas schwach auf der Brust war, aber vielleicht lag das auch an der Technik (über Bässe und Mikrofone und wer da eigentlich noch von alleine im Bauchnabel vibrieren kann und so, da könnte man ja auch mal glatt  ne Arbeit drüber schreiben...). Und der Tenor, nu ja, vor allem ne hässliche Frisur ;-) klang aber sonst eigentlich sehr schön und klar. Durch die Bass-Sache hat dann ab und an mal das Fundament gefehlt, jedenfalls für meinen Geschmack, aber an anderen Stellen war er dann wieder umso mehr und sehr präsent da. Vielleicht auch tageszeitabhängig, wobei das dann sehr kurze Intervalle waren. Nu ja.
Zu den Stücken, es fing an mit einem eigenen (Lalájodler) was ziemlich interessant etwas König der Löwen -artiges mit Gejodel gemischt hat. Damit kam man gut rein, und es wurde auch mal gleich der bandinterne Babybauch vorgestellt. Besonders aufgefallen ist mir dann noch der klassische Part (Locus iste), das war traumhaft schön. Sehr pur und dadurch ziemlich gänsehautverursachend. So muss das sein!
Weiter gab es noch Jazz von The Idea of North (a cappella aus Australien) und Pop von Michael Jackson, kann man nichts gegen sagen, und eine Eigenkomposition, ich nehme mal an auf Österreichisch? Die war auch sehr zu Herzen gehend, ehrlich, ohne viel Getue. Und dabei haben sie dann auch mal nebenbei gezeigt wie super man ein Piano singen kann (im Sinne von "leise"), das haben die meisten anderen Gruppen technisch nicht annährend so gut hinbekommen.
Im Großen und Ganzen, definitiv erstmal meine Favoriten!

Donnerstag, 4. August 2011

A cappella Wettbewerb in Leipzig I

So, eigentlich wollte ich ja erst mal was zum Festival in Dortmund schreiben, aber ich bin eh total der Zeit hinterher, mal wieder ... Jetzt erstmal fix Leipzig. Das war ja schon n bissel früher, aber wo ich hier grad son paar Notizen hab, und eh alles wieder weg is, denn ich schreib mir ja eigentlich immer nur die negativen Sachen auf, das positive bleibt mehr im Gesamteindruck hängen. Und der sollte mir ja nun nicht total flöten gehn...

Ich war ja vor (glaub ich) drei Jahren schon mal bei dem Wettbewerb, als muSix da mit angetreten sind. Und das is schon ne ziemlich feine Sache, kost nüscht und man bekommt verschiedenste Gruppen zu sehen und zu hören.Publikum zwar eher aus dem Altersheim, weil das zeitlich gesehen (Donnerstag und Freitag Vormittag/Mittag) doch nicht so die normale Zeit ist, aber vielleicht grad deshalb immer sehr entspannt.
Die letzten Male war ich dann immer "nur" zu einigen Konzerten in Leipzig und habe es leider irgendwie nicht mehr zu den Wettbewerben geschafft, aber wie gesagt. Nu wieder.

Also ab in die Mitfahrgelegenheit (dort noch mal fast drei Stunden über Musik und die Möglichkeiten des Gesangs referiert, war sehr nett, danke :-)) und dann pünktlich mit Sandra im Gewandhaus gelandet. Pünktlich um sich vor dem Wettbewerb noch mal mit Kaffee und Keksen auf den Sofas heimelig einzurichten und vorzubereiten.


Dann ab in den Saal und nach dem der dann auch irgendwann voll war gings mit der ersten Gruppe los.
Ocvocetto aus Polen. Ein eher klassischen Ensemble in einer eben solchen Besetzung (SSAATTBB). Was sieht man zu erst, die Frauen haben schöne rote Oberteile an und sehen darin nicht dämlich aus, der Rest is schwarz. Geht doch... nu ja, aber darum gehts ja nicht.
Zu diesem ersten äußerlichen Eindruck gesellte sich dann leider ein weiterer eher unerfreulicher. Das erste Stück wurde noch mit Noten vorgetragen, was ja bei klassischen Sachen auch prinzipiell in Ordnung ist, aber nicht dann, wenn man sich darin vergräbt und weder zu seinen Mitsängern noch zum Publikum Kontakt herstellt.. Sehr schade. Dadurch entstand dann auch kein wirklich gemeinschaftlicher Klang vor allem in den Glissandi sang jeder für sich und die Absprachen waren nicht zusammen, das darf eigentlich nicht sein.
Nachdem dann bei den folgenden Stücken die Noten weg waren hat sich das aber zum Glück verbessert, vor allem aber in den polnischsprachigen Stücken, wo sich die Gruppe merklich wohler gefühlt hat. Da konnte ich dann auch den warmen Klang vor allem im Alt und Tenor viel besser genießen. Was die Sprache angeht, hätte ich das englische Stück nicht schon selber mal im Schulchor gesungen, ich hätte die Sprache nicht erkannt. Das war schon haarsträubend.
Zum Schluss gab es dann noch ein Improvisationsstück, was sich mir leider nicht so sehr erschlossen hat. Über ein Pfeifsolo, meditationsartige Klänge und Sambarhythmen mit Körperpercussion gab es da vieles, aber irgendwie alles etwas unkonkret und nicht zu Ende gedacht, jedenfalls hat es auf mich so gewirkt.

Als nächstes gab es dann das Vokalensemble Viererlei (SSAA). Vier Damen aus dem klassischen Bereich. Damen eher, auch wenn wir uns über das Alter nich ganz klar werden konnten, denn sie wirkten vor allem in den langen Kleidern mit Blümchen am Revers sehr altbacken und etwas bieder. Aber geht ja auch um den Klang und wer weiß, vielleicht wollten sie so "seriöser" wirken, denn nach einem Blick auf die Homepage habe ich gesehn, dass doch bis auf eine alle etwa 5-10 Jahre jünger waren als ich geschätzt hätte.
Jedenfalls, positiv aufgefallen ist mir erstmal, dass sie sich gleich viel weiter nach vorne gestellt haben als das erste Ensemble vorher und von Beginn an ohne Noten gearbeitet haben, sodass sie einen viel besseren Kontakt zum Publikum herstellen konnten. Der "Funke" konnte bei mir aber trotz der verstärkten Interaktion mit den Zuschauern nicht überspringen, irgendwie haben die vier trotz allem etwas reserviert und aufgesetzt gewirkt.
Zum musikalischen, ich höre ja durchaus gerne auch klassischeren a cappella (sonst würde ich das ja auch nicht selber machen), aber was ich eher weniger gern hören sind nun mal reine Frauenensembles, egal ob Klassik oder Pop/Rock. Da gibt es wenige Ausnahmen. Und obwohl die vier wirklich super gemeinsam gesungen haben, auch diese gehören nicht zu den erwähnten Ausnahmen. Vor allem das starke Vibrato und die teilweise zu aufdrginlichen Sopräne sind da nicht so ganz mein Geschmack. Im Gegensatz dazu war ich von der tiefen Altistin echt angetan. Schön warmer Klang und definitiv dürfte die kein Problem mit den tiefen Tönen haben mit denen ich mich im Moment so rumplagen muss. Und das ohne harsch zu klingen, was bei vielen "Tenoretten" die ich sonst so kenne der Fall ist. Sonst bleibt nicht viel zu sagen, dass was sie gemacht haben haben sie sehr gut gemacht, aber ohne dabei groß auf meiner Wellenlänge zu landen...

Nach der Pause gings dann weiter mit Dedooks (SSAATTBB) aus Russland. Hier haben wir uns dann langsam aus dem klassischen Bereich entfernt und sind in der "Unterhaltungsbranche" gelandet. Ab jetzt wurde mit Mikros gesungenund mehr oder weniger viel Vocal Percussion kam hinzu.Was die Mikrofone angeht muss sich sagen, dass da entweder der Techniker sehr gepennt hat, oder die Sänger sich mit ihrer Haltetechnik nicht einig werden konnten, jedenfalls waren nicht alle immer gut zu hören, schade.
Die "deutschen" Moderationen (geht der Dank hier an den Googleübersetzer? ;-)) wurden auch durch gewisse "schauspielerische" Einlagen verstärkt und auch kurz erklärt worum es in den Stücken eigentlich geht. So gab es dann auch ein russisches Lied darüber, dass Zugfahren entspannender sei als Autofahren. (Da frag ich mich, ob das in Russland wirklich der Fall sein kann, mit der deutschen Bahn ist es das ja auch nicht...)
Das Publikum schien davon auch schwer begeistert und hat sich dann auch spontan nicht mehr an der Klatschverbot zwischen den Stücken gehalten. Mir hat das Zuhören auch Spaß gemacht, wobei aber doch viele Schwächen dabei waren. Und das lag nicht nur an der Aussprache ("Kies from a rose" "My Bauer my Bräsur my Bäin"...) sondern vor allem an den Frauenstimmen, aber auch an den Bässen.
Klangen die Damen bei den russischen Stücken noch wie zupackende russische Hausfrauen (oder so, wie ich die Mütter in Russland erlebt habe...), was durchaus positiv zu werten ist, so war bei den Popstücken ein viel zu großes Ungleichgewicht zwischen Sopran und Alt. Der Sopran war wahnsinnig aufdringlich, und vibrierte ziemlich aufgesetzt vor sich hin, was bei dieser Musikrichtung einfach nicht passt (und mir aber auch generell nicht gefällt). Zudem haben alle vier eine für meine Augen und mein Gleichgewichtsgefühl unangenehme Tanzdarbietung gebracht, andauerndes Hin- und Hergeschwanke...
Die Männer und halt vor allem die Bässe, hingegen waren eine mehr oder weniger undefinierbare Masse, die abwechselnd Elefanten und Gewitter nachgemacht hat. Sonderlich raffiniert wirkte das nicht... Zusammen kamen sie dann einfach nicht in einen gemeinschaftlichen Fluss. Schade, aber wie gesagt. Unterhaltsam wars irgendwie trotzdem.

Als nächstes waren dann The Glue (TBBBB) aus der Schweiz dran. Wikipedia informiert mich, dass sie sich ursprünglich nach dem Vorbild der Prinzen formiert haben, aber zum Glück scheinen sie darüber hinweg zu sein.
Wem sie mit ihrem Aussehen nacheifern kann ich aber nicht sagen. Wie auch auf dem Bild zu sehen, ja doch eher bieder und unscheinbar gekleidet kamen sie auf die Bühne. Und offenbarten auf ihrem Rücken dann selbstgebastelte Trinkautomaten (die sie leicht wie Ghostbuster aussehen ham lassen), bestehend aus Schlauch und auf dem Kopf stehender Wasserflasche. Okeh, handelt sich also um ein neues Trinksystem, damit man nicht immer zur Flasche rennen muss. Aber wenn man das dann doch so gar nicht benutzt, nicht in die "Show" einbaut, ja noch nicht mal erwähnt? Nu ja, die Schweizer halt...
Wie gesagt, wir waren nun ja schon aus dem klassischen E-Bereich und in der U-Musik gelandet, wenn ich das mal so sagen darf. Zu erkennen an den nun sehr "aufgedrehten" Mikros und nicht mehr sonderlich dezenten Halleffekten. Und passend dazu ging es auch mit afrikanischem Hip-Hop und Mr. Bombastik los, gefolgt von "Come what may" dies dann eher nasaler Drama-Pop.
Beim dritten Stück wurde dann das Seniorenunterhaltungsprogramm aus dem Robinsonclub ausgepackt (unterstützt von der Zweite Wahl - Choreo von maybebop)
also allgemeines Publitanzen. Und die haben wirklich alle fleißig mitgemacht, ich war erstaunt. Zum Glück haben sie sich aber auch gut an die Anweisungen von der Bühne aus gehalten ("Packt eure Hüften aus, aber nur in Gedanken!")
Zum Schluss gab es dann noch gesellschaftskritisches "Sandburgenbauen", eine Eigenkomposition, nehm ich mal an, mit viel "wortästhetischem" Rap dazu. Mir fällt jedenfalls kein besseres ein. Und vom Refrain hab ich immer noch ab und an einen Ohrwurm ("Sandburgenbauen ist beiweitem nicht der dümmste Weg sich einen Tag am Meer zu versaun" oder so. Is aber auch doof wenn der Bass so viel Text hat ;-) das muss man sich ja einfach merken...)
Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht den fünfen zuzuhören und auch zuzugucken, jedoch muss ich sagen, dass mir das in nem ganzen Konzertprogramm vielleicht zu eintönig werden kann. Denn schon in den zwanzig Minuten war jedes Stück durch eine sehr ähnliche sphärische pseudoarabische Begleitung unterlegt, die am Anfang ja noch sehr nett war, irgendwann dann aber doch nur langweilig. Und die "In-die-Faust-Spuck-Beatbox" und der "Rülps-Bass" sind dann auf Dauer auch nicht mein musikalisches Paradies, genauso wie die leider immer wieder auftretenden Intonationsprobleme in den weiteren Begleitstimmen.
Zum Spaßhaben kann man die sich aber bestimmt gerne mal angucken, und im Gegensatz zu einem Konzert der Russen sollte das ja auch einfacher zu bewerkstelligen sein, nehm ich mal an ;-)



Danach war der erste Teil des Wettbewerbs auch schon fertig, Jury zog sich zurück, Publikum zog sich zurück, Hausmädchen zog sich (upps nein, keine Ferienbande...).

Wir jedenfalls zogen uns dann mit Heike in die Moritzbastei zurück (da war vor einigen Jahren ja schon mal ein nettes privates maybebop-Konzert, war also in guterErinnerung), wo man lecker essen, sowohl im Schatten als auch in der Sonne sitzen, die ein oder andere a cappella Gruppe treffen und vor allem viel Zeit verquatschen kann ;-)

Nach einem kleinen Rundgang durch Leipzig (wo wir den ein oder anderen Ringeist finden konnten, der jetzt natürlich auf dem Bild nicht annähernd so eindrucksvoll aussieht wie in echt, menno) gings dann abends mitm Zug nach Dresden zum Schlafen, um sich auf den nächsten Leipzig-Tag vorzubereiten.

Sonntag, 26. Juni 2011

Traditionen: A cappella Festival in Dortmund

Da ich wohl nicht mehr dazu kommen werde hier irgendwann mal was zu zu schreiben...
Wer mag kann sich ja mal die Gruppen anschauen die so da waren.

>Hier sind Fotos<

Grob geht es um Sommer, Sonne und Sonnenbrand
Flamingos, Flamencos und andere Tiere in Brunnen
meine Lieblingsdresdne
Freunde, die man manchmal nur einmal im Jahr sieht
Kanninchen, die sich in Dortmunder Studentenwohnheimen pudelwohl fühlen
Picknickdecken, Fressen und Spiele
Gesang, will heißen a cappella oder auch Musik ohne Instrument
und zwei Tage voll mit musix, intrmzzo, juicebox, Peter and the Wolvettes, Sonic Suite und Viva Voce

Donnerstag, 23. Juni 2011

Ein Konzert mit Gewitter...

oder, ein Konzert mit Perpetuum Jazzile.
Und ganz vorne weg, ein Konzert mit Peder Karlsson (Gründungsmitglied und ehemals Bariton der Real Group). Aber der Reihe nach...

Vor einigen Tagen hab ich endlich mal wieder meine Konzertabstinenz brechen können. Und das gleich in Berlin. Und quasi fast noch vor meiner Tür. Fein :-)
Und dann noch mit einem in Deutschland einmaligen Konzert. Der Auftritt in der Urania war nämlich das einzige Konzert von Perpetuum Jazzile, bevor sie sich dann nach Amerika aufgemacht haben. Gefällt mir ;-)
Also hab ich brav in meinem Les-Mis-Chor Werbung gemacht, da sich das Konzert mit unser Probe gedeckt hat und dann auch genügen Leute abgeworben um zum einen mit einer netten Gruppe aufs Konzert zu gehen und zum anderen keine Probe zu verpassen, da die dann wegen zu geringer Beteiligung abgesagt wurde. So kann das ruhig öfter laufen ;-)

Als "Vorchor" gab es die J*zzv*c*ls aus Berlin. Ich hatte die schon letztes Jahr bei der Fête die la musique angeguckt. Und obwohl ich ja nicht so sehr für Pop-Jazz-Chöre zu haben bin, hab ich mich auch hier mal wieder zu einer Ausnahme hinreißen lassen. Der einzige Chor in diese Richtung den ich bis dahin gut fand waren Vocal Line, die auch nicht im entferntesten zu erreichen waren, aber es hat Spaß gemacht ihnen zu zuhören, klang schön und war auch diese Wiederholung wert.
Auch wenn nicht alles perfekt war und sie doch alle sehr unter Strom zu stehen geschienen haben (sagt man das so?) war es wieder ein nettes Konzert. Nicht das übliche schleppende schwergängige pseudogejazze mit immer den gleichen Popliedchen dazu. Kann man sich durchaus mal anhören wenn wieder ein Konzert ist. Auch wenn mir kleinere Ensembles immer viel lieber bleiben werden.

Zu hören gab es unter anderem etwas von der berühmten Jazz Band "The Beatles" ;-), den Soul Bossa Nova, den man auch schon von den Swingle Singers gehört haben kann (unter anderem in diesem Video, live in London und fast schon geflashmobt ;-) http://www.youtube.com/watch?v=GdHphy_OZGI) und wieder Stücke von Rajaton, als Chorvariante auch sehr schön, wobei da doch nie die Leichtigkeit der Originale erreicht werden kann.
Zu sagen bleibt auch, nicht jeder Chor muss komplett schwarz oder gleich mit Gospelschals behängt sein ;-) es geht auch schwarz-weiß ohne den Schulchoranblick zu erzeugen. Find ich gut.
Ein bisschen gucken kann man im Youtubekanal: http://www.youtube.com/user/jazzvocalsberlin


Nach einer kurzen Pause in der ich ein bisschen Werbung gemacht habe, endlich mal in eigener Sache ;-)
JEB... Jung und einsam in Berlin? Wir brauchen neue Männer :-D
Sollte ich mich mal ganz verzweifelt auf die Suche nach nem Mann machen, weiß ich jetzt wie. Einfach mit nem Flyer in der Hand los und Fragen ob er Sänger ist. Die meisten geben einem dann ihren Single-Status durch. Rede ich so undeutlich? ;-) Und erstaunlich viele reagieren dabei sehr erfreut. Ok, wenn man auf nem Chorkonzert ist, dann ist die Sängerdichte wohl auch größer als sonst, aber trotzdem. Ich werde demnächst mal wieder an geeigneter Stelle auf Werbetour gehen. Dabei hab ich doch grad erst zwei neue Bässe organisiert... nu ja, Tenöre sind ja immer noch Mangelware, es gibt viel zu tun...  Aber okeh, aber weiter im Text.

Nun gings ja erst richtig los, Perpetuum Jazzile.
Zuerstmal stand da so ein Synthesizer-Keyboard auf der Bühne, das hat mich ein bisschen irritiert. Bei a cappella gibts ja viele komische Zwischen-Instrumente (Flaschen, Plastik"bongs", Klobürsten, Mini-Bienenkörbe, Plastikbecher, Eier und manchmal auch ne Blockflöte) wo man sich drüber streiten kann, aber das war ja ohne Zweifel doch ein "richtiges" Instrument... nun ja, zum Glück war der nur ab und an dabei. Auch wenn er in den meisten Stücken trotzdem hätte weggelassen werden können war er ganz gut eingesetzt denke ich. Auf jeden Fall nicht zu aufdringlich, vielleicht ganz gut für die Diskostimmung...?

So, was gibts denn alles so sonst zu sagen? Auf jeden Fall, es hat mir echt Spaß gemacht. Wenn man weiter als Maßstab Vocal Line sieht, dann sind sie da zwar nicht ran gekommen, aber das liegt vielleicht auch nur an der Programmausrichtung. Wie gesagt, es hat sehr viel Spaß gemacht und das wars vielleicht auch... Ein bisschen einseitig auf Feiermusik ausgerichtet und für meinen Geschmack dann doch zu selten mit leisen ruhigeren Tönen, wo man dann auch noch andere musikalische Seiten hätte zeigen können.
Sie haben halt eher die Vielfalt der Party-Musik gezeigt, das ging von Bee-Gees-Medleys mit sehr prägnanten choreografischen Bewegungen (die zum Glück so gehalten waren, dass es wirklich schön anzusehen und nicht nervig wabernd war [wie ich das sonst so vom ein oder anderen Popchor kenne, wo mir dann immer eher seekrank bis schlecht wird...]) über slowenische Sommermusik (die mich sehr an dieses dragostea din tei - Lied erinnert hat) und südafrikanische Hymnen, bis hin zur Ode an die Freude (Joyful, joyful), Partymusik halt. Generell gab es viele Medley, so auch eins mit Broadwaymusik und Michael Jackson, der darf ja eh nie fehlen. Hier waren dann die passenden Accessoires parat und erklärten auch, warum beim klassischen Beginn noch alle Sänger die Hand hinterm Rücken hatten.
gezischel, das kann nicht nur an der Sprache gelegen haben ;-)) und vor allem Schwächen im Piano. Es macht halt doch einiges aus, ob man auch in leisen Passagen noch Kraft in der Stimme hat, und da hat es einigen Sängern drann gemangelt. Aber gut, ist ja auch kein klassischer Chor, aber dann sollten sie vielleicht die Ausflüge in die Klassik lassen. Für die ruhigeren Momente gibt es ja auch Popballaden und so. 
Eine der sehr wenigen Balladen war dann "True Colors", wo ich mich sehr an Glee erinnert gefühlt hab... und es war auch ziemlich schön, vor allem durch die Lichttechnik... denn da sind dann auch einige musikalische Schwächen aufgetaucht ich kanns an der Stelle gar nicht genau definieren, aber es klang nicht mehr dicht genug und gleichzeitig zerbrechlich, wie ich mir das bei einem solchen Stück vorstellen würde, sondern zu massig. Und vor allem die gemeinsamen Absprachen und ab und an die Intonation haben da gelitten. Aber es hat ja jeder seine Stärken, und bei denen liegen sie vielleicht einfach mehr in der Guten-Laune-Pop-Musik. Das haben sie jedenfalls wie gesagt sehr gut gemacht.
Natürlich gab es dann auch "das Gewitterlied" für alle, dies aus irgendwelchen Gründen noch nicht gesehen haben:

Schon vor den ersten Schnipsern hatte das Publikum die Sache erkannt und ist in großen Applaus ausgebrochen (der dem ein oder anderen hinter mir auch erstmal erklärt werden musste, hat halt doch noch nicht jeder gesehn)
Hier war dann schön zu erkennen, wie der Beatboxer am Rand den einzelnen Chorteilen die Einsätze zum Springen gab und anzeigte wann welches Geräusch zu machen war.
Ah ja, Beatboxer. Der stand übrigens die ganze Zeit mit einem Extra-Bass (der eher wie ein Bodybuilder aussah und mit einem extra Schummel-Mikro ausgestattet war, ja, is nun mal so...) am Rand. Die waren so ne kleine Sondereinheit (wie es sie innehalb der Stücke immer mal wieder gab, kleine Dreiergrüppchen, die zu Soloeinlagen nach vorne kamen). Natürlich gab es dann auch ein Beatboxsolo. Da ich ja sowas nun doch schon einige Male gesehen habe war ich nicht so beeindruckt wie der Rest des Publikums, aber die Idee war schon nett. Er hat uns mit Geräuschen aus seiner Kindheit, beginnend mit dem Herzpochen seiner Mutter, dann dem Rasierapperat seines Vaters und unter anderem auch der Straße vor seinem Elternhaus mit den verschiedenen Autotypen beglückt.
Ein weiteres Solo gab es dann bei "Ticket to ride" (hatten sie am Anfang wohl doch Recht mit der bekannten Jazz-Band), und zwar von Peder Karlsson. Wie ich ja ganz am Anfang sagte, das war eigentlich auch ein Konzert von ihm. Denn auch wenn er hier nun wohl sein eigentliches Solo hatte (in vorm von einer Beatboxeinlage), so war er sonst auch weit mehr als ein musikalischer Leiter, bzw. Dirigent. So viele Tanzeinlagen habe ich noch nie in einem Konzert gesehen, geschweige denn von einer Person alleine. Und allein schon dieses Rumgespringe und Gefeiere von ihm war das Geld absolut wert. Zum Ende dann noch eine Zugabe auf der "Handharmonika"... fein! Ich mag den Peder...
Der Chor hatte vorher aber auch noch seine Zugaben, irgendwie haben sie mit Applaus gerechnet... zum einen gab es "Gøta", eigentlich ja von der Real Group, aber da es eine Komposition von Peder Karlsson ist, war das gar nicht so verwunderlich. Ich muss sagen, sie haben ein schweres Erbe damit angetreten. Von der Real Group ist es einfach klasse, und deren Niveau haben sie damit auch nicht erreicht, es klang einfach viel zu massiv und hat eher mit Lautstärke als durch Brillanz bestochen. Aber ich glaube mit einem so großen Chor kann man es nicht viel besser machen, auch wenn sie alle ein bisschen nervös dabei gewirkt haben, Peder schien zufrieden und wenn man nicht weiß wie es noch so klingen könnte...
Zu guter Letzt gab es dann noch mal slowenische Musik. Laut Peder nur fälschlicherweise als österreichische bekannt geworden. Nun ja, ich weiß es nicht ;-) zum Glück bin ich trotz der Ohrwurmdrohung ohne Akkordeongedudel im Kopf nach Hause gegangen. Das war durchaus ziemlich witzig, aber ich denke jeder kann sch vorstellen was unter einem Medley der schönsten Akkordenmelodien zu verstehen ist, von mir aus kann es gerne slowenisch sein, solang es nicht als deutsche Musik verstanden wird und ich nie wieder in der S-Bahn damit genervt werde... :-D

War jedenfalls ein rundum schönes Konzert, ab und an etwas laut, aber da muss man mit dem Techniker reden und zum Spaß haben, abschalten und viel a cappella auf einmal zu haben schwer geeignet. Sollten sie also noch mal nach Deutschland kommen...
Und wer mal gucken mag, hier sind einige Fotos:
http://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150165557478023.349740.21555533022

Dienstag, 21. Juni 2011

Krichy in Skandinavien

oder so ähnlich. So komme ich mir jedenfalls im Moment verstärkt vor.
Denn nicht umsonst sitze ich plötzlich einmal die Woche mit um die 60 Leuten in einem Raum und zerbreche mir die Zunge bei dem Versuch einen Laut zwischen o/u/ö/ü und was nicht noch alles zu machen. Und dann gibt es von diesem Laut natürlich auch noch hundert verschiedene Aussprachemöglichkeiten. Und überhaupt, da fehlt noch ein weiches g und ein zischendes t...

Wie kommts? Wir machen a cappella, und wie man in letzter Zeit vermehrt sieht, gehört a cappella skandinavisch.Oder warum sonst sind alle wirklich genialen Gruppen in der letzten zeit aus Schweden, Dänemark und Finnland...? (The Real Group, Vocado, Club for five, Vocal Line und neu dazu nu auch Postyr usw. usf.)
Nun ja, jedenfalls ist unser Konzertprogramm für das Sonntagskonzert des Chorverbandes in der Philharmonie zur Hälfte in diesen Sprachen.
Eigentlich ganz schön, aber leider mehr als verwirrend. Denn auch wenn Blumen auf allen drei Sprachen (uns standen Schwedisch, Norwegisch und Dänisch zur Verfügung) irgendwie "bloumen" heißen, dann wird das "ou" doch in jeder Sprache anders ausgesprochen. Auo, oau, öu... wie auch immer man das dann schreiben könnte. Und da kann man gut drann verzweifeln.

Das wichtigste in meiner Lektion über die Sprachen des Nordens, schreib dir gleich oben hin welche Sprache das Stück hat. Grob seht das ja irgendwie auch alles gleich aus...
Es gibt schöne neue Unbekannte: ø, å, æ die immer wieder auftauchen, aber man sieht ihnen ja nicht an wie sie ausgesprochen werden.
Daher neben die Sprache gewisse Besonderheiten schreiben.

Dänisch, das ist die Sprache mit der Kartoffel im Mund, da wo man sich ab und an einen Finger in den Mund stecken soll um den schönsten aller Konsonanten zu sprechen. Leider sind wir dazu nicht in der Lage. Und wenn man sowas mit 60 Mann im Konzert macht, dann sollte man schon lieber in einer Comedykategorie auftreten. Also doch lieber Zunge brechen. Auch wird hier ein T immer mit Z gesprochen, daher also ein ZettTee ist (und kein tz), das kann auch in Komplikationen enden. Ein Glück, dass man dafür sonst überhaupt fast alle Buchstaben weg lässt oder es gibt keine Regeln nach denen man sie ausspricht. Wunderbar!

Norwegisch... das ist die Sprache in der jeder spricht wie er will, wenn man Micha glaub ;-) der das aber auch nur aus dem Schwedischen ableiten kann. Wichtig zu wissen ist hier, es gibt Prozentangaben ein o, was zu 20% aus einem u besteht. Viel Spaß beim Ausrechnen... Dann enden fast alle kurzen Wörter mit nem g, aber ob man das Mitspricht hängt irgendwie von der musikalischen Interpretation ab.
Ös,Os und Us, mischen sich fröhlich und sind nicht zu unterscheiden und man fragt sich das erste Mal im Leben, ob es auch Doppel-Ös gibt. E klingt wie I, aber wenn man ein I drauß macht is es natürlich genau falsch. Vieleicht gibt es hier auch Prozentangaben?
Im Zweifel berlinern, "aal wet juut", lieber ein o mehr als eins zu wenig und man ist auf der richtigen Seite. Wenn man mit dem richtigen Norweger spricht ;-)

So, zu guter letzt Schwedisch... Ich dachte immer das hätte ich schon viel gehört, aber auch hier ist man schnell auf verlorenem Posten. Der Stockholmer an sich redet wohl anders als alle anderen. Schade.
Es tummeln sich Rs, die nicht auszusprechen, aber vielleicht doch zu singen sind. CHs, die zu Gs werden, aber dann bitte nur angedeutet und man ist plötzlich in der Verlegenheit eine Mischung aus SCH und CH zu machen. Was das Spuckpotential angeht nicht mehr weit weg vom Beatboxen. Und immer wieder steht man vor der Frage, ob sich dieses harmlose kleine U nicht doch als ein Ü getarnt hat... nach welchem System es das macht? Keine Ahnung, hängt vielleicht davon ab, ob es aus Stockholm kommt...

Ganz am Ende sitzt klein-Krichy da und hört sich hunderte Aufnahmen an, um eine einheitliche Aussprache rauszuhören. Und dann steht man da und fragt sich wie man das aufschreibt, vor allem so, dass man es nicht nur selber, sondern die anderen 60 auch verstehen.
Und nach ewigen Diskussionen und Stunden des Ohrenblutens sagt man sich "nie wieder"... wobei natürlich total klar ist, dass man sich im nächsten Projekt doch wieder irgendwas aufhalst um zu helfen und damit das Leben schwer macht. Wir blöden guten Seelen ;-)

Benefizkonzert - Generalprobe (stimmungsvoll *g*)


Ach ja, wenns dann zur Übersetzung kommt... nein, eigentlich gar nicht so schwer, oft hört es sich doch nur an wie gelispeltes Deutsch mit zu vielen OuA-Lauten und nem Finger im Mund ;-)
Und die Konzerte waren übrigens klasse... jetzt kann ich alles auswendig. Auch die Aussprache...  



 
Wers noch mal hören mag kommt übrigens am 27. August zur "Langen Nacht der Museen" einfach in die Liebermann-Villa am Wannsee. Da gibts noch mal alles was wir so an skandinavischen Dingen zu bieten haben :-)